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Erster Hummer EV für über 2 Millionen Euro versteigert – das Geld geht an ...

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Er ist groß, er ist stark – satte 1.000 Elektro-PS treiben den neuen GMC Hummer EV an. Und ziemlich begehrt ist er auch: Das erste Produktions-Exemplar wurde nun versteigert.

Scottsdale (Arizona) – Als in den 1980er-Jahren die ersten Hummer-Fahrzeuge unter der sperrigen Bezeichnung High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle – kurz HMMWV (Humvee) – in den Dienst des US-Militärs gestellt wurden, spielte Spritverbrauch noch nicht wirklich die ganz große Rolle. Und dementsprechend war auch die zivile Version namens Hummer H1, die ab 1992 verkauft wurde, alles andere als sparsam: Mit 30 Litern auf 100 Kilometern war locker zu rechnen – Diesel wohlgemerkt, denn einen V8-Benziner gab es nur kurz: von 1995 bis 1996.

Und auch die beiden Nachfolgemodelle Hummer H2 und H3 waren nicht gerade ideale Fahrzeuge für umweltbewusste Käufer. Das alles ändert sich mit dem neuen Hummer EV, der ist rein elektrisch unterwegs und offenbar sehr begehrt: Die „First Edition“ ist längst ausverkauft – und das allererste Produktionsmodell wurde nun für unglaubliche 2,5 Millionen US-Dollar (umgerechnet gut 2,1 Millionen Euro) beim Auktionshaus Barret Jackson in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona versteigert. (GMC Hummer EV: Rückkehr der Gelände-Legende – das Drehmoment ist gigantisch)

Viel Frischluft dank „Infinity Roof“: Die Dach-Elemente des Hummer EV lassen sich herausnehmen.

Erster Hummer EV für mehr als 2 Millionen Euro versteigert – das Geld bekommt ...

Die Leistungsdaten des Hummer EV klingen atemberaubend: 1.000 PS und ein Drehmoment von unfassbaren 15.500 Nm. Damit schießt der Gelände-Riese in drei Sekunden auf Tempo 100 – ein Wert, den nur wenige Supersportwagen mit Verbrennungsmotor schaffen. Trotz dieser Power soll es der Hummer EV auf eine Reichweite von rund 560 Kilometern bringen. Eine der Besonderheiten des elektrischen Gelände-Giganten ist der sogenannte „Krabbengang“: Das Fahrzeug kann die Räder beider Achsen im gleichen Winkel anstellen, sodass der Offroader quasi auch seitwärts fahren kann – diese Funktion kann vor allem bei schwierigen Gelände-Passagen hilfreich sein. Kameras am Unterboden liefern 18 verschiedene Perspektiven des Geländes, damit der Fahrer abseits der Straße besonders exakt navigieren kann. Die Luftfederung vergrößert die Bodenfreiheit des Hummer EV per Knopfdruck um rund 15 Zentimeter. (Hummer bei minus 40 Grad gewaschen: YouTuber designt einen pinken Eispanzer)

Innen wartet der Elektro-Hummer mit großen Displays auf – die mächtige Mittelkonsole ähnelt den Vorgängern.

Erster Hummer EV für mehr als 2 Millionen Euro versteigert – „First Edition“ längst ausverkauft

Im Innenraum orientiert sich der Hummer EV am traditionell kantigen Design seiner Vorgänger. Dominiert wird das Interieur von zwei großen Bildschirmen: 12,3 Zoll hinter dem Lenkrad und 13,4 Zoll auf der Mittelkonsole. Dank des sogenannten „Infinity Roof“ lassen sich die Dach-Elemente herausnehmen – im Inneren kommt bei den Fahrgästen dann Cabrio-Feeling auf. Damit der Unterboden im unwegsamen Terrain nicht beschädigt wird, gibt es rustikale Schutzmaßnahmen rund um Achsen und Batteriepaket.

Die rund 112.000 Dollar (94.500 Euro) teure „First Edition“ des Hummer EV ist längst ausverkauft. Sie kann an einer Schnellladesäule mit 350 Kilowatt aufgetankt werden, in zehn Minuten sollen sich so knapp 160 Kilometer (100 Meilen) Reichweite nachladen lassen. Für 2022 sowie die dann folgenden zwei Jahre hat GMC weitere Versionen angekündigt: Das Basismodell mit 625 PS soll im Frühjahr 2024 in den USA auf den Markt kommen und 80.000 Dollar (67.500 Euro) kosten. (Rumänischer Hummer: Dacia Bigster könnte großer Bruder des Duster werden)

Der GMC Hummer EV wird von drei Elektromotoren mit einer Leistung von 1.000 PS angetrieben.

Erster Hummer EV bringt mehr als 2 Millionen Euro – Geld kommt wohltätigen Zwecken zugute

Das nun bei der Versteigerung eingenommene Geld geht in diesem Fall nicht an einen Händler beziehungsweise den Besitzer– sondern kommt laut der Beschreibung wohltätigen Zwecken zu Gute. Demnach gehen die 2,5 Millionen US-Dollar zu 100 Prozent an die „Stephen Siller Tunnel to Towers Foundation“ – eine Organisation, die sich um Familien von Feuerwehrmännern und Ersthelfern kümmert, die bei den Anschlägen des 11. September 2001 ihr Leben verloren.

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