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E-Auto von General Motors brennt ab: GM will Schaden nicht bezahlen

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Von: Marcus Efler

Ein elektrischer Chevrolet Bolt brennt aus – und General Motors lässt den Besitzer auf 12.000 US-Dollar Schaden sitzen. Kann das auch Opel-Kunden passieren?

Miami – Er bezeichnet sich selbst als EVangelist: Als Autofahrer, der auf sein EV, also sein Electric Vehicle, schwört und es gegen jede Kritik beherzt verteidigt. Scott, so der vom US-Blog Electrek veröffentlichte Name des Mannes aus Miami, liebte besonders seinen Chevrolet Bolt EV: „Jedem, der es hören wollte, erzählte ich, wie toll und genial dieses Auto war“, schwärmt Scott noch heute. 21.000 Meilen, also 34.000 Kilometer, hatte der 2016 vom General-Motors-Konzern präsentierte Stromer auf dem Tacho, als Scott es ein Jahr nach dem Kauf für eine Lack-Ausbesserung in die Werkstatt brachte. (Tesla Model S Plaid brennt gleich auf erster Fahrt aus – Besitzer entkommt nur knapp)

E-Auto von General Motors brennt ab: GM will Schaden nicht bezahlen

Was dann geschah, ließ Scott doch an seinem EV zweifeln: In dem elektrischen Kompakt-Van begann es, wahrscheinlich ausgehend vom Akkupack, unter dem Kindersitz auf der Rückbank zu brennen. Die Feuerwehr, offenbar noch ungeübt bei Bränden mit Lithium-Ionen-Batterien, löschte den Wagen nur unzureichend, sodass die Flammen später noch einmal loderten. Das Ergebnis: Ein völlig ausgebranntes Auto und ein geschockter Scott, der froh war, dass niemand verletzt wurde, und der natürlich auf die Unterstützung von General Motors baute. (So brennt ein Elektroauto – „5.000 Liter mehr Löschwasser“)

Chevrolet Bolt EV, fahrend (Symbolbild)
Wegen Brandgefahr zurückgerufen: der Chevrolet Bolt EV (Symbolbild) © Jim Frenak-FPI Studios/GM

E-Auto von General Motors brennt ab – bitte nicht in Garagen parken

In dem goldglänzenden Hochhaus am Ufer des Detroit River, wo der Autoriese residiert, war die Brandgefahr durch vollständig geladene Akkus im Bolt EV nämlich bekannt. Doch zunächst hatte man gehofft, das Problem mit einem Software-Update lösen zu können, das den Ladestand auf 90 Prozent begrenzte. Erst im November 2020, und somit gut drei Monate nach dem Miami-Brand, entschloss man sich dann doch zum Rückruf von weltweit rund 69.000 Autos (51.000 in den USA), um den Akku zu tauschen. Trotzdem warnt die US-Verkehrsbehörde NHTSA Bolt-Besitzer weiterhin davor, in Garagen oder in der Nähe von Häusern zu parken. (Brennender BMW i3 sorgt für Feuerwehr-Großeinsatz: E-Auto muss ins Wasser)

E-Auto von General Motors brennt ab – Autoriese auf Konfrontationskurs

Wer aber nun meint, General Motors würde Scott schuldbewusst ein nagelneues Auto vor die Tür stellen mit einer Kiste Champagner im Kofferraum und einer Karte für lebenslanges Gratis-Laden im Handschuhfach, der irrt. Ganz im Gegenteil, der Autoriese ging auf Konfrontationskurs: Weder GM selbst noch der zuständige Autohändler antworteten auf Scotts Anrufe, so berichtet er dem Blog Electrek. Stattdessen behauptete GM per Mail, der Kunde sei nicht erreichbar. Die achtjährige Akku-Garantie half dem Mann ebenso wenig wie seine Autoversicherung: In der Police fehlte eine sogenannte GAP-Deckung („Guaranteed Asset Protection“), die eine Differenz zwischen dem Zeitwert des Autos und den Schulden für den (per Kredit finanzierten) Neuwagen ausgleicht. Kurz gesagt: Scott soll 12.000 US-Dollar, etwas mehr als 10.000 Euro, selbst zahlen. (Corvette muss in Werkstatt – später sieht Besitzer, was Mechaniker angestellt haben)

E-Auto von General Motors brennt ab – wie sicher ist der Opel Ampera-e?

So schlecht, so weit weg – nämlich in Florida. Trotzdem dürften deutsche Fahrer eines Opel Ampera-e nun ganz genau ihre Versicherungs-Unterlagen studieren. Denn dieses Elektroauto stammt aus der Zeit, als die Rüsselsheimer noch zu General Motors gehörten und ist mit dem Bolt technisch identisch. Allerdings wechselte Opel kurz nach dem Verkaufsstart zu PSA (heute: Stellantis) und die Partnerschaft mit den Amerikanern wurde gestoppt, sodass es hierzulande nur 1.500 Ampera-e gibt. Die mittlerweile auch alle von den neuen, hoffentlich ungefährlichen Akkus gespeist werden. Die aktuellen E-Modelle wie der Mokka-e (hier geht’s zum Test) haben technisch übrigens nichts mehr mit General Motors zu tun.

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