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E-Auto-Zulassungen überholen Diesel – zwei Kundengruppen lösen Boom aus

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Von: Marcus Efler

Autos mit Elektromotor überholen Dieselmodelle bei den Neuzulassungen: Zwei Kundengruppen sind besonders für den E-Auto-Boom verantwortlich.

Flensburg – Jahrzehntelang war er der unangefochtene Lieblings-Antrieb der Deutschen. Er steckte in fast jedem SUV, in sehr vielen Limousinen, Kompaktwagen und zunehmend auch Kleinwagen: Der Diesel. An der Zapfsäule kostet dieser Sprit weniger Steuern als Benzin, die Autoindustrie sah in Dieselmodellen lange Zeit das Allheil-Mittel, um die Brüsseler CO2-Vorgaben zu erfüllen. Selbst die Schummel-Skandale um die Emissionen konnten den Selbstzünder nicht bremsen. Doch jetzt ist es passiert: Im April dankte die ewige Nummer eins unter den Antrieben ab, neuer König der Zulassungs-Statistik ist das Auto, das elektrisch fahren kann. (Vergleich der Langstrecken-Stromer: Deutsches E-Auto schlägt Tesla klar)

E-Auto-Zulassungen überholen Diesel – zwei Kundengruppen lösen Boom aus

Insgesamt registrierte das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im April 50.804 Zulassungen von Fahrzeugen mit Stecker – die also ein E-Kennzeichen tragen. Klassische Diesel-Modelle brachten es auf 50.195 Zulassungen. Reine Elektrofahrzeuge unter den E-Pkw verzeichneten 23.816 Zulassungen: ein sagenhaftes Plus von 413,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Modelle mit Plug-in-Hybrid wurden 26.988 mal zugelassen, eine ebenfalls beeindruckende Steigerung von 380,4 Prozent. (Dacia Spring: Billig-E-Auto vielleicht sogar zu teuer – steckt ein Trick dahinter?)

Elektro-Pkws des Typs VW E-Up (angeschnitten) beim Laden. (Symbolbild)
Treiber des Elektro-Booms: Kleine Stromer wie der VW E-Up. (Symbolbild) © Uli Sonntag/Volkswagen

E-Auto-Zulassungen überholen Diesel – sagenhafte Steigerung

Beide Arten von Autos mit E-Kennzeichen boomen also – allerdings dank unterschiedlicher Kunden. Der reine Elektro-Pkw, auch BEV („Battery Electric Vehicle“) genannt, lockt derzeit vor allem private Autofahrer, die von der Innovationsprämie von bis zu 9000 Euro netto zum Kauf aninimiert werden. Einen regelrechten Hype erleben elektrische Kleinwagen als Zweit- oder Cityfahrzeug, wie der mittlerweile ausverkaufte VW E-Up. Dazu addiert sich eine wachsende Zahl von Elektro-Fans, die sich einen teuren Tesla oder einen der zahlreichen neuen Akku-Autos einer deutschen Premiummarke gönnen. (Škoda Octavia Combi iV: So viel Kofferraum geht für den Hybrid-Antrieb verloren)

E-Auto-Zulassungen überholen Diesel – diese Kunden schwenken um

Auch die sogenannten PHEV (für Plug-in Hybrid Vehicle) profitieren von staatlicher Förderung – hier allerdings vor allem in Form der halbierten Dienstwagen-Besteuerung. Manager und Verkäufer, die als Firmenwagen bislang fast schon automatisch einen Diesel orderten, schwenken in großer Zahl auf eine Limousine mit Plug-in-Hybrid um. Dies ist allerdings eine zweischneidige Angelegenheit: Da viele dieser Hybridfahrer nach wie vor lieber Sprit als Strom tanken, ist dem Klima mit dieser Autoklasse nicht wirklich geholfen. Das KBA nutzt für seine Bilanz natürlich die offiziellen, sehr niedrigen Verbrauchswerte der PHEV  – und errechnete dank des Elektrobooms eine CO2-Ersparnis von insgesamt 16,3 Prozent.

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