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Autoexperte sieht Brennstoffzelle und E-Fuels „momentan nicht im Pkw“

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Haben Brennstoffzelle und E-Fuels gegen den Elektroantrieb im Auto eine Chance? Branchenexperte Stefan Bratzel hat zu dem Thema eine klare Meinung.

Immer mehr Autohersteller schwören dem Verbrenner ab – und setzen auf Elektroantriebe. Dennoch gibt es immer noch viele Vorbehalte gegen rein batterieelektrische Antriebe – viele Deutsche wünschen sich laut einer Umfrage Wasserstoff als Antriebsart der Zukunft. Einige Hersteller tüfteln auch weiter an der Brennstoffzelle beziehungsweise an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren, andere wiederum setzen auf E-Fuels – also synthetischen Sprit. Doch Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, sieht in naher Zukunft weder die Brennstoffzelle noch E-Fuels als gängige Antriebe für Pkw.

Autoexperte sieht Brennstoffzelle und E-Fuels „momentan nicht im Pkw“

Wie Autoexperte Bratzel in einem Interview mit dem ADAC erklärte, sehe er aktuell weder die Brennstoffzelle noch E-Fuels in Pkw. Generell seien E-Fuels zwar zukünftig interessant – „aber wir glauben, dass sie in Flugzeugen oder Schiffen sehr viel besser angewandt sind als im Pkw-Bereich“. Sollten in 15 Jahren große Anlagen zur Produktion von E-Fuels zur Verfügung stehen, könne man noch einmal darüber nachdenken, ob das eine praktikable Lösung sei, so der Experte. „Aber wir müssen jetzt etwas tun und können nicht warten, bis E-Fuels zu einem konkurrenzfähigen Preis da sind.“ Denn aktuell ist die Produktion von E-Fuels noch ziemlich teuer – und laut einer Studie soll das auch erstmal so bleiben.

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Brennstoffzelle: Auch das Fraunhofer-Institut glaubt nicht mehr an den Durchbruch im Pkw

Ein großes Problem der Wasserstoff-Antriebstechnik ist im Moment vor allem auch die fehlende Infrastruktur – wobei sich zuletzt ein großer H2-Tankstellenbetreiber stattliche Finanzmittel für den Ausbau sicherte. Doch selbst das renommierte Fraunhofer-Institut glaubt nicht mehr an den Durchbruch der Brennstoffzelle im Pkw.

Beim Thema E-Fuels ist inzwischen ebenfalls ordentlich Sand im Getriebe. Denn während sich beispielsweise BMW die Option Verbrennungsmotor weiter offenhalten will und Porsche sich mittlerweile sogar an der Produktion von E-Fuels beteiligt, sehen Hersteller, die voll auf E-Autos setzen, diese Art von Technologieoffenheit kritisch. Im Streit darüber haben inzwischen Stellantis und Volvo den europäischen Branchenverband ACEA („Association des Constructeurs Européens d‘Automobiles“) verlassen – dabei handelt es sich um den wichtigsten Lobbyverband der Automobilbranche.

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