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Aston Martin Victor: Einzigartiges V12-Retro-Supercar – doch wer ist der Besitzer?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Schulz

Einer wie keiner: Den extrem leistungsstarken und luxuriös ausgestatteten Aston Martin Victor gibt es nur ein Mal. Doch wer ist der Besitzer des V12-Supercars?

Gaydon (Großbritannien) – Ein ganz besonderes Automobil hat die schlicht Q genannte Personalisierungsabteilung des britischen Luxuskarossen-Herstellers Aston Martin gezaubert. Und auf dem Concours d’Elegance im Hampton Court Palace im Südwesten Londons vorgestellt: Was für ein Geschoss – und welche Eleganz. Nach dem Preis des unglaublichen Aston Martin Victor traut man sich kaum zu fragen. Die exklusive Kreation der Maßschneider aus Astons berühmter Q-Abteilung könnte das vielleicht abgefahrenste Supercar sein, das die Marke jemals gebaut hat. Ein Unikat ist der Victor auf jeden Fall – denn es gibt weltweit nur ein einziges Exemplar. Doch wer hat den 848 PS starken V12-Retro-Traum bestellt?

Der Aston Martin Victor von rechts vorne

Den 848 PS starken Nostalgie-Boliden gibt es weltweit nur ein Mal: Das Unikat wurde für einen ganz besonderen Kunden gebaut. © Aston Martin

Aston Martin Victor: Einzigartiges V12-Retro-Supercar gibt Rätsel auf – wer ist der Besitzer?

Die Inspiration für das sagenhafte Einzelstück der Briten lieferten zwei legendäre Modelle aus der erfolgreichen Geschichte von Aston Martin. Beide wurden zu Zeiten von Hand gefertigt, als der 2003 verstorbene Victor Gauntlett der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens war (1981 bis 1991): Der Aston Martin V8 Vantage der 1980er-Jahre und der Rennwagen Aston Martin RHAM/1, ein Aston Martin DBS V8, der für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans hochgerüstet wurde. Zu beiden Supersportwagen lassen sich optisch deutlich verwandte Merkmale feststellen. (Aston Martin Vantage F1 Edition: Zwillingsmodell des Safety-Cars für die Straße)

Äußerst auffällig ist auch die spezielle Kohlefaser-Karosserie des Aston Martin Victor. Sie erstreckt sich über die komplette Länge des Boliden – und findet ihren Abschluss in einem spektakulären Heckspoiler. Die besondere Farbgebung nennt sich „Pentland-Grün“. Sie ist von mehreren Aston-Martin-Fahrzeugen der 1970er-Jahre entlehnt, wurde jedoch eigens neu gemischt. Während Kühlergrill und Scheinwerfer des Mega-Sportlers überdeutlich an die Ära Victor Gauntlett erinnern, stammt das Design der modernen Heckleuchten aus der Gegenwart: vom seit 2019 produzierten Super-Hybrid Aston Martin Valkyrie. (Aston Martin baut Luxus-Rennsimulator: Neues Gaming-Cockpit kostet Fabel-Preis)

Der Aston Martin Victor von links hinten

Während Kühlergrill und Scheinwerfer an die Ära von Victor Gauntlett erinnern, stammen die Heckleuchten vom Aston Martin Valkyrie. © Aston Martin

Auch die edel ausgestaltete Innenausstattung des Aston Martin Victor lässt staunen. Das luxuriöse Interieur besteht aus einer schicken Kombination aus dunkelgrünem Leder, dazu Kaschmirwolle am Dachhimmel und extravagante Zierelemente aus Walnussholz sowie eloxiertem Aluminium und Titan. (Rolls-Royce Boat Tail: Teuerstes Cabrio aller Zeiten – nur ein Ehepaar wird damit fahren)

Aston Martin Victor: 7,3-Liter-V12-Motor und 848 PS – Ingenieurskunst aus One-77 und Vulcan

Ein Blick unter die Motorhaube des Aston Martin Victor offenbart, dass die Q-Techniker die bereits von Aston Martin One-77 und Aston Martin Vulcan bekannte Ingenieurskunst konsequent weiterentwickelt haben. (Ferrari 812 Competizione begeistert: Supersportwagen megaschnell auf Tempo 200)

Das edle Interieur des Aston Martin Victor

Das luxuriöse Interieur des Aston Martin Victor wird dominiert von edlem, dunkelgrünem Leder. Die Zierelemente sind aus Walnussholz. © Aston Martin

Herzstück ist selbstverständlich der Motor. Der ohnehin schon extrem leistungsstarke 7,3-Liter-V12-Motor des Aston Martin One-77 wurde vom in Northampton ansässigen Motorenhersteller Cosworth nochmals angepasst und verfeinert. Den Spezialisten ist es gelungen, nochmals ein deutliches Pferdestärken-Plus herauszukitzeln. Besaß der One-77 bereits 750 PS und 750 Nm maximales Drehmoment, sind es beim Aston Martin Victor satte 848 PS und 821 Nm. Die geballte Power wird über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder übertragen. Dies macht den Aston Martin Victor noch leistungsstärker als den Aston Martin Vulcan – und damit zum leistungsstärksten Automobil, das die britische Traditionsmarke jemals hergestellt hat. (Lamborghini noch mal mit V12-Motor – doch dessen Tage sind gezählt)

Aston Martin Victor: Individualisiertes Supercar für einen der treuesten Kunden

David King, der Leiter der Abteilung für Spezialfahrzeuge bei Aston Martin, klärt über die besondere Entstehungsgeschichte des Aston Martin Victor auf: „Wir hatten einen One-77-Prototypen mit geringer Laufleistung, der im Lager stand – und wir hatten ein paar Ideen, was wir daraus vielleicht bauen könnten.“ Einen weiteren Aston Martin One-77 zu fertigen, war nicht drin – denn das Unternehmen hatte sich dazu verpflichtet, nur 77 Exemplare herzustellen. „Also begannen wir, Ideen für das Design zu entwickeln und machten technische Machbarkeitsstudien. Der Victor ist das Ergebnis.“ (Toyota bringt 1.000-PS-Renner: So happig wird der Preis des Supersportlers)

Das Luxus-Cockpit des Aston Martin Victor

Das Luxus-Cockpit des Aston Martin Victor: Den Fahrer erwartet ein Lenkrad im Formel-1-Stil. © Aston Martin

Doch ohne Käufer natürlich kein Fahrzeug. Also kontaktierte Aston Martin seine finanzkräftigsten Fans – und wurde bei einem seiner treuesten Kunden fündig. Der Mann, Gerüchten zufolge handelt es sich um einen extrem vermögenden Belgier, war sofort Feuer und Flamme für das besondere Objekt – und bestellte den Aston Martin Victor. Die genaue Identität des Besitzers will Aston Martin, wie in ähnlichen Fällen sündhaft teurer Sonderanfertigungen von Luxus-Boliden üblich, lieber nicht preisgeben. Ebenso verhält es sich mit dem Preis: Wirklich niemand ist dazu bereit, über den Preis zu sprechen, der für das einmalige Supercar aufgerufen wurde. Es darf aber ganz entspannt von mehreren Millionen Euro ausgegangen werden.

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