Auf zehn Exemplare limitiert

Brabus Rocket 900 schon gefahren: Nicht nur der Preis ist rekordverdächtig

Fahraufnahme eines Brabus Rocket 900 von schräg vorn
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Der Brabus Rocket 900 fühlt sich auf der Rennstrecke zu Hause.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Brabus setzt einem Mercedes einmal mehr die Krone auf. 900 PS, 1.050 Nm und 330 km/h Spitze drücken nur unzureichend aus, wozu der Kraftmeier in der Lage ist.

Meppen – Obwohl der Mercedes-AMG GT Viertürer als spektakulärer PS-Protz seit zwei Jahren Jagd auf BMW M8 Gran Coupé und Porsche Panamera Turbo S macht, tut er sich beim Kunden eher schwer. An der Leistung allein kann es nicht liegen, denn 639 PS sollten für die meisten der potenziellen Klienten ausreichen und eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h gibt auch kaum Grund zu meckern. Einmal mehr machen die Brabus-Techniker keine halben Sachen und hauchen ihrem 505.000 Euro teuren Prachtstück ganz eigenen Atem ein, der mehr einem Orkan gleicht. Eine Hubraumerweiterung des doppelt aufgeladenen Achtzylinders auf 4,5 Liter kitzelt aus dem Rocket jene 662 kW/900 PS heraus, die ihm seinen charakteristischen Namen geben: Brabus Rocket 900. (BMW M440i xDrive Coupé – dieser Trick am linken Schaltpaddel zündet ein Feuerwerk)

Fahrbericht Brabus Rocket 900: Nicht nur der Preis ist rekordverdächtig

Für den Brennraumzuwachs wurde eine aus dem Vollen gefräste und fein gewuchtete Kurbelwelle mit auf 100 Millimeter verlängertem Hub entwickelt. Zudem vollbringen ebenfalls aus dem Vollen gefräste Spezialpleuel sowie größere geschmiedete Kolben im Verbrennungsprozess sportliche Höchstleistungen, indem die Erweiterung der acht Zylinderbohrungen auf 84 Millimeter das entsprechende Leistungsplus generiert. Das maximale Drehmoment ist mit 1.250 Newtonmeter dank der speziellen Turbolader mit ihren bis 1,4 bar so gigantisch, das man es auf 1.050 Newtonmeter reduzieren musste, um die ohnehin verstärkte Getriebeautomatik nebst Antriebswellen standfest zu machen. (Mercedes-AMG GT Black Series: So viele Mehr-PS bringt das Werkstuning)

Brabus hat für den Rocket 900 den Hubraum von 4,0 auf 4,5 Liter erweitert.

Man sieht der Rakete auf den ersten Blick an, dass sie nicht zum Cruisen gemacht ist. Dabei kann man mit dem viertürigen Powercoupé allemal lässig dahingleiten. Doch die dicken Kotflügelbacken vorn wie hinten nebst stattlichem Heckflügel machen keinen Hehl daraus, dass der 900er Rocket ganz andere Ideen im Sinn hat. So erwacht er mit einem Druck auf den Starterknopf zu akustisch sehr präsentem Leben. Aus dem Stand geht es dank Allradantrieb und fetter Schlappen in 2,8 Sekunden auf Tempo 100. Die 200er-Marke fliegt bei knapp zehn Sekunden vorbei und die magische 300er-Grenze durchbricht die Boden-Boden-Rakete in 23,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wurde bei 330 km/h abgeregelt – weil die entsprechenden Pneus fehlen. Ansonsten wären 340 oder gar 350 km/h drin. Nur fliegen ist schöner und der Brabus Rocket 900 ist verdammt nah dran an diesem Gefühl, als wenn man auf einem Flugzeugträger ins Katapult gespannt wird. (Mercedes-AMG E 53 Cabrio 4Matic im Test: AMG-Logo und Aufpreis sind ...)

Der Pilot eines Brabus Rocket 900 waltet über 900 PS und mehr als 1.000 Newtonmeter.

Brabus Rocket 900: „Mehr Dampf bringt auch ein Bugatti Chiron nicht auf den Asphalt“

Erleben kann man das nur zum Teil im öffentlichen Straßenverkehr – zumindest nicht ohne tiefgreifende Diskussion mit den jeweiligen Ordnungsbehörden. Daher ein kurzer Abstecher auf eine weitgehend namenlose Rennstrecke im norddeutschen Niemandsland nahe Meppen. Im dortigen Racepark gibt es einen kleinen Kurs, auf dem der potente Bottroper im Grenzbereich zeigen kann und will, zu was er in der Lage ist. Schon der Imagespurt auf der Start- und Zielgeraden lässt einem wahrlich die Gesichtszüge entgleisen. Mehr Dampf bringt auch ein Bugatti Chiron nicht auf den Asphalt. Reifen und Bremsen in den ausgestellten Rennbacken dürsten nach Temperatur, ehe man in den Grenzbereich eintaucht. Dann jedoch donnert der Brabus Rocket 900 durch die flotten bis engen Kurvenpassagen: Es qualmt und raucht, wenn die äußere Schicht der Hochgeschwindigkeitsreifen beim Herausbeschleunigen in Qualm und Abrieb aufgehen und der 2,1 Tonnen schwere Bodybuilder kernig nach hinten auskeilt. (McLaren 765LT: Der 765-PS-Bolide kann sogar Feuer spucken)

Der Brabus Rocket 900 rollt vorne auf 21- und hinten auf 22-Zoll-Rädern.

An der Vorderachse kommen Monoblock-Felgen im Format 10,5 x 21 Zoll und Reifen mit 295/30 ZR 21 P-Zero-Hochleistungspneus von Pirelli zum Einsatz. Hinten sorgen 335/25 ZR 22 Reifen auf 12 x 22 Zoll-Felgen gleichermaßen für Haftung und eine spektakuläre Optik. Eine eigene Fahrwerksabstimmung legt den Viertürer in den beiden Modi Komfort und Sport um 25 Millimeter tiefer, den Rest erledigt die verbreiterte Spur. Immer wieder müssen die Hochleistungsbremsen zeigen, was sie können, um den Koloss um die enge Linkskurve nach Start und Ziel zu werfen. Dafür verbeißen sich vorne Karbon-Keramik-Bremsscheiben im Format 402 x 39 mm und hinten 360 x 32 mm mit den vier Drehkörpern. (Bugatti Divo: Basiert zwar auf dem Chiron, ist aber weniger ...)

Der Brabus Rocket 900 bietet die Qualitäten eines Super-Sportwagens für bis zu vier Personen.

Im Grenzbereich lässt sich der 5,07 Meter lange Schwabe mit Lenkrad und Gasfuß präzise in der Spur halten. Wer es jedoch zu flott angehen lässt, kommt der Betonmauer zu Beginn der Boxengasse unangenehm nah. Was für eine Rakete – was für ein Vortrieb für maximal vier Insassen, die sich auf prächtig verarbeiteten Ledersesseln über die Strecke prügeln lassen. Der Brabus Rocket 900 ist der wohl exklusivste AMG GT Viertürer, aktuell in jedem Fall der stärkste, spektakulärste und mit 505.000 Euro auch der teuerste. Dafür gibt es einen Auftritt, der einem optisch wie technisch den Atem raubt und das Publikum mehr als verstört zurücklässt. Denn mit dem Breitbau-Karosseriekit, den gigantischen 900 PS und bis zu 330 km/h Spitzentempo ist man exklusiver unterwegs als mit einem Bugatti Chiron, denn es werden gerade einmal zehn Fahrzeuge gefertigt. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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