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E-Auto selbst abschleppen – Warum das keine gute Idee ist

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Wenn Autos liegen bleiben, werden sie oftmals von einem anderen Pkw an den Haken genommen. Aber: Geht das auch bei einem Elektroauto so einfach?

München – Eine Panne hat niemand gerne – doch heutzutage hat man es zumindest etwas leichter als früher: Per Handy lässt sich schnell Hilfe rufen. In Zeiten vor der Allgegenwart des Mobilfunks hätte man andere Autofahrer ansprechen müssen – oder einen längeren Marsch zur nächsten Notrufsäule beziehungsweise zur nächsten Telefonzelle vor sich gehabt. Besonders ärgerlich ist, wenn einen der Defekt am Fahrzeug an einer unübersichtlichen oder stark befahrenen Strecke ereilt. Eine Reparatur vor Ort ist dann zu gefährlich, das Auto muss erstmal abgeschleppt werden.

E-Auto selbst abschleppen – Warum das keine gute Idee ist

Die naheliegendste Lösung ist das Abschleppen durch einen anderen Pkw. Bei einem Verbrenner-Fahrzeug mit Schaltgetriebe kein Problem, denn bei diesen lässt sich einfach der Gang rausnehmen – und so die Verbindung zwischen Motor und den Rädern trennen. Für den eigentlichen Abschleppvorgang gibt es dann aber trotzdem noch ein paar Dinge zu beachten. (Darf man im Notfall Verkehrsregeln brechen? Fünf spannende Urteile)

Laut dem ADAC ist unter anderem wichtig, dass das Abschleppseil beziehungsweise die Abschleppstange auf das Fahrzeuggewicht des Pannenautos ausgelegt ist – und dass das abzuschleppende Fahrzeug nicht wesentlich größer und schwerer als das Zugfahrzeug ist. Während des gesamten Abschleppvorgangs muss an beiden Fahrzeugen der Warnblinker angeschaltet sein. Und: Abschleppen auf der Autobahn ist nur dann erlaubt, wenn die Panne auch dort passiert ist. (Irre Abschlepp-Aktion geht viral – „das ist ja ein ganzer Konvoi!)

Eine Hand befestigt ein Abschleppseil an einem Abschlepphaken eines Autos (Symbolbild)
Verbrennerfahrzeuge mit Schaltgetriebe lassen sich problemlos abschleppen – bei E-Autos müssen Profis ran. (Symbolbild) © Agefotostock/Imago

E-Auto selbst abschleppen – Es drohen Schäden an Elektronik und Batterie

Bei E-Autos und vielen Hybriden ist so ein „normales“ Abschleppen hingegen nicht möglich, weil sich die Verbindung zwischen Motor und Rädern nicht trennen lässt. Das hat zur Folge, dass während des Abschleppens die Räder die E-Motoren drehen, die wiederum dabei Strom erzeugen. Das Problem: Wenn Strom generiert wird, während das Fahrzeug nicht betriebsbereit ist, könnten Leistungselektronik und die Traktionsbatterie Schaden nehmen, berichtet der Auto Club Europa (ACE). Auch Automatikgetriebe seien gefährdet, wenn diese durch die Räder statt durch den Motor angetrieben werden. (Tesla per Abschlepp-Aktion laden – YouTuber zeigt, ob das gelingen kann)

Liegengebliebenes E-Auto: Experten raten zu professionellem Abschleppdienst

Bleibt also ein für das selbstständige Abschleppen nicht geeignetes Auto liegen, sollte ein professioneller Abschleppdienst beauftragt werden, der dann die Räder anhebt, rät der ACE. Dessen Erfahrungen zeigen bislang allerdings, dass E-Autos ohnehin nur selten liegen bleiben, was an dem relativ niedrigen Durchschnittsalter der Fahrzeuge sowie auf die geringere Zahl fehleranfälliger Bauteile zurückgeführt wird. Generell gilt aber: Wer sich beim Thema Abschleppen unsicher ist, sollte auf jeden Fall zuerst in die Betriebsanleitung des Autos schauen. (Mit Material von SP-X)

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