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E-Fuels nur für Reiche? Studie schockiert Fans von Verbrennungsmotoren

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Von: Marcus Efler

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Sind E-Fuels eine Alternative zum Elektroauto? Eine Studie bremst die Hoffnung, dass sie den Verbrennungsmotor retten könnten.

Bochum – Die Diskussion um klimaneutrale synthetische Kraftstoffe, die als künftige Alternative zum Elektroauto bei Verbrenner-Fans hoch im Kurs stehen, wogt hin und her. Typisches Beispiel dafür sind die Aussagen von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (51, FDP), der ihnen in einem Interview erst eine Absage für den Autoverkehr erteilte – um dann nach harscher Kritik wieder etwas zurückzurudern. (BMW baut weiter Verbrenner: Vorstand verrät Details zu neuen Motoren)

E-Fuels nur für Reiche? Studie schockiert Fans von Verbrennungsmotoren

Ob die Produktion ökologisch sinnvoll ist, gilt als eine der entscheidenden Fragen. Eine andere sind die Kosten, mit denen Autofahrer rechnen müssten, wenn sie die sogenannten E-Fuels tanken. Die Sportwagen-Marke Porsche, die wie auch einige japanische Hersteller auf den künstlichen Sprit setzt, hatte schon mal Anhaltspunkte genannt: Für die Megawattstunde Energie, die für die Erzeugung von E-Fuels notwendig ist, rechnet die Volkswagen-Tochter bei ihrer chilenischen Pilotanlage langfristig mit 15 Euro (statt bislang 34 Euro). Aber selbst dann noch sei der Liter deutlich teurer als Sprit aus Erdöl. (Algen-Sprit: Hat der Verbrenner damit doch noch eine Zukunft?)

E-Fuels nur für Reiche? Institut rechnet mit heftigen Preisen

Nun schockiert eine Studie, an der das Fraunhofer Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) beteiligt war, die Anhänger des beispielsweise auf Methan basierenden künstlichen Sprits: Im Jahr 2030 könne eine Megawattstunde mehr als 100 Euro kosten, und auch 2050 sei kein deutlich geringerer Preis zu erwarten. Die Preise würden also nicht fallen, sondern im Gegenteil auf das Dreifache ansteigen. (E-Fuels so gut wie Super? Synthetischer Sprit im Porsche-Vergleich)

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Synthetischer Diesel steht auf einer Tanksäule. (Symbolbild)
Klima-, aber nicht kostenneutral: Künstlich erzeugter Kraftstoff. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

E-Fuels nur für Reiche? Transport-Aufwand erhöht Kosten

Grund dafür seien unter anderem der hohe Aufwand für den Transport aus sonnenreichen Ländern Afrikas oder dem Mittleren Osten, wo eine solar-basierte Methan-Produktion überhaupt Sinn ergeben würde. Wie hoch dann letztlich der Literpreis jenes Sprits sein würde, der die grüne Energie dann enthält, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der prozentualen Beimischung.

Allerdings zeichnet sich immer mehr ab, dass E-Fuels, und damit die Fahrt per Verbrennungsmotor ein Vergnügen vermögender Sportwagen-Fans wird. Wer also jetzt schon über hohe Spritpreise klagt, sollte sich schon mal auf harte Zeiten gefasst machen.

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