„Nicht wirklich“ überrascht

Massive Kritik an BMW-Grill: So regiert der Designchef auf die Fan-Wut

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Für das neue BMW-Design – besonders den Mega-Grill im Hochformat – gab’s viel Kritik. Nun hat sich Designchef Domagoj Dukec dazu geäußert.

München – Ein Autodesigner hat’s nicht leicht. Entwickelt er einen beliebten Stil über viele Jahre nur im Detail weiter, dann heißt es: „Langweilig!“ So ist es beispielsweise Audi ergangen – bis ab 2014 mit Marc Lichte (51) als Designchef endlich wieder frischer Wind durch die Zeichen-Abteilungen in Ingolstadt fegte. Ist der Schritt allerdings zu radikal, dann ist es den Markenfans oft auch nicht recht – so erging es beispielsweise Chris Bangle (64) mit seinen umstrittenen Entwürfen bei BMW. Noch heute blickt der ein oder andere schaudernd auf die vierte BMW-7er-Generation (E65, ab 2001) oder den eher schläfrig dreinblickenden BMW Z4 (E85/E86, ab 2002) zurück. Andere sehen das Wirken von Chris Bangle wiederum als Befreiungsschlag – trotzdem wurde sein radikales Design beim BMW 7er mit einem Facelift wieder geglättet, zumindest so gut es ging. Das ist nun schon wieder alles lange her – doch auch aktuell gibt es geballte Kritik am Design der Münchner. Im Fokus steht dabei vor allem der hochformatige Riesen-Grill. Nun hat sich BMW-Designchef Domagoj Dukec (45) dazu geäußert.

Kritik an BMW-Grill: So regiert der Designchef des Autobauers auf die Fan-Wut

Fast mit jedem neuen Auto bricht in den sozialen Netzwerken über BMW aktuell eine Welle von Negativ-Kommentaren herein. Die Kritik begann mit der Vorstellung des BMW 4er Coupés und entwickelte sich mit der Präsentation von BMW M3 und M4 zu einem handfesten Shitstorm. Im Zentrum steht dabei vor allem das neue Frontdesign („Hasenzahngrill“). Selbst der ehemalige BMW-Designer Frank Stephenson meldete sich mehrfach zu Wort und bezeichnete beispielsweise den BMW iX als ein „Auto, das seine Seele verloren hat.“ Jede Menge harte Worte also, die da auf BMW einprasseln. (BMW M4: Tuner hat Lösung für umstrittene Niere – „wird gehen wie Freibier“)

BMW-Designchef Domagoj Dukec hat sich nun zur geballten Kritik am neuen Design geäußert.

Kritik an BMW-Grill – Designchef: „Jeder hat eine Meinung. Das ist ganz normal“

Die Flut an Kritik geht auch an BMW-Designchef Domagoj Dukec nicht spurlos vorbei. „Ich verfolge die sozialen Medien und lese die Presseberichte und ich sehe, dass sich einige Leute fragen, wohin BMW sich entwickelt“, sagt der 45-Jährige gegenüber „Top Gear“. „Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir eine klare Vision haben, wohin wir uns bewegen. Wir alle lieben die Marke.“ Von der Wucht der Kritik sei er „nicht wirklich“ überrascht. „Ich bin schon seit über 20 Jahren in diesem Geschäft. Jeder weiß, wie es im Design ist – jeder hat eine Meinung. Das ist ganz normal. Wenn man etwas Herausragendes schaffen will, muss es sich abgrenzen und es muss anders sein.“ (JP Kraemer inspiziert Rolls-Royce Wraith – und übt scharfe Kritik: „Das Geld nicht wert“)

„Es ist nicht unser Ziel, allen Menschen auf der Welt zu gefallen. Man kann nicht ein Design machen, das jedem gefällt“, erklärt Domagoj Dukec weiter. Und fügt dann noch hinzu: „Aber man muss seinen Kunden gefallen.“ Doch genau das ist im Moment fraglich. Am Ende werden die Verkaufszahlen zeigen, wie schlimm die Kunden das Design wirklich finden – oder ob es vielen vielleicht doch sogar gefällt.

Rubriklistenbild: © BMW

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