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Elektroauto: Forderungen nach Reform der Umweltprämie

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Von: Simon Mones

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Weil der Umweltbonus Ende 2022 ausläuft, könnten Käufer wegen der langen Lieferzeiten in die Röhre gucken. Erste Reform-Forderungen gibt es bereits.

Mannheim – Der Neuwagenkauf gleicht aktuell einem Glücksspiel. Denn nicht immer ist das gewünschte Auto auch zeitnah erhältlich, stattdessen heißt es warten. Und zwar teilweise bis zu zwei Jahre. Insbesondere für Käufer von Elektroautos ist das ein Problem, denn hier ist die Zulassung entscheidend dafür, wie hoch der Umweltbonus ausfällt.

Aktuell werden Elektroautos noch mit bis zu 9.000 Euro gefördert, für einen Plug-in-Hybrid gibt es bis zu 6.750 Euro. Doch der Umweltbonus wird ab 2023 neu ausgerichtet. Bei den aktuellen Lieferzeiten von fünf bis 18 Monaten kann man bei der Förderung somit schnell in die Röhre gucken, wie „t3n.de“ berichtet.

Elektroauto: Forderungen nach Reform der Umweltprämie

Daher drohe ein „Desaster“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement, Axel Schäfer. Insbesondere mit Blick auf die Elektrifizierung ganzer Flotten sei das Risiko viel zu hoch. Vielen Privatkäufern macht die Unsicherheit bei der Kaufprämie indes weniger Sorgen.

Ein Ladekabel steckt in einem Elektroauto. (Symbolbild)
Die langen Lieferzeiten der Elektroautos könnten beim Umweltbonus zum Problem werden. (Symbolbild) © Hanno Bode/Imago

Aus Sicht des Bundesverbands Fuhrparkmanagement ist daher dringend eine Reform des Umweltbonus notwendig. Eine Prüfung und Genehmigung des Antrages sollte bereits nach der Bestellung des Fahrzeugs und einer Karenzzeit von 15 Tagen erfolgen. Die Auszahlung der Prämie könnte dann nach der Zulassung des Elektroautos erfolgen. Für die Käufer hätte das den Vorteil, dass sie unabhängig von der Lieferung wissen, wie viele Fördermittel sie erhalten.

Elektroauto: Bundesverband Fuhrparkmanagement schlägt Rückzahlungspflicht bei Weiterverkauf vor

„Wenn sich nichts verändert, dann bremsen wir die Entwicklung. Schon heute werden Investitionen blockiert, das müssen wir verhindern“, bekräftigt Schäfer. Der Bundesverband Fuhrparkmanagement steht mit seiner Forderung dabei nicht alleine dar: Auch der Automobilclub Europa (ACE) hatte sich im Februar dafür ausgesprochen, dass das Kaufdatum für die Förderung ausschlaggebend sein sollte.

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Anpassungen müsse es zudem auch beim Weiterverkauf der geförderten Elektroautos geben. So befänden sich 12,4 Prozent der 2021 in Deutschland neu zugelassenen Elektroautos bereits im Ausland. Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach geht davon aus, dass „bis zu 240 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern für reine Elektrofahrzeuge nicht zweckgemäß verwendet“ worden sind. Der Bundesverband Fuhrparkmanagement hat daher eine Rückzahlungspflicht des Umweltbonus für Wiederverkäufer angeregt. Diese solle zusätzlich zur Haltepflicht gelten, die der Bund als Reaktion auf den Missbrauch verlängert.

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