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Filmreife Szenen in Oberbayern: Streit um Falschparker eskaliert – verärgerter Einwohner rückt mit Bulldog an

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Von: Christian Fellner

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In Kaltenbrunn ist ein Streit um einen Falschparker eskaliert. Für den Pkw endete das mit einem Totalschaden. © Polizei Garmisch-Partenkirchen

Ein kurioser Polizeieinsatz ereignete sich zum Jahresanfang in Garmisch-Partenkirchen: Aus Ärger über einen Falschparker griff ein Anwohner zur Selbstjustiz.

Kaltenbrunn – Wenn man’s bei Krimiserien wie „Hubert & Staller“ oder beim „Bullen von Tölz“ früher gesehen hätte, hätte man sich wohl gesagt: „Ah, so etwas passiert doch nie!“ Manchmal aber geht es der Polizei tatsächlich so wie in den beliebten Fernsehproduktionen.

Filmreife Szenen in Garmisch-Partenkirchen: Bulldog schiebt Falschparker weg

Das Geschehen vom Sonntagmorgen im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Kaltenbrunn hätte das Zeug für eine TV-Szene. Zum großen Durchbruch würde wohl ein Mord fehlen, den es glücklicherweise im vorliegenden Fall der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen nicht gab. Doch auch so ist er zum Schmunzeln: Hat doch ein Kaltenbrunner einem schon länger währenden Zwist mit einem Verkehrsteilnehmer ein recht interessantes Ende gesetzt.

Ein auf seinem Anwesen schon länger abgestelltes Fahrzeug schob er mit seinem Bulldog quer übers Gelände, dann über die Bundesstraße bis zum Langlaufparkplatz in unmittelbarer Nähe des stillgelegten Bahnhofs. Mit sämtlichen Begleiterscheinungen: Denn der Pkw überschlug sich beim Versuch der Beseitigung, blieb auf dem Dach liegen, verlor so einige Anbauteile, bevor er zum endgültigen Erliegen kam – und später auf Polizeianordnung abgeschleppt wurde.

Kurioser Einsatz in Garmisch-Partenkirchen: Bulldog schiebt Falschparker auf Parkplatz

Alle Tage erlebt die Polizei solche Einsätze nicht. Vielleicht wäre er auch nicht so leicht zu klären gewesen, wenn sich nicht eine Spur durch den Ort gezogen hätte. Ab dem Zeitpunkt, als sich das Opel Corsa Cabrio mitten auf der Bundesstraße überschlug und auf dem Dach liegenblieb, hinterließ es eine Fährte aus Splittern von zerborstenen Fenstern, aber auch andere Karosserieteile säumten den Weg zum Endlager des nun schrottreifen Pkw.

Auf besagtem Parkplatz an der Bahnstrecke entdeckte schließlich ein Verkehrsteilnehmer den Wagen und verständigte gegen 7:45 Uhr die Polizei. Er äußerte den Verdacht, dass es wohl einen Unfall gegeben habe. Falsch spekuliert. Nur so hatten die Dinge aber überhaupt ihren Lauf genommen. Denn die Beamten fuhren nach Kaltenbrunn und folgten dann der Spur bis aufs Anwesen des Verursachers. Für die zwischenzeitlich alarmierten Rettungsdienste wie Notarzt und Feuerwehr konnten die Polizisten schnell Entwarnung geben. Deren Erscheinen war definitiv nicht notwendig. Eher der Abschleppdienst.

Bulldog schiebt Falschparker weg: Wollte Österreicher Auto entsorgen?

Was nun wirklich geschah, das gab der Grundstückeigentümer offenbar relativ bereitwillig zu Protokoll. „Das Fahrzeug hat offenbar schon länger auf seinem Grundstück gestanden, nicht direkt in der Hofeinfahrt, aber auf einem großen Parkplatz“, betont ein Sprecher der Polizei in Garmisch-Partenkirchen. Der Kaltenbrunner hatte sogar mehrmals Kontakt zu dem Mann aufgenommen, der das Auto dort hinterlassen hatte. Dabei handelt es sich um einen Tiroler, der in einem Ort „kurz hinter der Grenze“ wohnt, wie die Polizei berichtet. Der Pkw selbst wies allerdings ein ungarisches Kennzeichen auf. Auf seine Nachrichten bekam der Grundstückeigentümer keine Antworten. Die Polizei hält es sogar für möglich, dass der Österreicher das Fahrzeug auf diesem Wege entsorgen wollte.

In jedem Fall wurde es dem Kaltenbrunner am Sonntag zu bunt. Er griff zur Selbstjustiz. „Er hat kurzen Prozess gemacht“, sagt der Polizeisprecher. Mit dem Bulldog wollte er den Pkw von seinem Grund schaffen – hinüber auf den großen Platz am Bahnhof. Doch ganz so reibungslos verlief die Entsorgungsaktion eben nicht. Am Pkw entstand nun endgültig ein Totalschaden, den die Gutachter aber auch nur noch auf rund 1.600 Euro beziffern. Und der verärgerte Kaltenbrunner muss nun mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung rechnen.

Inwieweit der Halter des Opels tatsächlich auch Probleme bekommen könnte, ist derzeit nicht klar: Er hat laut Polizei nur eine Ordnungswidrigkeit begangen, wenn das Fahrzeug keine gültige Zulassung mehr besessen hatte. Das ist aktuell allerdings noch nicht ermittelt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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