Phänomenale Neuinterpretation

Grandioser Restomod-Porsche: 993 Speedster von Gunther Werks bietet eine ungewöhnliche Option

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Vom Porsche 911 Speedster der Generation 993 gibt es lediglich zwei Exemplare – doch Gunther Werks lässt des seltene Fahrzeug wieder aufleben.

Huntington Beach (USA) – Es gibt ja einige Menschen, die behaupten, der letzte „echte“ Elfer wäre der Porsche 911 der Generation 993 gewesen. Schließlich war der von 1993 bis 1998 gebaute Sportwagen der letzte Porsche 911 mit luftgekühltem Boxermotor. Wer heute einen solchen Porsche kaufen möchte, für den gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man sieht sich nach einem Gebrauchten um – oder man wendet sich an einen Anbieter für sogenannte Restomods, also Firmen, die Klassiker auf Basis von alten Fahrzeugen neu interpretieren und mit moderner Technik ausstatten. Zu diesen Unternehmen gehört auch Gunther Werks aus Kalifornien. Dort hat man sich auf eine Neuinterpretation des Porsche 911 der Generation 993 spezialisiert. Und nun bringt das Unternehmen ein ganz besonderes Modell heraus: den 993 Speedster Remastered. (Porsche 911 Cabrio von Fußball-Legende († 2020) kommt in Paris unter den Hammer)

Dieser Porsche 911 Speedster von Gunther Werks basiert auf der Elfer-Generation 993.

Irrer Restomod-Porsche: Der 993 Speedster von Gunther Werks bietet eine ungewöhnliche Option

Für viele Autofans mit dem nötigen Kleingeld ist dieses Modell deshalb so interessant, weil der originale Porsche 993 Speedster nur zweimal gebaut wurde. Das erste Exemplar war ein Geschenk für Ferdinand Alexander Porsche (76, Spitzname „Butzi“) zu dessen 60. Geburtstag am 11. Dezember 1995. Die „Exclusive Manufaktur“ von Porsche hatte auf Basis eines Carrera-2-Cabrios jenes außergewöhnliche Einzelstück gefertigt: einen grünen Porsche 993 Speedster, der mittlerweile als Leihgabe im Porsche-Museum in Zuffenhausen steht.

Dass der 993-Speedster von „Butzi“ Porsche kein Unikat blieb, lag an Jerry Seinfeld (66) einem US-Schauspieler, der mit der nach ihm benannten Sitcom berühmt wurde. Der begeisterte Porsche-Fan schickte ein silbernes 911 Cabrio der Generation 993 zu Porsche nach Zuffenhausen mit der Bitte, es in einen Speedster zu verwandeln. Porsche folgte diesem Wunsch – und lieferte im Oktober 2001 den fertigen Speedster Umbau zurück in die USA zu Jerry Seinfeld. (Neuer Porsche 911 GT3: Rennstrecken-Elfer knackt besondere Nordschleifen-Marke)

Für „Butzi“ Porsche baute der Zuffenhausener Hersteller einen 993 Speedster – er blieb zunächst ein Einzelstück.

Irrer Restomod-Porsche: 993 Speedster von Gunther Werks kommt optional ohne Frontscheibe

Wem die minimalistische Windschutzscheibe des Gunther-Werks-Speedster-Restomods immer noch zu viel ist, kann den Sportwagen sogar komplett ohne Frontscheibe ordern. Dann allerdings sollte man sich nicht ohne Helm hinters Lenkrad klemmen. Im Heck des 993 Speedster Remastered arbeitet ein komplett überarbeiteter 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor von Rothsport Racing, der im „normalen“ 993 Restomod 435 PS und ein maximales Drehmoment von 454 Nm leistet – in der offenen Version aber eine „leichte Leistungssteigerung“ erfahren soll. (Schnee-Chaos auf Autobahn: Porsche-Fahrer steckt ohne Winterreifen fest – die Ausrede ist Wahnsinn)

Für ein extremes Frischluftvergnügen lässt sich beim Porsche 993 Speedster von Gunther Werks die Frontscheibe rausnehmen.

Wie der Standard-993-Restomod von Gunther Werks soll auch die Speedster-Version nur 25-mal gebaut werden. Dementsprechend teuer sind die seltenen Exemplare dann auch: Die Preise für den „normalen“ Gunther Werks 993 beginnen bei 565.000 US-Dollar (umgerechnet rund 465.000 Euro) – für den 993 Speedster Remastered hat das kalifornische Unternehmen noch keine Preise genannt, doch vermutlich werden die Kunden deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als für die geschlossene 993-Variante.

Rubriklistenbild: © Facebook (Gunther Werks)

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