Umstrittener Neu-Entwurf

DeLorean DMC-12: Designer gestaltet „Zurück in die Zukunft“-Kultauto um – „Doc Brown wäre entsetzt“

US-Designer Chip Foose mit seinem Entwurf des DeLorean DMC-12
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US-Designer Chip Foose hat den DeLorean DMC-12 nach seinen Ideen umgestaltet.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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US-Designer Chip Foose hat es gewagt, den DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“ zu „verbessern“ – doch das Netz ist mit seinem Neu-Entwurf alles andere als zufrieden.

Santa Barbara (Kalifornien) – Nur wenige Autos sind wohl so eng mit einem Film verbunden wie der DeLorean DMC-12: In der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie (1985, 1989, 1990) reisen die beiden Hauptfiguren Marty McFly (Michael J. Fox, 59) und Dr. Emmett L. Brown (Christopher Lloyd, 82) mit einem modifizierten DeLorean-Exemplar (dessen zentrales Element der sogenannte Fluxkompensator ist) durch die Zeit und erleben dabei allerlei Abenteuer. In der realen Welt war dem Flügeltürer DeLorean DMC-12 leider kein Erfolg beschieden. Das Design dürfte dabei eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Dennoch hat nun der manchen vielleicht aus der Hot-Rod-Serie „Overhaulin’ – Aufgemotzt und abgefahrn’“ (DMAX) bekannte Designer und Tuner Chip Foose (57) in einem YouTube-Video des US-Autoversicherers Hagerty den Zeichenstift geschwungen – und zu Papier gebracht, wie der DeLorean DMC-12 aus seiner Sicht deutlich besser ausgesehen hätte. Ein gewagtes Unterfangen bei einem Fahrzeug aus der Feder des legendären Automobildesigners Giorgio Giugiaro (82).

Ein echter Hingucker: der DeLorean DMC-12. Wirtschaftlich war das Edelstahl-Auto allerdings ein Flop.

DeLorean DMC-12: Designer wagt sich an Umgestaltung des Kultautos – „Doc Brown wäre entsetzt“

Obwohl der DeLorean DMC-12 heute eine automobile Ikone ist, war er ein wirtschaftlicher Flop. Im Jahr 1975 hatte der ehemalige Vizepräsident von General Motors, John DeLorean (80, † 2005), die DeLorean Motor Company (DMC) gegründet, um einen Sportwagen zu produzieren. Heraus kam der Flügeltürer DeLorean DMC-12 mit der so charakteristischen Karosserie aus unlackiertem und gebürstetem Edelstahl. Doch grobe Qualitätsmängel, ein zu hoher Preis und nicht zuletzt der für einen Sportwagen müde Motor (ein gerade mal 132 PS starker Sechszylinder) beschertem dem in Nordirland gefertigten Fahrzeug in Verbindung mit den Folgen der Ölkrise ein vorzeitiges Aus. Und so endete die im Frühjahr 1981 begonnene Produktion schon Ende 1982. Nur wenige Monate später, im Februar 1983, wurde das Unternehmen DMC aufgelöst. Statt 20.000 Fahrzeugen wurden nur knapp 9.000 Exemplare gebaut. (Faszination Flügeltürer: Eines der bekanntesten Autos war nur in Hollywood erfolgreich)

Designer wagt Umgestaltung des DeLorean DMC-12: „War altmodisch, als es herauskam“

Das Design des Delorean DMC-12 hingegen gilt vielen als kultig Chip Foose ist dennoch der Meinung, dass man einiges hätte anders machen müssen. „Ich persönlich habe dieses Auto nie als ein futuristisch aussehendes Fahrzeug gesehenes war altmodisch als es herauskam“, sagt der 57-Jährige in dem YouTube-Video. „Ob sich heute überhaupt noch jemand an das Auto erinnern würde, wenn es den Film nicht gegeben hätte?“ In seinem Re-Design des DeLorean will Chip Foose nun jedenfalls das ausbessern, was er für Schwachstellen hält. (BMW M3 mit riesiger Niere: So würde sie ein Designer umstylen – „das ist erbärmlich!“)

Zunächst einmal bemängelt er die Spaltmaße an den Flügeltüren: „Durch die kann man ja fast schon ins Auto schlüpfen!“ Und so sind in seinem Neu-Entwurf die Abstände auf ein Minimum reduziert. Auch die „Zauberwürfel“-Heckleuchten gefallen dem 57-Jährigen nicht, weshalb er sie durch simplere, horizontal verlaufende Leuchten ersetzt. Insgesamt wird der DeLorean DMC-12 optisch in die Länge gezogen, der vordere Überhang deutlich verkürzt. Statt einer umlaufenden schwarzen Plastik-Leiste verziert Chip Foose seine Version mit einer roten Linie. Front und Heck werden etwas angewinkelt, die eckigen Doppelscheinwerfer weichen jeweils einem rechteckigen Element. Der wohl deutlichste Unterschied zum Original ist der Wegfall der „Gummi-Nase“, wie der 57-Jährige die schwarzen Frontelemente nennt. Sie werden durch ein helles Grau ersetzt – und auch an der Seite und am Heck müssen die schwarzen Bauteile den hellgrauen weichen. (Porsche-Praktikant designt 916er – Netz total aus dem Häuschen: „Bitte baut dieses Auto“)

Designer wagt Umgestaltung des DeLorean DMC-12: „Doc Brown wäre entsetzt!“

Das Ergebnis? Chip Foose findet es „cleaner“ und schöner. Ein neutrales Urteil über seinen Entwurf wird auf jeden Fall durch die ungewöhnliche Zeichenperspektive erschwert. Wohl damit er nicht zwei Zeichnungen machen muss, drehen sich sozusagen Front und Heck gleichzeitig zum Betrachter – was seinen Entwurf schon mal generell seltsam wirken lässt. Die Autofans sind von der Neugestaltung offenbar wenig angetan, wie die Kommentare unter dem YouTube-Video zeigen:

  • „Doc Brown wäre entsetzt!“
  • „Sorry, Chip, normalerweise gefallen mir deine umgestalteten Autos – aber das hier funktioniert nicht.“
  • „Wow, Chip hat das Ding ruiniert!“
  • „Das erinnert mich an die Frau, die das Bild von Jesus wie einen schimmeligen Biskuitkuchen aussehen ließ.“
  • „Der DMC-12 sieht meiner Meinung nach gut aus, die Front und das Heck sind klassisch 80er-Jahre. Daher meine ich, dass er mit seinem Re-Design daneben liegt.“
  • „Ich fang an zu schielen!“
  • „Die Zeichnung sieht so aus, wie ich als Kind Autos gezeichnet habe ... man sieht Vorder- und Rückseite gleichzeitig.“
  • „Sorry, Chip, aber man kann nichts verbessern, das bereits perfekt ist.“
  • „Die Front sieht jetzt aus wie von einem alten VW Jetta!“

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