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Audi A8 L Security: Diese Panzer-Limousine schützt die Bundeskanzlerin

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Von: Jan Schmidt

Angela Merkel schaut aus dem Fond eines Audi A8 L Security

Die dicken Scheiben und die Panzerung summieren sich zu einem Gewicht der Tür von über 100 Kilogramm. © Kay Nietfeld/dpa

Viele Politiker, wie etwa Angela Merkel, werden in besonders geschützten Panzer-Limousinen chauffiert. Die Bundeskanzlerin greift meist auf einen Audi A8 L Security zurück.

Berlin – Wenn’s um die gepanzerte Audi-Limousine von Bundeskanzlerin Angela Merkel geht, mauern alle: das Bundespresseamt UND der Autohersteller. Interessiert uns dann natürlich erst recht, was so ein Sicherheitsfahrzeug kann. Also haben wir ein paar Informationen zusammengetragen.

Der Audi A8 L Security der Kanzlerin vor dem Kanzleramt

Während der Bundespräsident mit dem Kennzeichen 0 – 1 gefahren wird, hat das Auto der Bundeskanzlerin das Kennzeichen 0 – 2. © Paul Zinken/dpa

Der Audi A8 L Security ist als 4.0 TFSI mit dem V8-Benziner und als W12 erhältlich. Von den Serienfahrzeugen unterscheiden sich die Security-Modelle vor allem durch den Einsatz von extrem zähen und widerstandsfähigen Materialien. So kommen für die Passagierzelle warmumgeformter Panzerstahl, Aramidgewebe, Keramik, speziell legiertes Aluminium und mehrfach laminiertes Glas für die Scheiben zum Einsatz, wobei sich die Schutzmaterialien an den Übergängen überlappen. Türfenster, Windschutzscheibe und Heckscheibe haben zudem eine splitterhemmende Polycarbonatschicht auf der Innenseite. Dank dieser Schutzvorrichtungen sind die Fahrzeuge vor Angriffen mit Schusswaffen gewappnet. (Boris Johnson und sein gepanzerter Jaguar: Diese Spezialausstattung soll den Premier schützen)

Audi A8 L Security, BMW 760 Li High Security und Mercedes S 600 Guard für Angela Merkel

Die geschützten Fahrzeuge werden in Widerstandsklassen von VR1 bis VR14 eingestuft, wobei „VR“ für „Vehicle Resistance“ steht. Die Tests der Fahrzeuge finden mit verschiedenen Kalibern statt – von der Pistole bis zum Sturmgewehr. Für die Zertifizierung sind die Beschussämter zuständig (ja, so was gibt’s tatsächlich). Der Audi A8 L Security der Kanzlerin wird in der Widerstandsklasse VR9 eingestuft. Lackiert ist der Spezial-Audi in der Farbe Havannaschwarz Metallic. Neben den Audi-Modellen stehen im Fuhrpark des Kanzleramts auch Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz S 600 Guard und BMW 760 Li High Security. (Staatskarossen: So werden die mächtigsten Menschen der Welt von ihren Autos geschützt)

Durch die Panzerung erhöht sich allerdings auch das Gewicht um rund eine Tonne oder mehr. Eine einzige Tür wiegt dadurch mehr als 100 Kilogramm (normal: ca. 20 Kilo). Für das Öffnen und Schließen von Türen, aber auch von Scheiben sind hydraulische Systeme verbaut. Neben den hohen Motorisierungen wird das Mehrgewicht vor allem durch speziell angepasste Fahrwerk-Konfigurationen kompensiert. (Brabus-Invicto „Mission“: Warum diese gepanzerte G-Klasse eine Drohne an Bord hat)

Audi A8 L Security mit Sonderextras: interne Feuerlöschanlage und explosionssicherer Tank

Neben der Panzerung haben diese Fahrzeuge oft noch weitere Extras, die man als Normalsterblicher in den Preislisten vergeblich sucht:

Als Vorsichtsmaßnahme vor zündungsgekoppelten Autobomben sind viele gepanzerte Modelle mit einer Fernbedienung ausgerüstet, über die das Fahrzeug aus sicherer Entfernung gestartet werden kann. (Audi A8 Plug-in-Hybrid: Beeindruckende Reichweite, viel Luxus – nur eines nervt )

Bei aller Schutzausrüstung muss dennoch klar sein, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Demnach ist der Dauerbeschuss aus einem Maschinengewehr selbst für geschützte Fahrzeuge gefährlich. Auch einer Panzerfaust oder gar einer Rakete haben gepanzerte Autos eher wenig entgegenzusetzen. (Shitstorm gegen Audi: „Wir entschuldigen uns für dieses unsensible Bild“)

Übrigens: Erst vor wenigen Monaten wurden drei neue gepanzerte Audi A8 L Security an Kanzleramt und Bundespräsidialamt ausgeliefert. Zu repräsentativen Zwecken werden dann auch die beiden Diplomatenkennzeichen „0 – 1“ und „0 – 2“ (offiziell Unterscheidungszeichen genannt) montiert, wobei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Staatsoberhaupt protokollarisch höherrangig ist als Kanzlerin Angela Merkel und deswegen die „0 – 1“ für sich beanspruchen darf.

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