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Elektroschulbus: Härtetest in Alaska unter Extrembedingungen

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Von: Simon Mones

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In den USA werden Elektroschulbusse immer beliebter. In Alaska ist ein Bus einer Daimler-Tochter unter extremen Bedingungen im Einsatz.

Tok (USA) – In den USA sind die gelben Schulbusse aus dem Verkehrsbild nicht mehr wegzudenken. Egal ob Sonne, Regen, Wind oder Schnee, die Diesel-Busse bringen die Kinder sicher in die Schule – und das auch in abgelegenen Regionen mit extremem Witterungsbedingungen wie Alaska. Doch auch bei den Schulbussen wird immer häufiger auf Elektromotoren gesetzt.

Seit 2019 baut die Daimler-Tochter Thomas Built Busses die elektrifizierten gelben Schulbusse, in denen bis zu 81 Schüler Platz finden. Die verbaute 226-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von bis zu 138 Meilen (etwa 222 Kilometer). Da die Schulbusse jedoch nur kurze Routen zurücklegen – im Durchschnitt rund 32 Meilen (ca. 51 Kilometer) pro Schicht – ist die Reichweite kein Problem, wie auch Jalopnik.com berichtet. (Sleipnir: Diesen Offroad-Bus stoppen selbst Gletscher nicht – aber er braucht richtig Sprit)

Elektroschulbus: Härtetest in Alaska unter Extrembedingungen

Die Elektrobusse trotzen den arktischen Bedingungen dabei genauso wie ihre Diesel-Pendants. Im Schulbezirk Alaska Gateway in Tok kommt mit dem Thomas Saf-T-Liner C2 Jouley der erste und bislang einzige Elektroschulbus des Bundesstaats zum Einsatz. Trotz Temperaturen von bis zu -40 Grad Fahrenheit (-40 Grad Celsius) ist der gelbe Schulbus der Daimler-Tochter bislang immer im Einsatz gewesen. (Schnee-Chaos: VW Golf 3 schleppt Linienbus den Berg rauf – Golf-Fahrer wird zum Star)

Ein gelber Schulbus aus den USA. (Symbolbild)
Die Daimler-Tochter Thomas Built Busses baut seit 2019 auch elektrische Schulbusse. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Die Batterien sind bei diesen Temperaturen jedoch weniger effektiv. Doch auch die Verbrennungsmotoren haben mit den niedrigen Temperaturen in Alaska zu kämpfen. Sie lassen sich oftmals schwerer starten, zudem können auch die Öle dickflüssig werden und der Diesel verklumpen. Hier ist der elektrische Schulbus im Vorteil. (Tesla Model X crasht mit offener Flügeltür gegen Doppeldeckerbus – „das wird teuer“)

Elektroschulbus: Doppelt so teuer wie normale Schulbusse

Der Nachteil: Die Energie aus der Batterie wird auch benötigt, um den Schulbus innen warm zuhalten. Gerald Blackard, Miteigentümer von Tok Transportation, betonte, dass das mehr Energie verbrauche als die Fahrt an sich. Die Temperatur im Inneren muss demnach immer mindestens 40 Grad Fahrenheit (etwa 4,4 Grad Celsius) betragen, an sehr kalten Tagen wird dafür die Hälfte der Ladung der Batterie benötigt. (Schnee-Chaos: Lkw-Fahrer driftet über eisglatte Straße – er liefert Pakete wie ein Stuntman)

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Durch die Isolierung der Batterien und des Motorraums versucht Tok Transportation, so viel Wärme wie möglich im Bus zu halten. Allerdings hat der elektrische Schulbus der Daimler-Tocher Thomas Built Busses noch einen weiteren Nachteil: den Preis. Mit 400.000 US-Dollar (ca. 353.834 Euro) ist der Saf-T-Liner C2 Jouley kein Schnäppchen. Ein Schulbus mit Dieselmotor kostet nur rund die Hälfte.

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