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Würzburgs erster E-Blitzer sorgt für Lacher im Netz – „Was für eine Geldverschwendung“

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Von: Thomas Eldersch

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In Würzburg setzt man voll auf E-Mobilität. Seit kurzem gibt es dort auch einen E-Blitzer. Den Bürgern gefällt der Beitrag zum Umweltschutz nicht.

Würzburg – Einmal nicht aufgepasst und schon hat es Klick gemacht. Dann bekommt man ein paar Tage oder Wochen später Post mit einem meist recht kostspieligen Foto zugesandt. Die Rede ist von Blitzern. Häufig werden die Geschwindigkeitsübertretungen aus Autos am Straßenrand heraus erfasst. So auch in der unterfränkischen Bezirkshauptstadt Würzburg. Aber jetzt haben sich die Stadtoberen etwas Neues ausgedacht. Ab sofort wird dort aus dem E-Auto geblitzt – der Umwelt zuliebe, wie Merkur.de berichtet.

E-Blitzer in Würzburg: Stadt leistet sich E-Auto mit neuster Technik

Neuer E-Blitzer in Würzburg.
Fachbereichsleiter Dr. Uwe Zimmermann, die beiden Abteilungsleiterinnen Elke Haaf und Eva-Maria König sowie Kommunalreferent Wolfgang Kleiner (v.l.) besichtigen das neue Fahrzeug. © Christian Weiss

Auf der Internetseite der Stadt wird das neue Gefährt mit dem Satz „Umweltfreundlich zum Einsatz“ vorgestellt. Neben den bereits seit zwei Jahren eingesetzten E-Bikes soll jetzt auch ein E-Auto samt moderner Blitzanlage für die nötige Verkehrsüberwachung sorgen. Dafür wurde das „alte Blitzauto“ aus dem Jahr 2009 in den Ruhestand geschickt, heißt es weiter.

Mit dem neuen E-Messfahrzeug „genügen wir nicht nur dem richtungsweisenden Stadtratsbeschluss, vielmehr leistet die Stadt Würzburg im Bereich der Geschwindigkeitskontrollen regelrecht Pionierarbeit und nicht zuletzt einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Kommunalreferent Wolfgang Kleiner.

Neben der neuesten Laser-Messanlage TraffiStar S350, die auch in Kurven und unübersichtlichen Straßenabschnitten zum Einsatz kommen kann, biete das neue E-Auto auch Komfort für die Insassen. So schützen z. B. verdunkelte Scheiben und Vorhänge vor unliebsamen Blicken von außen. „Verkehrssicherheit und die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen einen hohen Stellenwert ein und haben oberste Priorität“, so Kleiner.

E-Blitzer in Würzburg: Bürger lassen ihren Frust auf Facebook raus

Ganz so enthusiastisch wie die Stadt Würzburg sehen es die Facebook-Follower der Stadtseite nicht. Dort ist zu lesen „was für ein Blödsinn“ und „was für eine Geldverschwendung“. Ein anderer glaubt, den Beweggrund der Stadt erkannt zu haben. „Bei so nem Projekt kann man Elektromobilität leicht realisieren. Das Fahrzeug steht ja die meiste Zeit.“ Einer fragt sogar ungläubig: „Ist das Satire?“ Ein Großteil der Kommentierenden wünscht sich zudem, dass auch Fahrradfahrer häufiger kontrolliert werden sollen. Anscheinend sind zu schnelle Radler ein echtes Problem in Würzburg.

Generell kommt der neue E-Blitzer aber nicht gut bei der Facebook-Gemeinschaft an. Viele halten das Projekt für Steuergeldverschwendung. Außerdem sei ohnehin in der Stadt alles viel zu teuer geworden. So zieht eine Followerin Konsequenzen: „Noch ein Grund mehr, Würzburg zu meiden! Inzwischen gibt es auch außerhalb der Stadt genug Möglichkeiten, um seine Einkäufe/ Arztbesuche … zu erledigen.“ Ein anderer stimmt ihr zu. „Der rote Teppich für Amazon. Macht die Stadt halt noch unattraktiver für Leute von außerhalb.“

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