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Benziner-Comeback: Gefrustete E-Auto-Fahrer kehren zum Verbrenner zurück

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Von: Marcus Efler

Die ersten Käufer von Elektro-Autos in den USA wenden sich schon wieder von ihren Stromern ab. Der Grund sollte vor allem deutschen Autoherstellern zu denken geben.

Davis (Kalifornien) – Schöne neue Elektrowelt: Teslas Aktienkurs kennt kein Halten, Politiker beschwören die Wende zur E-Mobilität, und auch manchen traditionellen Autoherstellern kann der Umstieg auf Akku-Autos gar nicht schnell genug gehen. Doch gemach: Noch ist deren Siegeszug längst nicht ausgemacht. Denn schon steigen manche Pioniere unter den Elektroauto-Käufern wieder auf Benzin-Modelle um. Jeder fünfte kalifornische Käufer eines Elektro-Autos der Jahre 2012 bis 2018 hat sich mittlerweile wieder ein Modell mit Verbrennungsmotor zugelegt, wie das National Center for Sustainable Transportation der kalifornischen Universität UC Davis herausfand. (Striktes Verbrenner-Verbot? Mehrheit der Deutschen lehnt Grünen-Forderung ab)

Ein BMW i3 fährt durch Las Vegas. (Symbolbild)

Schöne neue Elektro-Welt? Ein BMW i3 fährt durch Las Vegas. (Symbolbild) © Enes Kucevic/BMW

Benziner-Comeback: Genervte E-Auto-Fahrer kehren zum Verbrenner zurück

Den Grund für die Rückbesinnung zum Verbrenner dürfte mancher ahnen: Es ist die Unzufriedenheit mit dem Laden, und der mangelhafte Komfort von Ladesäulen. Und das nicht nur unterwegs, sondern sogar zu Hause. Das zeigt eine interessante Beobachtung der Forscher: Die Kunden, die in eine hochwertige, schnell ladende Wallbox in ihrer Garage investiert haben, waren mit ihrem Elektro-Auto zufriedener als jene, die nur langsam Strom tanken konnten. 70 Prozent der Eigner eines EV (für Electric Vehicle) nutzen zu Hause jedoch nur das lahme Laden nach Level 1 – was allerdings ein eher amerikanisches Problem ist, da es auf dem dort üblichen 110-Volt-Netz beruht. (Mehrheit der Deutschen angeblich für Tempolimit 130: Kommt es nach der Bundestagswahl 2021?)

Elektoautos an der Ladesäule (Symbolbild)

Vom Laden genervt? Elektro-Autos an der Strippe. (Symbolbild) © STPP/Imago

Benziner-Comeback: Dieses Problem beschäftigt auch deutsche Elektroauto-Fahrer

Für deutsche Autohersteller sollte das allerdings kein Grund zur Entwarnung sein – schließlich verkaufen auch sie viele ihrer Fahrzeuge in die USA. Vor allem Kalifornien gilt als regelrechtes Elektro-Mekka. Und auch unter deutschen Autofahrern, die ein EV besitzen oder es als Vorführwagen mal ausprobieren, gilt das Thema Laden als problematisch. Weniger zu Hause, da 220 Volt für das nächtliche Nachtanken eines elektrischen City-Flitzers reichen, und Langstrecken-Fahrer gleich eine leistungsfähige Wallbox mitbestellen. (Tesla macht mit E-Autos Miese – trotzdem Rekordgewinn: So bessert Elon Musk die Kasse auf)

Aber das Stromzapfen unterwegs ist oft genug ein Drama – nur Tesla hat das mit seinem Supercharger-Netz einigermaßen im Griff. Und dass Käufer eines E-Mobils nicht wie selbstverständlich auch sichere künftige E-Kunden sind, wenn das Laden nicht klappt, zeigt der Blick in die USA.

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