Ab 820 Euro im Netz bestellbar

Chang Li Freeman: So fährt das billigste Elektroauto der Welt

Ein roter Changli Freeman.
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Das Elektroauto Changli Freeman gibt es auf der Website von Alibaba ab umgerechnet rund 820 Euro.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ein billigeres Elektroauto wie den Chang Li Freeman gibt es wohl nicht. Auf der Website des chinesischen Internethändlers Alibaba ist das Fahrzeug ab umgerechnet 820 Euro bestellbar. So fährt es sich.

  • Der Chang Li Freeman ist vermutlich das billigste Elektroauto der Welt
  • Ab umgerechnet 820 Euro ist der Minibus-artige Stromer beim Internethändler Alibaba bestellbar
  • Amerikanische Journalisten haben sich den Chang Li bestellt – und eine erste Fahrt damit gewagt

Changzhou – Für 820 Euro kann man sich ein Notebook kaufen. Oder ein gutes Fahrrad. Beim Internethändler Alibaba bekommt man für diese Summe gleich ein komplettes Elektroauto – made in China. Gut, die Optik des Chang Li Freeman mag nicht jedermanns Sache sein. Das Auto sieht ein wenig wie ein wildgewordenes Miniatur-Feuerwehrauto aus. Ein besonderes Schmankerl ist der dicke Bullfänger an der Front, auch der Dachgepäckträger und die bunten Aufkleber tragen zum skurrilen Auftritt bei. Hergestellt wird der Chang Li in Changzhou, einer Stadt in der chinesischen Provinz Jiangsu.

Chang Li Freeman: So viel wiegt das wohl billigste Elektroauto der Welt

Laut der Website des chinesischen Herstellers Chang Li misst das Fahrzeug 2,50 Meter in der Länge und 1,50 Meter in der Breite sowie 1,80 Meter in der Höhe. Zum Vergleich: Ein Smart Forfour EQ ist 3,50 Meter lang und mehr als 1,60 Meter breit – in der Höhe misst er dafür nur gut 1,50 Meter.

Viel Gewicht bringt der Chang Li Freeman nicht auf die Waage: Laut Hersteller sind es gerade einmal 323 Kilogramm, an Zuladung soll der Chang Li maximal 300 Kilogramm verkraften. Die Reichweite? Gibt der Hersteller mit 40 bis 100 Kilometern an.

Gewöhnungsbedürftige Optik: Der Chang Li Freeman kommt mit bunter Beklebung.

Voll aufgeladen ist der China-Stromer laut offiziellen Angaben in 7 bis 10 Stunden. Erhältlich ist der Chang Li Freeman in drei verschiedenen Motorvarianten: 800, 100 und 1200 Watt. Umgerechnet sind das 1,08, 1,35 beziehungsweise 1,63 PS. Klar ist damit auch: dieses Auto reißt keine Bäume aus – höchstens vielleicht ein Bonsai-Bäumchen. Mehr als 35 km/h Höchstgeschwindigkeit sind nicht drin, Steigungen lassen sich bis maximal 30 Grad überwinden. Angetrieben werden beim Chang Li ausschließlich die Hinterräder, verzögert wird mit Trommelbremsen.

Chang Li Freeman: Diese Extras hat das wohl billigste E-Auto der Welt an Bord

Für den Basispreis von umgerechnet 820 Euro sind sogar ein Radio (mit USB-Anschluss), ein Ventilator an der Fahrzeugdecke für Fahrer und Beifahrer und eine Heizung an Bord. Sogar über eine Rückfahrkamera verfügt der Stromer aus China. Auch ein Ladekabel ist an Bord. Der Dachgepäckträger ist eine Gratis-Zugabe. Die Farbe ist laut Website frei wählbar. Sicherheitsgurte sucht man dagegen vergebens. Wer mehr als 100 Stück des Elektro-Zwergs ordert, kann sogar die Beklebung selbst gestalten. Angepriesen wird der Chang Li auf der Website als Fahrzeug für ältere Menschen, das sich besonders gut dazu eignet, die Enkelkinder mitzunehmen.

Natürlich stellt sich bei so einem extrem niedrigen Preis die Frage: Wie fährt sich so ein Auto im Realbetrieb? Die Reporter des US-Autoportals Jalopnik haben sich den Spaß erlaubt und einen Chang Li Freeman bestellt. Am Ende kostete der Chang Li deutlich mehr als den „reinen“ Kaufpreis von rund 820 Euro: inklusive Versand und Zollgebühren legten die Amerikaner mehr als 3000 Dollar umgerechnet also mehr als 2600 Euro für den China-Stromer auf den Tisch.

Chang Li Freeman: So fährt sich das wohl billigste E-Auto der Welt

Mit an Bord war auch ein Ersatzreifen sowie zwei Außenspiegel – zum selbst montieren. Das Fahrzeug hat nur zwei Türen für die Passagiere plus eine Hecktür, mit einem minimalen Gepäckraum. Vorne gibt es eine Sitzbank für den Fahrer, hinten können sich angeblich maximal zwei Passagiere reinpressen – doch das dürfte extrem eng werden. Die Reporter des US-Autoportals Jalopnik waren beeindruckt von der allgemeinen Qualität des Billigautos. Ihre Erlebnisse mit dem Chang Li Freeman haben die Amerikaner im Video festgehalten – unter anderem ihre erste Testfahrt:

Gut ein paar Abstriche muss man beim Kauf eines Chang Li dann doch machen: so wurden beispielsweise offenbar die Sitze im Auto verschraubt ohne den Plastiküberzug zu entfernen – was unschöne Folienränder hinterließ. Doch an solchen Kleinigkeiten dürfte sich jemand, der sich einen Chang Li Freeman zulegt wohl kaum stören.

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