1. 24auto
  2. News

Elektroautos werden unbeliebter – das steckt hinter der verblüffenden Trendwende

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Neue Umfragen zeigen: Weniger Autofahrer als zuvor möchten ein Elektromobil kaufen. Daher rührt das wachsende Misstrauen gegen Stromer.

Ostfildern – Es läuft für Elektro. Die Verlängerung der aufgestockten Umweltprämie ist geklärt, die neue Regierung will die Attraktivität von Stromern, auch dank Ladenetz-Ausbau, weiter steigern und bis 2030 mindestens 15 Millionen von ihnen in den Verkehr bringen. Und schon heute sichert auch auf Langstrecke ein dichtes Netz an Säulen nahe der Autobahn schnelles Nachladen. (Audi Q4 e-tron gegen Ford Mustang Mach-E: Wer gewinnt das Duell der Elektro-SUV?)

Elektroautos werden unbeliebter – das steckt hinter der verblüffenden Trendwende

Vieles deutet also auf einen glatten Siegeszug der Elektromobilität hin, zumal die EU-Kommission Verbrennungsmotoren mit klimaschädlichen Emissionen verbieten will und auch immer mehr Automarken wie Audi komplett umschwenken. Doch nach einer neuen Umfrage sieht es nun so aus, als hätten Gesetzgeber und Hersteller die Rechnung ohne den Wirt – besser: den Kunden – gemacht.

Zwar stieg laut der Erhebung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) die Zahl jener Autofahrer, die sich intensiv mit dem Thema Elektromobilität beschäftigen, auf 39 Prozent – das sind satte zehn Prozentpunkte mehr als noch im Herbst des Vorjahres. (Elektroauto-Boom: Hier gibt es die meisten Stromer)

Elektroautos werden unbeliebter – Rückgang des Kauf-Interesses statt Steigerung

Gleichzeitig sank laut DAT jedoch die Zahl jener, die dann beim nächsten Autokauf tatsächlich einen Stromer erwägen, um vier Prozentpunkte auf 43 Prozent. Einen ähnlichen Trend erkennt die Wirtschaftsberatung Deloitte: In einer repräsentativen Umfrage mochten nur noch 41 Prozent der deutschen Autohalter künftig den Elektroantrieb favorisieren – zwei Jahre zuvor waren es noch über 50 Prozent.

Ein Elektroauto lädt an einer Ladestation. (Symbolbild)
Nach wie vor bremst die Unsicherheit beim Thema Laden die Kaufbereitschaft für E-Autos. (Symbolbild) © Martin Gerten/dpa

Über 40 Prozent sind zwar immer noch ordentliche Werte, aber sie sind eben ein Rückgang statt des von der Politik erhofften kräftigen Aufschwungs. (Audi räumt mit Elektroauto-Mythen auf: Was stimmt wirklich?)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können

Elektroautos werden unbeliebter – Skepsis bei Reichweite und Umweltschutz

Mögliche Erklärung dieses scheinbaren Paradoxons: Vor allem die staatliche Förderung von bis zu 9.670 Euro hatte wohl dazu geführt, dass sich mehr Autofahrer erstmals mit dem Thema überhaupt befassen – doch was sie sehen, gefällt ihnen nicht. Vor allem Skepsis bei den Themen Lade-Infrastruktur, Werterhalt, Reichweite und Umweltschutz, etwa beim Recycling der Akkus, bremst die Elektro-Euphorie.

Übrigens scheint die nachlassende Begeisterung für Stromer kein rein deutsches Phänomen zu sein: Laut Deloitte sinkt sie in den USA, China und Japan ebenfalls.

Auch interessant

Kommentare