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Student klaut bei BMW: Fast 200 Diebstähle – als Grund gibt er an, dass ...

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Von: Christian Schulz

Ein Student mit Freude an Technik hat den BMW-Konzern systematisch bestohlen. Irgendwann fliegt alles auf. Doch wieso hat er das getan?

München – Das Jugendschöffengericht München verurteilt einen jungen Studenten zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung, weil er seinen ehemaligen Arbeitgeber BMW anfangs sporadisch und später systematisch bestiehlt Der 23-Jährige kann seine Finger nicht bei sich behalten – und greift immer wieder zu. Am Ende erleichtert er den Konzern um einen Gegenwert von rund 90.000 Euro. Allerdings ist ihm das, zumindest zu Beginn, nicht so wirklich bewusst. (Das Logo von BMW zeigt gar keinen Propeller, sondern ...)

Student beklaut BMW: Fast 200 Diebstähle – doch die Sache hat einen Haken

Denn es fängt alles klein an – und scheinbar wenig problematisch. Der Informatikstudent jobbt ganz normal beim bayerischen Autohersteller. Dort schlachtet er in der Verschrottung Autos aus. Manche Teile macht er allerdings nicht unbrauchbar – sondern nimmt sie kurzerhand mit nach Hause. Es fängt mit kleineren Teilen an und wird immer gewagter – bis es schließlich ganze Computer-Geräte im Wert von tausenden Euro sind. Unter dem Strich begeht der Werkstudent zwischen März 2018 und Februar 2019 fast 200 Diebstähle. (Brutalo-Crash: BMW M2 endet als Totalschaden – „Ich würde mal sagen, die Litfaßsäule hat gewonnen“)

Nach einiger Zeit nimmt sein Unwesen derartige Ausmaße an, dass der betriebsinterne Werkschutz auf den Studenten aufmerksam wird. Von da an wird der 23-Jährige beobachtet. Als sich BMW sicher ist, vom eigenen Mitarbeiter beklaut zu werden, stellt man ihm eine Falle. Als der Langfinger erneut zuschlägt, ist bereits zuvor die Polizei informiert. Vor den Werkstoren klicken die Handschellen – statt nach Hause geht es direkt in Untersuchungshaft. (BMW Alpina B8 Gran Coupé: Elegant und pfeilschnell – aber auch super-exklusiv)

Die BMW-Zentrale in München.
Ein Student hat sich in der BMW-Zentrale in München als Langfinger betätigt – und so einiges mitgehen lassen. © Tobias Hase/dpa

Student beklaut BMW: Fast 200 Diebstähle – 23-Jähriger will Technik nicht verschrotten

Letztlich landet der Fall vor Gericht. Dort legt der ehemalige BMW-Werkstudent ein umfassendes Geständnis ab – betont allerdings: „Ich sollte bestimmte Teile zerstören und verschrotten. Ich bin seit Kind auf an Technik interessiert. Da fällt es einem schwer, so etwas zu verschrotten. Anfangs habe ich das noch gemacht, aber irgendwann war es mir zu schade.“ (Brennender BMW i3 sorgt für Feuerwehr-Großeinsatz: E-Auto muss ins Wasser)

Allerdings begeht der 23-Jährige seine Taten im vollen Bewusstsein, dass es den Mitarbeitern von BMW schwerstens untersagt ist, irgendwelche Teile mitzunehmen statt sie zu vernichten. Der Grund dafür: Das Unternehmen fürchtet den theoretischen Fall, dass es zu seinem Nachteil sein könnte, wenn die entwendeten Technik-Gegenstände beispielsweise der interessierten Konkurrenz in die Hände fallen. (Fieser Streich in der NBA: BMW X6 voll mit Popcorn – so veräppeln Basketballer ihren Mitspieler)

Der Informatikstudent gibt an, dass er zunächst angenommen habe, die entsprechende Regelung gelte nicht für Kleinteile – und sei daher nicht so ernst zu nehmen. Das ist der harmlos klingende Startschuss für seine Diebstahl-Serie. Wie der 23-Jährige, dem eine Gutachterin das Asperger-Syndrom attestiert, behauptet, will er die „erbeuteten“ Teile keineswegs verkaufen oder BMW irgendwie schädigen. Er denkt ganz offenbar einfach, das ginge so. Im Laufe der Zeit greift seine lockere Handhabe der Eigentumsrechte aber auch auf Material über, das lediglich im Lager liegt und auf seine Verwendung wartet. Seine Maßlosigkeit sorgt schließlich dafür, dass er erwischt wird – und verurteilt.

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