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Elektroautos in der Sackgasse? Dieses Land ist eine düstere Warnung

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Von: Marcus Efler

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Vier Stunden warten für einmal Laden: In China gerät die Infrastruktur für Stromer an ihr Limit. So steuert die Regierung gegen.

Beijing (China) – Ein Blick ins Ausland kann bei der Einschätzung der eigenen Zukunft durchaus helfen. Der Spritmangel etwa, der Großbritannien wochenlang beschäftigte, könnte durchaus auch in Deutschland zum realistischen Szenario werden, weil hierzulande die Trucker ebenfalls knapp werden. Fein raus ist dann, wer dann schon per Elektroauto unterwegs ist. Oder etwa doch nicht? (Supercharger für alle: Niederländer wollen Lade-Chaos bei E-Autos in Deutschland beenden)

Elektroautos in der Sackgasse? Dieses Land ist eine düstere Warnung

Bei der Einschätzung der Versorgungslage könnte es helfen, über die Grenzen zu schauen – in diesem Fall bis nach China. Das Reich der Mitte gehört zu den ganz großen Förderern der Elektromobilität. Denn erstens muss die Regierung dringend etwas gegen die Luftverschmutzung in den Ballungsräumen unternehmen (und auch gegen den Klimawandel, wie sie mittlerweile einsieht), zweitens verspricht sich China eine weltweit führende Rolle bei der Produktion von Elektroautos. (Elektroautos: Sofort wieder volle Akkus – Konzept aus China kommt nach Europa)

Symbol Elektroauto auf Asphalt (Symbolbild)
Trostlose Zukunft? In China zeigen sich schon die Probleme beim Laden von E-Mobilen. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Elektroautos in der Sackgasse? Engpässe schon bei 2,1 Prozent Gesamtanteil

Trotz staatlicher (mittlerweile etwas gekürzter) Subventionen fahren aber erst 2,1 Prozent aller Autos in China mit Strom – Plug-in-Hybride eingerechnet. Umso entmutigender wirken die Engpässe bei der Lade-Infrastruktur, die sich jetzt schon zeigen. Vor allem an Feiertagen, wenn viele Chinesen unterwegs sind, müssen sich Fahrer von Elektroautos teilweise extrem lange anstellen, bis sie zapfen können. (Ladesäulen-Irrsinn: Pärchen im Porsche Taycan braucht neun Stunden für nur 210 Kilometer)

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Elektroautos in der Sackgasse? Nicht zur Toilette wegen Vordränglern

Wie die landesweite englischsprachige Tageszeitung „Global Times“ berichtet, warteten sie bei der letzten Reisewelle bis zu vier Stunden, um endlich an einer Säule andocken zu können – und dann noch eine Stunde lang zu laden. Eine Autofahrerin zählte 20 Fahrzeuge vor sich. Aus Angst vor Vordränglern habe sie es nicht mal gewagt, zur Toilette zu gehen. (Elektroautos klimafreundlicher als Verbrenner? Studie widerspricht jetzt Skeptikern)

Elektroautos in der Sackgasse? China setzt auf Kernenergie

Die chinesische Regierung nennt das offiziell „Einzelfälle“, ist sich des Mangels aber offenbar bewusst – und verspricht, an den Autobahnen die Lade-Kapazität jährlich um 50 Prozent aufzustocken. Immerhin kennt das bevölkerungsreichste Land der Welt keine Engpässe bei der Produktion von Strom: Anders als Deutschland forciert es den Bau von Kern- und Kohlekraftwerken.

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