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Lotus Evija mit vier Elektromotoren: So kraftvoll wird der britische Supersportler

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Von: Marcus Efler

Die britische Roadstermarke Lotus war bislang nicht für extreme Hypercars bekannt. Mit dem Evija soll sich das ändern: Leistung und Preis katapultieren ihn in die Bugatti-Liga.

Norwich (Großbritannien) – Langsam, aber sicher übernimmt der Elektro-Antrieb die Vorherrschaft bei Hypercars. So lässt etwa der Rimac Nevera mit seinen 1.912 PS seine Konkurrenten mit Verbrennungsmotor hinter sich, und auch der Tesla Roadster wird wohl mit überragenden Fahrleistungen glänzen. Dabei fällt auf, dass vor allem Newcomer in diesem Segment die traditionellen Powermarken wie Koenigsegg oder Bugatti vor sich hertreiben – letztere, bislang eine Volkswagen-Tochter, kassierte der „kroatische Elon Musk“ Mate Rimac dann auch gleich mal ein, und wird sie ebenfalls auf elektrisch umpolen. (Aston Martin Valhalla: Britisches Hypercar mit ehrgeizigem Rekordziel)

Lotus Evija mit vier Elektromotoren: So spektakulär wird der britische Supersportler

Die britische Sportwagen-Schmiede Lotus nimmt da eine interessante Sonderstellung ein. Zwar gehört der 1952 von Colin Chapman († 54) gegründete Kleinserien-Hersteller selbstverständlich zu den traditionsreichen Automarken, doch mit extremen Hypercars hatte er bislang nicht viel am Hut. Eher waren leichte, handliche Zweisitzer wie der offene Elan seine Spezialität. Immerhin gab es schon früher Berührungspunkte mit der Elektromobilität: Auf der Lotus Elise basierte der erste Tesla Roadster.

Lotus Evija mit geöffneten Türen, von vorn
Extremer Stromer mit Flügeltüren: Der Lotus Evija. © Lotus

Nach einigen Besitzer-Wechseln gehören die Engländer seit 2017 mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern. Und der trimmt die Marke wie seine schwedischen Töchter Volvo und Polestar klar auf Akku-Modelle. Lotus fällt dabei die neue Rolle der Marke für spektakuläre Hypercars zu: Der Evija soll mit glatten 2000 PS die bisherigen Platzhirsche in die Schranken weisen. Evija, ein lettischer Mädchenname hebräischer Herkunft, bedeutet laut Lotus etwas wie „die erste in der Existenz“. Und das passt: So einen britischen Sportwagen gab es noch nie. (Bugatti Chiron Super Sport: So schnell ist das schnellste Auto der Welt)

Lotus Evija von seitlich hinten
Auch in der Heckansicht wirkt der Lotus Evija spektakulär. © Lotus

Lotus Evija mit vier Elektromotoren: Tempo 300 nach neun Sekunden

Denn die Briten gehen mit Hilfe ihrer chinesischen Mutter in die Vollen: Vier Elektromotoren erzeugen nicht nur die Rekord-Systemleistung von 2.000 PS, sondern auch heftige 1.700 Newtonmeter Drehmoment. Die sorgen dafür, dass der Monocoque-Zweisitzer, der nur zehn Zentimeter über dem Asphalt kauert, in deutlich unter drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, in neun Sekunden auf Tempo 300, und weiter bis auf wahrscheinlich 350 km/h. Damit bliebe er zwar hinter den 412 km/h des Rimac Nevera zurück, aber die Bedeutung eher theoretischer Top-Speed-Werte geht ohnehin zurück. (Koenigsegg steigt aus: Jagd nach immer neuen Tempo-Rekorden vorbei?)

Interieur des Lotus Evija
Das Interieur interpretiert klassische Lotus-Rennwagen auf High-Tech-Art. © Lotus

Lotus Evija mit vier Elektromotoren: Der leichteste aller Power-Stromer

Das Akku-Pack mit einer Kapazität von 70 kWh dürfte im Optimalfall 400 Kilometer Reichweite bescheren – wenn der Wagen zurückhaltend bewegt wird, was wohl eher unwahrscheinlich ist. Mit 1.680 Kilo soll der aus Carbon gefertigte Lotus Evija zwar der leichteste Stromer unter den Hypercars werden, aber trotzdem entfernt er sich natürlich von dem von Gründer Chapman postulierten Ideal eines Sportwagens: „Mach es einfach, und dann füge Leichtigkeit hinzu“.

Allein die Tatsache, dass die Türen elektrisch auf Knopfdruck aufschwingen, dürfte Puristen stören. Aber der typische Fahrer knackiger britischer Roadster, für die Lotus bislang stand, kann sich den Evija wahrscheinlich sowieso nicht leisten: Wenn er Ende des Jahres auf dem Markt kommt, soll er – nach 290.000 Euro Anzahlug – gut 2,4 Millionen Euro kosten.

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