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Elon Musk lädt Gewerkschaft ein: Umdenken beim Tesla-Boss?

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Von: Simon Mones

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Hat Elon Musk seine Meinung zu Gewerkschaften geändert? Ein Angebot auf Twitter legt das zumindest nahe.

Austin – Bei so manchem Firmenboss in den USA sorgt alleine schon das Wort Gewerkschaft für Schnappatmung. Wie kritisch die Arbeitnehmervertretungen jenseits des Atlantiks noch immer gesehen werden, zeigt sich auch in der Sitcom „Superstore“ immer wieder. Alleine das Wort versetzt die Unternehmensführung bereits in Panik. Ähnlich könnte man sich wohl auch die Reaktion von Elon Musk (50) vorstellen.

Denn auch Tesla hat in der Vergangenheit immer wieder versucht, die Bildung von Gewerkschaften und Mitarbeitergremien, wie z. B. einen Betriebsrat, zu unterbinden. Wie „CNBC“ berichtete, hatte Tesla sogar einen Mitarbeiter entlassen, der sich für Gewerkschaften starkgemacht hatte. Und auch Musk selbst hatte sich 2018 auf Twitter sehr kritisch geäußert: „Nichts hält das Tesla-Team in unserem Autowerk davon ab, für die Gewerkschaft zu stimmen. Sie könnten das morgen tun, wenn sie wollten. Aber warum Gewerkschaftsbeiträge zahlen und Aktienoptionen für nichts aufgeben?“

Elon Musk lädt Gewerkschaft ein: Umdenken beim Tesla-Boss?

Inzwischen hat der Tesla-Boss seine Meinung aber offenbar geändert, zumindest scheint es so. 2021 wurde bekannt, dass die Mitarbeiter in der Gigafactory in Berlin – für die der US-Hersteller inzwischen die finale Genehmigung hat – einen Betriebsrat wählen können. Für den Wahltermin gab es jedoch Kritik von der Gewerkschaft Verdi.

Tesla-Chef besucht Fabrik-Baustelle in Grünheide. (Symbolbild)
Elon Musk scheint seine Meinung über Gewerkschaften geändert zu haben. (Symbolbild) © Christophe Gateau/dpa

Doch damit nicht genug, auf Twitter hat Musk nun erneut ein Umdenken angedeutet. Dabei hatte sich der Tesla-Chef zunächst einmal mehr über die mangelnde Wertschätzung durch den US-Präsidenten Joe Biden (79) beschwert. So betont der 50-Jährige, dass man trotz des Umzuges nach Texas die Fabrik in Kalifornien weiter ausbauen wolle.

Elon Musk lädt Gewerkschaft ein: Umdenken oder Kalkül?

Als dann ein Twitter-Nutzer das Thema Gewerkschaften anspricht, folgt die überraschende Reaktion von Musk: „Unsere wirkliche Herausforderung ist die negative Arbeitslosigkeit in der Bay Area. Wenn wir also unsere (großartigen) Mitarbeiter nicht gut behandeln und entlohnen, haben sie viele andere Angebote und werden einfach gehen. Ich möchte hiermit die UAW einladen, eine Gewerkschaftsabstimmung abzuhalten, wenn es ihnen passt. Tesla wird nichts tun, um sie aufzuhalten.“

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Bei der UAW handelt es sich um die in Detroit ansässige Gewerkschaft United Auto Workers, in der derzeit rund 400.000 Arbeitnehmer organisiert sind. Ob Musk seine Meinung zu den Arbeitnehmervertretungen tatsächlich geändert hat, dürfte jedoch fraglich sein. Denn Tesla könnte ohne eine Gewerkschaftspräsenz Gefahr laufen, künftig keine Subventionen mehr zu erhalten. Womöglich rechnet der Tesla-Boss aber auch damit, dass seine Mitarbeiter gegen eine Gewerkschaft stimmen. In diesem Fall könnte Musk dies als Argument nutzen, um Strafen gegen Tesla zu verhindern.

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