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Erste Hilfe bei Unfall: So viele trauen sich keine Lebensrettung zu

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Von: Christian Schulz

Bei Unfällen Verletzten zu helfen ist Pflicht. Allerdings fühlen sich laut einer ADAC-Umfrage viele von uns dazu nicht in der Lage. Zu lange liegt ihr Erste-Hilfe-Kurs zurück.

München – Ist Ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs schon wieder mehr als zehn Jahre her? Bei der Hälfte der Befragten (50 Prozent) im Rahmen einer aktuellen Umfrage des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) liegt die letzte Schulung so lange oder länger zurück. Auffrischungen fehlen viel zu oft – eigentlich unverantwortlich. Nur bei etwas über einem Viertel (28 Prozent) ist der Kurs weniger als fünf Jahre her. Viele fühlen sich dennoch unsicher. Wie geht es Ihnen, wenn es darum geht Verletzte zu versorgen – oder ihnen das Leben zu retten?

Erste Hilfe bei Unfall: So viele trauen sich laut ADAC-Umfrage nicht zu, zu helfen

Der ADAC-Umfrage zufolge glaubt ein Viertel (25 Prozent) zu Erster Hilfe aktuell nicht in der Lage zu sein. Ein erschreckender Wert – wenn man bedenkt, dass einem selbst jederzeit etwas zustoßen könnte. Wer könnte einem dann helfen? Immerhin die Hälfte der Befragten (52 Prozent) würde sie sich zutrauen. Rund ein Viertel (23 Prozent) ist sich nicht sicher. Doch Erste Hilfe bei Verkehrsunfällen ist gesetzlich verpflichtend. Bei unterlassener Hilfeleistung drohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr, erläutert der ADAC. Von der moralischen Schuld ganz zu schweigen – die muss man vielleicht für immer mit sich herumschleppen. (Rettungsgasse: So wird die Fahrspur für Einsatzkräfte korrekt gebildet)

In einem Erste-Hilfe-Kurs wird die Herz-Lungen-Wiederbelebung trainiert.
Üben für den Ernstfall: Erste-Hilfe-Kenntnisse frischt man besser von Zeit zu Zeit auf, um sie bei Bedarf sicher anwenden zu können. © Benjamin Nolte/dpa

In Gefahr müsse sich allerdings niemand bringen. Ebenso muss niemand für fehlerhafte Hilfe haften – wenn sie erkennbar in guter Absicht versucht wurde. Die Absicherung der Unfallstelle und das Absetzen des Notrufs seien aber für jeden zumutbar – auch in Corona-Zeiten. Daran erinnert der ADAC explizit. Mit der europaweit einheitlichen Notrufnummer 112 kennen nur 66 Prozent der Befragten im Fall des Unfalls die richtige die richtige Durchwahl. Ein ganzes Drittel weiß dagegen nicht Bescheid – ebenfalls ein ernüchternder Wert. Fakten, an denen sich in unser aller Interesse als Autofahrer und Verkehrsteilnehmer dringend etwas ändern sollte. (Eindeutige Botschaft: QR-Code auf Rettungswagen soll Unfall-Gaffer verscheuchen)

Erste Hilfe bei Unfall: Wüssten Sie noch, wie der Rettungsgriff genau ging?

Die vom ADAC Befragten sollten außerdem auf verschiedene Wissensfragen zum Thema Erste Hilfe reagieren. Im Schnitt konnten lediglich 55 Prozent dabei alles richtig beantworten. Beim Detailwissen zu den erforderlichen Maßnahmen waren die Ergebnisse bei der Unterscheidung richtiger und falscher Optionen allerdings noch durchwachsener. (Mehrheit der Deutschen will angeblich Tempolimit 130: Kommt es nach der Bundestagswahl?)

So erkannten zwar immerhin mehr als drei Viertel (78 Prozent) die korrekte Beschreibung des Rettungsgriffs: Arme von hinten unter den Achseln durchschieben und mit zwei Händen den Unterarm des Verletzten fassen. Doch nur etwa jeder Zehnte (12 Prozent) wusste, wann die berühmte „Stabile Seitenlage“ anzuwenden ist. Dann nämlich, wenn die verletzte Person zwar nicht bei Bewusstsein ist, aber normal atmet, so der Automobil-Club. (Gefahrenstellen im Straßenverkehr vorhersagen? Neue Smartphone-App ist große Hilfe)

Erste Hilfe bei Unfall: Spielt erhöhte Infektionsgefahr eine Rolle?

Für den Fall, dass die bewusstlose Person nicht mehr korrekt atmet, konnte nur etwa die Hälfte (46 Prozent) richtige Maßnahmen erkennen und nennen. Allerdings wussten in Zeiten von Corona sieben von zehn Befragten, dass etwa aufgrund einer erhöhten Infektionsgefahr eine Herzdruckmassage auch ohne Atem zu spenden möglich ist (70 Prozent).

Wie kamen die Umfrageergebnisse und die Datenbasis zustande: Das Institut Skopos befragte im Februar und März 2021 im Auftrag des ADAC deutschlandweit 3.631 Personen ab 18 Jahren. (Mit Material der dpa)

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