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Ex-Arbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger – der Grund gibt Rätsel auf

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Von: Christian Schulz

Ein Mercedes-Benz Vito Tourer, ein Vito Mixto und ein Vito Kastenwagen (Symbolbild)

In dem betreffenden Werk im baskischen Vitoria-Gasteiz wird unter anderem der Mercedes-Benz Vito hergestellt. (Symbolbild) © Mercedes-Benz AG

Ein Ex-Arbeiter von Mercedes-Benz richtet bei einer Amokfahrt mit einem Bagger im Werk Vitoria-Gasteiz einen Millionenschaden an. Der Grund gibt Rätsel auf.

Vitoria-Gasteiz (Spanien) – Ein kaum zu glaubender Vorfall hat sich jüngst im Mercedes-Benz-Werk im baskischen Vitoria-Gasteiz ereignet. Die 65 Kilometer südlich von Bilbao gelegene Produktionsstätte im Nordwesten Spaniens ist die zweitgrößte Van-Fabrik des Daimler-Konzerns. Hier rollen sowohl der Kleintransporter Mercedes-Benz Vito als auch die Kleinbusse der Mercedes-Benz V-Klasse vom Band. Auch der eVito und der EQV werden dort gefertigt.

Das jetzige Vorkommnis verschreckt zunächst durch seine blind wirkende Zerstörungswut – es wird allerdings gerätselt, was wirklich dahinter steckt. Was war passiert? Ein ehemaliger Mitarbeiter des Mercedes-Benz-Werks in Vitoria-Gasteiz demolierte mit voller Absicht Dutzende bereits fix und fertig montierte Vans, die auf ihre Auslieferung warteten. Mit einem Bagger! Von den Mercedes-Benz Vito und Mercedes-Benz V-Klasse blieb nichts als Schrott übrig – und das direkt ab Werk. Was hat den Ex-Fabrikarbeiter zu dieser Tat getrieben? (VW Golf Variant rammt Tor von Bundeskanzleramt – darum ermittelt der Staatschutz)

Ex-Arbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger – so wurde er gestoppt

Zunächst entwendete der 38-jährige Mann kurz nach Mitternacht einen Caterpillar-Bagger von einer 21 Kilometer entfernten Baustelle. Anschließend fuhr er zur westlich des Stadtzentrums von Vitoria-Gasteiz gelegenen Fertigungsstätte seines früheren Arbeitgebers. Am Mercedes-Benz-Werk angekommen durchbrach er das Werkstor – und begann auf der Stelle sein Zerstörungswerk. Und das nicht zu knapp: Laut lokalen Medien verwandelte der ehemalige Mitarbeiter mehr als 50 nagelneue Mercedes-Benz-Vans in Totalschäden. (Hat dieser Mercedes-AMG-Rambo einen neuen Blitzer-Rekord aufgestellt? Er fährt 244 km/h statt ...)

Es wird angenommen, dass der entfesselte Bagger-Rambo in seinem Rausch noch weitere Automobile vernichten wollte – denn im Anschluss an seine Amokfahrt auf dem Parkplatz des Mercedes-Benz-Werks machte er sich schnurstracks auf den Weg in Richtung Fertigungshalle. (Genervter Mercedes-Fahrer bremst Traktor aus – und wird danach einfach gerammt. Mit Video.)

Ex-Arbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger: Erst Warnschuss kann ihn stoppen

Zum Zeitpunkt der Wut-Attacke befanden sich auf dem Werksgelände nur wenige Menschen, da um diese Zeit die Produktion ruhte. So bemerkten lediglich einige Wartungsarbeiter und die Security-Mitarbeiter, dass der 38-Jährige wahllos und in großer Zahl Vans zerstörte. Wie die Lokalpresse berichtet, konnte das eingesetzte Sicherheitspersonal den Mann erst stoppen, nachdem es einen Warnschuss abgefeuert hatte. Er wurde schließlich überwältigt, in Gewahrsam genommen und der eintreffenden Polizei übergeben. (Illegales Autorennen auf A66 – Flüchtiger Verdächtiger will Deal und behauptet: „Das war kein Rennen!“)

Der frühere Mercedes-Mitarbeiter wurde nach Beendigung seiner Amokfahrt, bei der glücklicherweise weder er noch ein anderer Mensch körperlich zu Schaden kam, wegen diverser Vergehen angezeigt. Höchstwahrscheinlich wird er sich auch vor Gericht verantworten und für sein Handeln rechtfertigen müssen. Und das könnte ihn teuer zu stehen kommen. (Kauft sich Mesut Özil Mercedes-AMG für 2,75 Millionen Euro? Der Fußball-Star deutet es zumindest an)

Ex-Arbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger: Schaden in Millionenhöhe – aus Rache?

Bislang ist unklar, wie viele Mercedes-Benz-Vans der Aktion genau zum Opfer gefallen sind – es waren allerdings sehr viele Neuwagen. So wird der verursachte Sachschaden auf bis zu 5 Millionen Euro geschätzt. Was den Mann letztendlich dazu antrieb, mit dem gestohlenen Bagger auf dem Mercedes-Werksgelände von Vitoria-Gasteiz derart zu marodieren, ist ebenfalls nicht geklärt. Sind dem 38-Jähigen schlicht die Sicherungen durchgebrannt?

Um eine vollständige Kurzschlussreaktion scheint es sich nicht gehandelt zu haben: Denn der Bagger-Rambo war entgegen anderslautender Berichte – die darüber spekuliert hatten, er sei erst kürzlich gefeuert worden – offenbar schon seit dem Jahr 2017 nicht mehr für das Unternehmen tätig. Die Polizei versucht weiter zu ermitteln, ob es sich bei der Tat um einen Racheakt gehhandelt hat – oder ob andere kriminelle Hintergründe vorliegen.

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