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Mustang Mach-E mit Spezial-Duft: Sind Ford die Pferde durchgegangen?

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Von: Marcus Efler

Manche finden, Elektroautos sollten emotionaler sein. Aber ob die spezielle Duft-Idee, die Ford für seinen Mustang Mach-E hat, wirklich die Lösung ist?

Westhampnett (Großbritannien) – Für diese Idee gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Die Manager von Ford verfügen über viel mehr schrägen Humor, als wir bisher geahnt haben. Oder sie halten die Kunden ihres Elektroautos Mustang Mach-E (hier geht’s zum Fahrbericht) tatsächlich für so konservativ, dass die eigentlich in einem Mercedes mit Diesel besser aufgehoben wären. Autofahrer, die ja auch nur Menschen sind, lassen einfach ungern vom Gewohnten, was gerade beim Umstieg auf die Elektromobilität durchschlägt: So erreichen die Hersteller immer wieder Anfragen nach V8-Sound oder Fake-Auspufftöpfen. Was jetzt aber Ford für sein E-SUV nachliefert, stellt sie doch als ziemlich unverbesserliche Petrolheads hin. (Ford F-150 Lightning: Elektrischer Pick-up zum Kampfpreis – nur nicht bei uns)

Mustang Mach-E mit Spezial-Duft: Sind Ford die Pferde durchgegangen?

Nämlich den Geruch eines Verbrennungsmotors. „Mach-Eau“ (nicht gesprochen wie Macho, sondern: „Mach O“) heißt das Parfüm, das Ford beim britischen „Goodwood Festival of Speed“ vorstellte: „Ein High-End-Duft, der unter anderem rauchige Noten enthält sowie Anmutungen von Gummi“, erklärt Ford. Und: „Um das Erbe des Ford Mustang zu unterstreichen und den Eindruck von Pferden zu vermitteln, wurden außerdem animalische Duftelemente hinzugefügt.“ Kreiert haben es aber nicht die Ingenieure der V8-Entwicklungsabteilung, sondern Pferdezüchter. Nein, auch nicht. Aber das britische Parfüm-Unternehmen Olfiction. Die Insel-Bewohner waren schließlich schon immer weltbekannt für ihre verführerischen Eau de Toilettes. (Tesla abgehängt: In diesem Land geht der Ford Mustang Mach-E durch die Decke)

Parfüm-Flakon Ford Mach-Eau
Im Zapfsäulen-Flakon: das Ford-Parfum „Mach-Eau“ © Ford-Werke GmbH

Elektroauto mit besonderem Duft: Geruch von Benzin und Pferden

Die Schuld an diesem Quatsch gibt Ford den Autofahrern. Bei einer Umfrage hätten rund 20 Prozent angegeben, dass sie beim Umstieg auf ein Elektrofahrzeug den Benzingeruch „am meisten vermissen“ würden, und weitere 70 Prozent, dass sie das zumindest „bis zu einem gewissen Grad“ täten. „Die Ergebnisse unserer Umfrage lassen erkennen, dass die sinnliche Besonderheit von Benzinern etwas ist, auf das einige Fahrer nicht verzichten wollen. Der Duft von Mach-Eau soll ihnen einen Hauch von Kraftstoffgeruch vermitteln, nach dem sie sich immer noch sehnen“, erklärt Jay Ward, Director, Ford of Europe Product Communications. (Elektroautos: Darum müssen sie in Zukunft wieder Lärm machen)

Ford Mustang Mach-E GT, fahrend
Fehlt ihm der Spritgeruch? Ford Mustang Mach-E GT © Ford-Werke GmbH

Elektroauto mit besonderem Duft: Bislang nicht zu kaufen

Was genau die Mustang-Käufer mit dem Wässerchen anfangen sollen, ist indes noch nicht klar. Tatsächlich hinter die Ohren träufeln? Oder über die Sitzpolster sprenkeln? Und man fragt sich, welchen Geruch Ford dann seinem elektrischen Pick-up F-150 Lightning anhängt: Kühe und Cowboystiefel? Eine Hoffnung bleibt aber noch: Bislang gibt es Mach-Eau nicht zu kaufen. Vielleicht entpuppt sich das ja noch als PR-Gag, wie VWs angebliche Umbenennung in „Voltswagen“ oder jene von Citroën in Citrön. Also erst mal tief durchatmen.

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