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Mobiles Nachladen: Schnelle Hilfe, wenn der E-Auto-Akku leer ist

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Von: Sebastian Oppenheimer

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E-Autos mit leerem Akku müssen an stationären Ladesäulen oder Wallboxen geladen werden. Doch was, wenn gerade keine in der Nähe ist?

München – Zu geringe Reichweite, zu lückenhafte Ladeinfrastruktur – diese beiden Argumente werden in Diskussionen gerne ins Feld geführt, wenn es um das Thema Elektroauto geht. Und tatsächlich ist die Angst, mit einem leeren Akku liegenzubleiben nicht ganz unbegründet – denn dann ergibt sich ein großes Problem: Wie bekommt man genügend Strom in die Batterie, um zumindest zur nächsten Ladestation zu kommen? Bei einem Verbrenner reicht ein Kanister Sprit. Doch für das E-Auto gibt es inzwischen ähnliche Lösungsansätze.

Mobiles Nachladen: Schnelle Hilfe, wenn der E-Auto-Akku leer ist

Schon früh war das Lade-Problem bekannt, deshalb kamen Ansätze für E-Auto-Wechselakkus auf: Bereits 2007 gründete beispielsweise der Ex-SAP-Manager Shai Agassi das Unternehmen Better Place. Der Plan war, eine flächendeckende Infrastruktur für den Austausch von E-Auto-Akkus aufzubauen – das Unterfangen scheiterte, 2013 stellte die Firma einen Insolvenzantrag. Nahezu alle Hersteller setzen inzwischen auf fest verbaute Akkus. Eine Ausnahme ist der chinesische Hersteller Nio: Die Fahrzeuge der Marke können Wechsel-Akku-Stationen anfahren, in denen die leere Batterie nahezu vollautomatisch gegen eine volle getauscht wird.

Akku-Tausch-Station von Nio
Battery Swap Station: In wenigen Minuten will Nio hier die Akkus seiner E-Autos tauschen. © Nio

Mobiles Nachladen: Chinesischer Hersteller Nio setzt auf Wechsel-Akkus

Eines der größten Probleme am Wechsel-Akku-System: Wenn jeder Hersteller seine eigenen Akku-Wechsel-Stationen aufbaut, würde das eine Unzahl solcher Stationen bedeuten. Und es wäre wohl auch nur wirtschaftlich umsetzbar, wenn jeder Akku einer Marke identisch wäre. Damit so etwas funktionieren könnte, müssten sich die Hersteller auf wenige „genormte“ Akkus einigen, die dann an allgemeinen Stationen bei jedem E-Auto getauscht werden könnten. Danach sieht es im Moment allerdings nicht aus. Und ob sich das Nio-Wechsel-System in Europa durchsetzen kann, steht ebenfalls noch in den Sternen. (Elektroautos ohne Strom: So viele Ladesäulen fehlen in Deutschland)

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Mobiles Nachladen: Power-Bank für Elektroautos von ZipCharge

Deswegen machen sich nun einige Unternehmen Gedanken über mobile Ladelösungen, die zum Einsatz kommen könnten, wenn ein E-Auto liegenbleibt. So hat das britische Start-up ZipCharge beispielsweise eine Art Power-Bank für Elektroautos entwickelt. Beim ZipCharge Go handelt es sich quasi um eine Batterie in Form eines schicken Rollkoffers. Einmal angedockt, soll das Gerät in 30 bis 60 Minuten genügend Strom für eine Zusatzreichweite von 32 bis 64 Kilometern in die Zellen pumpen.

Ein ZipCharge-Akku lädt ein Elektroauto.
Mit einer Art Akku-Rollkoffer will das Start-up ZipCharge E-Auto-Fahrern die Reichweitenangst nehmen. © Instagram (zipcharge.global)

Mobiles Nachladen: Erweiterbares Akku-Lade-System von Spark-Charge

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das US-Unternehmen Spark Charge: Deren mobiles Ladegerät „Roadie“ lässt sich ebenfalls im Kofferraum transportieren. Der „Roadie“ ist sogar erweiterbar: Mehrere Akku-Pakete lassen sich zusammenschalten. So soll man einen Stromer auch laden können, wenn keine direkte Lademöglichkeit per Kabel zu Hause vorhanden ist. Allerdings ist fraglich, wer die schweren Akkus täglich aus seinem Haus oder der Wohnung zum Auto schleppen oder rollen möchte.

Mobiles Nachladen: eTree bringt den Strom per Lademobil zum Kunden

Und weil nicht jeder sicherheitshalber permanent einen Batterie-Koffer im Auto spazieren fahren möchte – ist ja schließlich auch kein unerhebliches Zusatzgewicht – gibt es inzwischen mobile Nachlade-Dienste. Ein Unternehmen, dass diesen Gedanken in Deutschland umsetzen möchte, ist das Stuttgarter Start-up eTree Mobility GmbH. Per App soll der Kunde für sein leer gefahrenes Auto ein mobiles Ladefahrzeug rufen können, das sein Fahrzeug lädt, während er etwa auf einer geschäftlichen Besprechung ist der im Restaurant sitzt. Noch im Frühjahr soll der Service laut Medienberichten an den Start gehen. (Feuer im Elektroauto: Wie groß ist die Brandgefahr für Stromer wirklich?)

Spark Charge hingegen hat mit dem Service „Charge up“ ein solches Angebot bereits gestartet. Laut einem Werbevideo der Firma soll der Service, der in einigen größeren US-Städten verfügbar ist, für 25 US-Dollar monatlich zu haben sein. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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