Verschärfte Rennversion

Gordon Murray: Extremer Supersportwagen wird nach Formel-1-Legende Niki Lauda (†) benannt

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Schon der reguläre Gordon Murray T.50 ist ein Supersportwagen der Extreme – nun wurde die Rennversion T.50s vorgestellt, die nach der Formel-1-Legende Niki Lauda (70, † 2019) benannt ist.

Shalford (Großbritannien) – Es gibt nicht wenige, die den McLaren F1 auch heute noch für den ultimativen Supersportwagen halten. Gerade mal etwas mehr als 100 Exemplare wurden zwischen 1993 und 1997 davon gebaut, keine 80 davon mit Straßenzulassung. Der Bolide mit dem V12-Motor von BMW beschleunigte in einer Rekordfahrt auf rund 391 km/h – und galt damit viele Jahre als schnellstes Serienfahrzeug der Welt. Entwickelt wurde die automobile Legende unter der Federführung des damaligen McLaren-Designchefs Gordon Murray (74). Dessen aktuelles Projekt ist der Mittelmotorsportwagen T.50, bei dem vieles an den McLaren F1 erinnert. Nun hat der ehemalige Formel-1-Konstrukteur dessen Rennversion präsentiert: den T.50s. Dieses Sondermodell hat er dem 2019 verstorbenen Formel-1-Fahrer Niki Lauda gewidmet. (McLaren Elva im Test: Der Bolide hat weder Dach noch Windschutzscheibe – aber 815 PS)

Gordon Murray Automotive benennt den auf 25 Exemplare limitierten T.50s nach der Formel-1-Legende Niki Lauda (†).

Gordon Murray: Supersportwagen wird nach Formel-1-Legende Niki Lauda (†) benannt

Die technischen Daten lassen bei Autofans jedenfalls das Wasser im Mund zusammenlaufen: Der von Cosworth entwickelte 3,9-Liter-V12-Motor leistet 725 PS und das bei einem Leergewicht von nur 852 Kilogramm. Gordon Murray erklärt den Unterschied zwischen den beiden Versionen: „Beim T.50 war unser Ziel ganz klar, das beste Fahrerauto für die Straße zu machen“, so der 74-Jährige. „Beim T.50s Niki Lauda war das ebenso klare Ziel, ihn zum besten Fahrerauto für die Rennstrecke zu machen.“

Optisch unterscheidet sich die Rennversion unter anderem durch den riesigen Spoiler der – neben dem bekannten für Anpressdruck sorgenden Ventilator – für noch mehr Abtrieb sorgen soll. Auf der Finne oberhalb des Motors findet sich der Name Niki Lauda samt Unterschrift des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters, der vor allem durch seinen schweren Unfall auf der Nürburgring-Nordschleife im Jahr 1976 bekannt wurde. Damals wäre der damalige Ferrari-Fahrer beinahe verbrannt – erst in letzter Minute konnte er aus dem Rennwagen gerettet werden.

Zur Legende wurde Niki Lauda, weil er trotz schwerster Verbrennungen und Lungenschäden bereits wenige Wochen später wieder in sein Formel-1-Fahrzeug stieg und Rennen fuhr. Am Ende der Saison 1976 wurde er mit nur einem Punkt Rückstand auf James Hunt (45, † 1993) Zweiter in der Gesamtwertung – die spektakuläre Geschichte dieser Saison wurde später in „Rush – Alles für den Sieg“ (2013) verfilmt. Schon im Jahr darauf gelang Niki Lauda erneut der Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft mit Ferrari. 1984 konnte er seinen Triumph mit McLaren dann noch einmal wiederholen. (Elektro-Hypersportwagen Rimac C_Two: Fast 2.000 PS katapultieren ihn auf dieses irre Tempo)

Der T.50s Niki Lauda soll vor Steuern umgerechnet rund 3,6 Millionen Euro kosten.

Gordon Murray: Nur 25 Exemplare des T.50s Niki Lauda werden gebaut – zu diesem Preis

Nur 25 Exemplare des T.50s Niki Lauda sollen gebaut werden – zu einem entsprechenden Preis: Wie Gordon Murray Automotive mitteilt, kostet das Fahrzeug 3,1 Millionen britische Pfund (umgerechnet rund 3,6 Millionen Euro) – vor Steuern. Der „normale“ T.50 soll 100-mal gebaut werden. Sind diese Fahrzeuge alle produziert, will Gordon Murray im Jahr 2023 in Dunsfold mit der Fertigung des T.50s Niki Lauda beginnen. (Teenie schrottet 3-Millionen-Pagani: „Hör auf, Papas Autos zu fahren“ (mit Video))

Das Wort „spartanisch“ beschreibt das Cockpit des Gordon Murray T.50s Niki Lauda ziemlich treffend.

Gordon Murray T.50s Niki Lauda: Zusätzliche Benennung nach Grand-Prix-Siegen

„Der T.50s ist zu Ehren von Niki benannt, um an seinen berühmten Sieg mit dem Brabham BT46B-,Staubsauger‘-Auto beim Großen Preis von Schweden 1978 zu erinnern“, erklärt Gordon Murray. Das zeigt auch der „Fancar“-Schriftzug am Heck des T.50s. Dieser ist allerdings nicht misszuverstehen als Fahrzeug eines Niki-Lauda-Fans, sondern eben frei übersetzt als „Staubsauger-Auto“. Dabei geht es um die spezielle Aerodynamik des Fahrzeugs, das sich quasi am Boden festsaugt.

Jedes der 25 Exemplare des T.50s Niki Lauda wird individuell benannt – und zwar nach aufeinanderfolgenden Grand-Prix-Siegen von Rennwagen, die von Gordon Murray entwickelt wurden. Das erste Auto trägt die Bezeichnung „Kyalami 1974“. Zu jedem Fahrzeug gibt es dazu ein Buch über das jeweilige Rennen – das persönliche Erinnerungen von Gordon Murray an den Sieg enthält.

Rubriklistenbild: © Gordon Murray / Dean Smith

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