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Supercharger für alle: Niederländer wollen Lade-Chaos bei E-Autos in Deutschland beenden

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Von: Marcus Efler

Auf Langstrecken-Fahrten verzweifeln viele Elektroauto-Lenker bei der Suche nach einer Ladesäule. Die Firma Fastned aus den Niederlanden will nun ein Netz an deutschen Autobahnen aufbauen.

Amsterdam (Niederlande) – Als City-Mobile mögen Elektroautos die perfekte Wahl sein, aber vor längeren Strecken schrecken viele Automobilisten mit Akku noch zurück. Aus gutem Grund: Besetzte oder defekte Säulen, lange Ladezeiten, ein Flickenteppich beim Bezahlen und überhöhte Strompreise machen die Tour oft genug zur Tortur. Immer wieder geraten Reisende in ein nervenaufreibendes Lade-Drama. Letztendlich gilt die mangelhafte Infrastruktur noch immer als Bremsklotz bei der Verbreitung von E-Mobilen. Zwar bemühen sich die Hersteller mit Abo-Modellen und ihren Ionity-Ladepunkten um flächendeckende Versorgung, aber so richtig gut funktioniert bislang eigentlich nur das Supercharger-Netz von Tesla: CEO Elon Musk hat schnelles und lückenloses Laden bei seinem Geschäftsmodell von Anfang an mitgedacht. (Tesla Cybertruck kurvt durch New York: Elon Musk enthüllt Krankheit bei „Saturday Night Live“)

Supercharger für alle: Wie ein Anbieter das Lade-Chaos bei Elektroautos beenden will

Jetzt schickt sich eine niederländische Firma an, eine Ladestruktur nach Tesla-Art für alle Elektro-Mobilisten aufzubauen: Fastned aus Amsterdam, Marktführer im Nachbarland, plant ein dichtes Netz von Stationen mit vielen Ladepunkten an deutschen Autobahnen. Ziel ist das Nachladen für mehrere Hundert Kilometer Reichweite innerhalb von 20 Minuten. Die Standorte sollen weniger direkt in offiziellen Autobahnraststätten entstehen, sondern vor allem auf Grundstücken in der Nähe von Anschlussstellen. Hier soll es eigene komfortable, überdachte Pausenplätze für elektrisch Reisende geben. Die Offensive, für die Fastned derzeit noch passende Stellen und Grundstücks-Eigner sucht, ist Teil der Ausschreibung der Bundesregierung für 1.000 neue Ladepunkte bis 2023. (Elektroautos: Ist die Brennstoffzelle der bessere Antrieb als Strom aus dem Akku?)

Ladestation für Elektro-Fahrzeuge in Limburg
Bald soll es, wie hier in Limburg, flächendeckend Fastned-Stationen geben. © Fastned

Supercharger für alle: Das kostet der Strom der Niederländer

Bislang betreibt Fastned in Europa 137 Stationen, davon 19 in Deutschland, die nach eigenen Angaben zu 100 Prozent Ökostrom aus eigenen Solardächern oder lokalen Windrädern bereitstellen. Per App können die Kunden zu freien Ladepunkten navigieren, während der Kaffeepause den Ladestand abfragen und bezahlen; aber auch viele fremde Ladekarten werden akzeptiert. Mit 59 Cent pro Kilowattstunde ist der Strom nicht gerade billig – aber Vielfahrer können den Preis mittels Abo auf 35 Cent senken. (Vergleich der Langstrecken-Stromer: Deutsches E-Auto schlägt Tesla klar)

Supercharger für alle: So lange laden Elektroautos im „Fastned“-Netz

Mindestens so wichtig wie die Kosten: Die Ladedauer. Bislang bietet Fastned Standard-Säulen ab 50 Kilowatt an, sowie zunehmend Schnelllade-Säulen ab 150 Kilowatt. Mit diesem Wert lädt beispielsweise ein BMW iX3 (hier geht‘s zum Fahrbericht) in zehn Minuten Power für 100 Kilometer. Künftig will der niederländische Lade-Meister verstärkt Geräte mit bis zu 350 Kilowatt installieren. Entsprechend ausgerüstete Modelle wie der Porsche Taycan (lesen Sie hier den Fahrbericht zum Porsche Taycan Cross Turismo) können dann in 20 Minuten nahezu voll geladen werden. Jederzeit willkommen sind übrigens auch Tesla-Fahrer, die es nicht mehr bis zum nächsten Supercharger schaffen.

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