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Skandal am Zebrastreifen: Sind Fahrer teurer Autos besonders rücksichtslos?

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Von: Marcus Efler

Welche Autos halten am Zebrastreifen – und welche geben Gas? Ein ungewöhnliches Experiment in den USA liefert erschütternde Antworten.

Las Vegas (USA) – Bremst er? Bremst er nicht? Aber er sieht mich doch wenigstens, oder? So manchen Fußgänger, der den Zebrastreifen überquert oder zumindest mit dieser Absicht am Straßenrand steht, befällt angesichts eines zügig herannahenden Autos Zweifel. Die leider oft genug berechtigt sind. Denn das bereitwillige Bremsen, um einem Passanten den Vorrang zu gewähren, gehört offenbar nicht zu den Eigenschaften aller Autofahrer. (Lidar-Anbieter attackiert Tesla: Model X fährt Fußgänger-Dummys um)

Skandal am Zebrastreifen: Sind Fahrer teurer Autos besonders rücksichtslos?

Das hat das internationale „Journal of Transport & Health“-Magazin nun auch statistisch untermauert: In Las Vegas schickten investigative Reporter vier Fußgänger quasi undercover über verschiedene Übergänge. Die Probanden waren divers ausgewählt: Eine schwarze Frau, ein schwarzer Mann und dazu eine weiße Frau und ein weißer Mann.

Fußgängerüberweg in New York (Symbolbild)
Verkehrs-Brennpunkt: der Fußgängerüberweg (Symbolbild) © Stock&People/Imago

Das ernüchternde Ergebnis: Insgesamt nur 28 Prozent der 468 beobachteten Autos stoppten am Zebrastreifen, so wie es – auch in den USA – vorgeschrieben ist. Alle anderen nahmen sich die Vorfahrt. Dazu bremsten die Autofahrer eher für die weiße Frau als für den schwarzen Mann. Das ist an sich schon erschütternd genug. So richtig irritierend wird die Studie dann aber mit der Aufschlüsselung nach Automodellen. (Anwohner malt einfach so Zebrastreifen auf Straße – genervt von Verkehrssituation?)

Skandal am Zebrastreifen: Je teurer das Auto, desto rücksichtsloser

Denn je teurer das Auto, so die Beobachtungen der Reporter, desto weniger Rücksicht nahmen deren Fahrer auf die Fußgänger beziehungsweise das Gesetz. Dieses Verhalten konnten die Autoren der Studie sogar statistisch in Zahlen fassen: Für jeweils 1.000 US-Dollar, die das Modell mehr wert war, sank die Brems-Bereitschaft um drei Prozent.

Ob sich das beobachtete Verhalten tatsächlich so präzise berechnen lässt, ist schwer nachvollziehbar. Grundsätzlich aber steht das Magazin nicht allein mit seiner These: Schon eine frühere Studie aus Kalifornien zeigte ähnliche Ergebnisse. Und das nicht nur in Bezug auf Fußgänger. Grundsätzlich schienen sich die Fahrer edler, PS-starker Autos weniger an die Regeln zu halten als jene eher preiswerter Modelle.

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