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Elektroautos: Rätselhafter Schwund beim Bestand – wegen Tesla?

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Von: Marcus Efler

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Die Zulassungszahlen von Elektroautos steigen rasant, aber ihr Bestand auf den Straßen wächst deutlich langsamer. Experten haben einen Verdacht, woran das liegen könnte.

Inflation bei Neuwagen-Preisen? Nervige Lieferzeiten? Hohe (wenn auch aktuell wieder sinkende) Kraftstoff-Kosten? Egal: Das Auto boomt, und der Pkw-Bestand auf Deutschlands Straßen steigt immer weiter. Wie das DAT-Barometer der Deutschen Automobil Treuhand zeigt, sind derzeit 48.733.413 Pkw zugelassen, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs um 0,2 Prozent oder rund 85.000 Autos entspricht.

Elektroautos: Rätselhafter Schwund beim Bestand – wegen Tesla?

Teslas an einer Ladestation
Wo sind sie hin? Teslas an einer Ladesäule. (Symbolbild) © Norbert Schmidt/Imago

Pkw mit Verbrennermotoren sind mit einem Minus von jeweils zwei Prozent leicht rückläufig. Aktuell fahren 63 Prozent aller Pkw mit Benzin, 30 Prozent mit Diesel. Die Zahl der zugelassenen Pkw mit elektrifizierten Antrieben hat von Oktober 2021 bis Oktober 2022 hingegen um 38 Prozent zugelegt: Ihr Gesamtanteil beträgt nun sieben Prozent. Vor allem batterieelektrische Pkw (BEV) sind derzeit gefragt, gefolgt von Plug-in-Hybriden, deren Förderung per Umweltprämie 2023 allerdings endet.

Elektroautos: Mehr als 50.000 Stromer fehlen auf der Straße

Bei dem von Boom Fahrzeugen mit E-Motor zeigt sich indes eine merkwürdige Entwicklung: Auf Deutschlands Straßen sind noch immer deutlich weniger unterwegs, als es die Neuzulassungen laut KBA eigentlich erwarten lassen würden. Bei den reinen Stromern wurden 272.473, bei Plug-in-Hybriden (PHEV) nämlich 215.647 Neuzulassungen gezählt. Im Bestand fehlen in Deutschland rechnerisch 50.288 BEV und 36.600 PHEV.

Laut DAT verschwinden Autos üblicherweise hauptsächlich wegen Abmeldungen, Exporten, Totalschäden und endgültigen Stilllegungen. Bei Elektroautos schlägt aber womöglich noch ein besonderer Effekt durch, wie das Bergisch Gladbacher Center of Automotive Management (CAM) vermutet: ein unerwünschtes, aber legales Geschäftsmodell mit der Umweltprämie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Elektroautos: Lässt der Tesla-Trick so viele Stromer verschwinden?

Dabei verleasen oder verkaufen Händler E-Autos, vornehmlich Tesla-Modelle, und profitieren von der staatlichen Förderung in Höhe von 6.000 Euro. Nach sechs Monaten gibt der Kunde das Auto zurück, und der Händler verkauft es als jungen Gebrauchten mit Gewinn ins Ausland weiter – womit es von deutschen Straßen wieder verschwindet.

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Um diese Trickserei auf Kosten der Steuerzahler einzudämmen, plant die Bundesregierung schon seit geraumer Zeit eigentlich, die Haltedauer auf ein Jahr zu verdoppeln. Geschehen ist das aber bislang noch nicht.

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