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Elektroautos: Kaufprämie wird angepasst – wegen Missbrauch

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Von: Simon Mones

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Das Bundeswirtschaftsministerium plant weitere Verschärfungen bei der Kaufprämie für Elektroautos, weil diese missbraucht wurde.

Berlin – Lange war unklar, wie es mit der Kaufprämie für Elektroautos weitergeht. Denn eigentlich wäre diese zum Jahreswechsel ausgelaufen. Doch die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP entschied sich, den Umweltbonus für Stromer noch einmal zu verlängern.

Bis Mitte 2023 sollte die Prämie nach den bestehenden Regeln ausgezahlt werden. Ab dem 1. August kommenden Jahres sollten dann strengere Regeln gelten, was die Förderung von Plug-in-Hybriden angeht. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warnte daher bereits vor einem Diesel-Schicksal für die teilelektrifizierten Fahrzeuge. Doch nun sieht sich die Bundesregierung deutlich früher zum Handeln gezwungen, denn so mancher Elektroauto-Käufer hat die Förderung missbräuchlich genutzt.

Elektroautos: Kaufprämie wird angepasst – wegen Missbrauch

Demnach wurden offenbar zahlreiche Elektroautos nach dem Ablauf der vorgeschriebenen Haltedauer von sechs Monaten ins Ausland verkauft. „Es ist nicht Sinn der Förderung, dass geförderte Autos nach Ablauf der Mindesthaltedauer regelmäßig ins europäische Ausland weiterverkauft werden und dies zu einem Geschäftsmodell für Händler und Käufer wird“, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums der „WirtschaftsWoche“.

Ein Elektroauto wird geladen. (Symbolbild)
Das Bundeswirtschaftsministerium prüft weitere Verschärfungen bei der Kaufprämie für Elektroautos. (Symbolbild) © Pau Novell/Imago

Dieses Problem habe das Ministerium erkannt und arbeite aktuell an einer Lösung. „Dabei werden wir auch die Thematik der Mindesthaltedauer in den Blick nehmen. Es wird auch eine Verlängerung der Mindesthaltedauer geprüft“, betonte der Sprecher.

Elektroautos: Veränderung bei Kaufprämie – Mindesthaltedauer bald 12 Monate?

Künftig könnte die Mindesthaltedauer dann zwölf statt bislang sechs Monate betragen, wenn sich Kunden für ein gefördertes Elektroauto entscheiden. Wer seinen Stromer vorher weiterverkauft, muss die Umweltprämie zurückzahlen. Von der Anpassung der Mindesthaltedauer erhofft sich das Bundeswirtschaftsministerium, dass ein Weiterverkauf ins Ausland weniger interessant wird, da der Wertverlust höher ist als nach sechs Monaten.

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Die neuen Regeln könnten ab 2023 gelten und sind offenbar dringend notwendig. „Rund 30.000 E-Autos dürften allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres als junge Gebrauchtwagen ins Ausland verkauft worden sein“, erklärte Stefan Bratzel, Automobilwirtschaftsprofessor und Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Demnach könnte 2021 jedes achte neu zugelassene Auto ins Ausland exportiert worden sein, wie eine Studie des CAM zeigt, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Das Institut ist entsprechend der Überzeugung, dass „der deutsche Staat die Elektromobilität im Ausland fördert“. Allein im vergangenen Jahr sollen nach Schätzungen des CAM „2021 bis zu 240 Millionen Euro an staatlichen Fördergelder für reine Elektrofahrzeuge nicht zweckgemäß verwendet“ worden sein. Doch das ist längst nicht das einzige Schlupfloch bei der Kaufprämie. Eine Gesetzeslücke ermöglicht es den Elektroautofahrern, ihr Auto zum Nulltarif zu fahren. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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