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Wasserstoff statt Akku: Toyota Mirai vervielfacht Absatz – das steckt dahinter

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Von: Marcus Efler

Elektroautos müssen nicht zwangsläufig per Akku unterwegs sein: Toyota etwa setzt nach wie vor auch auf die Brennstoffzelle. Sein Mirai verblüfft jetzt mit wachsender Beliebtheit.

Köln – Ist das Rennen um das beste Konzept für Elektroautos doch noch nicht entschieden? In der letzten Zeit sah es so aus, als ob sich vor allem der Akku als Stromspeicher durchsetzen würde. Beispielsweise propagiert der Volkswagen-Konzern das BEV (Battery Electric Vehicle) als einzig sinnvolle Antriebsart der Zukunft. Und selbst Toyota scheint umzuschwenken: Die Japaner, die mit VW um den ersten Platz unter den Autoherstellern kämpfen, hatten bislang ausschließlich auf Autos mit Brennstoffzelle gesetzt (FCEV, Fuel Cell Electric Vehicle) – und wollen jetzt doch eine BEV-Offensive starten. (Hyperion XP-1: In dieser Brennstoffzellen-Flunder steckt NASA-Technologie)

Wasserstoff statt Akku: Toyota Mirai vervielfacht Absatz – das steckt dahinter

Allerdings verfolgt Toyota das Konzept, bei dem eine Brennstoffzelle den mitgeführten Wasserstoff in Strom umwandelt, ausdrücklich weiter. Und könnte damit sogar richtig liegen, wie die aktuellen Verkaufszahlen des FCEV-Modells Mirai zeigen. Das ist mittlerweile in seiner zweiten Generation unterwegs (hier geht’s zum Fahrbericht), und die scheint recht gut anzukommen.

Ein Toyota Mirai auf dem obersten Parkdeck (Symbolbild)
Bislang setzt Toyota, wie hier im Mirai, auf die Brennstoffzelle. (Symbolbild) © Toyota

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden allein in Deutschland nämlich immerhin 222 Mirai (dt.: Zukunft) zugelassen. Das klingt zunächst nicht besonders spektakulär – allerdings erreichen auch manche Akku-Autos keine viel größeren Zahlen. Richtig beeindruckend ist auf jeden Fall das Wachstum: Im kompletten Jahr 2018 brachte Toyota hierzulande gerade mal 54 Exemplare des Vorgänger-Modells an die Kunden (vorrangig Behörden und Firmen mit Öko-Anspruch) und im Jahr darauf auch nur 67. Im vergangenen Jahr wurde sogar kein einziger Mirai mehr zugelassen, was aber vor allem daran lag, dass Toyota in Erwartung des Nachfolger-Modells den Vertrieb so gut wie einstellte. (BMW plant Wasserstoff-Auto – gehört dann der iX3 mit Akku zum alten Eisen?)

Wasserstoff statt Akku: Toyota Mirai vervielfacht Absatz – auch BMW und Hyundai dabei

Auf jeden Fall gibt nun die Wiederauferstehung des knapp 64.000 Euro teuren Mirai all jenen Herstellern Auftrieb, die auch weiterhin bei Elektroautos nicht ausschließlich auf Akku-Technologie setzen. Dazu gehören etwa auch BMW und Hyundai. Die Koreaner zeigten gerade auf der IAA Mobility eine spektakuläre Studie.

Denn die Strom-Erzeugung an Bord per Brennstoffzelle hat zwar einige Nachteile – etwa das dünne Tankstellen-Netz oder die schwierige klimaneutrale Erzeugung von Wasserstoff –, aber auch eindeutige Vorteile: allen voran Reichweite und Tankzeit, die sich kaum von der von Verbrennungsmotoren unterscheiden. Vor allem für Lkw gilt Wasserstoff als gute Alternative zu tonnenschweren Akkus. Das Beispiel des Mirai zeigt, dass man ihn auch für Pkw nicht abschreiben sollte.

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