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Tempolimit auf Autobahnen: Darum lässt es die meisten Deutschen kalt

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Von: Marcus Efler

Vor der Wahl kocht die Diskussion um ein Tempolimit wieder hoch. Darum bleiben Autohersteller gelassen – und auch die meisten Deutschen dürfte das Thema kaltlassen.

Köln – Das hohe Tempo auf Deutschlands Autobahnen galt über Jahrzehnte als Verkaufsargument für die Autoindustrie: „Autobahn-getestet“ war das Schlagwort, das in Sachen High-Speed-Tauglichkeit einen BMW über einen Jaguar, einen Porsche über einen Ferrari stellte. Selbst beim gerade präsentierten neuen Opel Astra betont die deutsche Stellantis-Tochter, er sei „Autobahn proof“. Zuerst waren es denn auch Exportmarken wie Volvo und Renault, die freiwillig ab Werk ihre Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h begrenzten. (Autobahn A8 verwandelt sich in Open-Air-Kino – das ist der Grund)

Tempolimit auf Autobahnen: Darum lässt es die meisten Deutschen kalt

Mittlerweile aber könnten sich sogar deutsche Autohersteller an ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen gewöhnen, wie es derzeit wieder verstärkt gefordert wird. „Die Debatte hat eher Symbolcharakter, denn sie hat sich mit der weiteren Verbreitung der Elektromobilität überholt“, sagte etwa VW-Markenchef Ralf Brandstätter im Newsletter „Tagesspiegel Background“. Vorher hatte sich schon Audi-Chef Markus Duesmann ähnlich geäußert. (Tempolimit: Auto-Club startet Crowdfunding gegen „Schikanen“ von Grünen & Co.)

Tempolimit auf Autobahn: Institut wertete 1,2 Milliarden Fahrten aus

Mit ihrer Gelassenheit bei dem früher mal heftig diskutierten Thema folgen die Autohersteller dem Verhalten der Autofahrer. Die wollen nämlich offenbar gar nicht mehr so richtig schnell fahren – und tun es heute, bei empfohlenem Richttempo 130 km/h, auch schon nicht mehr. Das jedenfalls legt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nahe. Die Kölner werteten für ihre Studie 1,2 Milliarden Fahrten auf 1.762 Fahrstreifen aus, die von Mitte Mai bis Ende August mittels automatisierter Autobahn-Zählstellen in Nordrhein-Westfalen erfasst wurden. (Österreich: „Raserpaket“ in Kraft – so werden Temposünder kräftig abkassiert)

Im Hintergrund eine deutsche Autobahn, vorne ein Tempo-130-Verkehrsschild (Symbolbild)
Die meisten deutschen Autofahrer bleiben unter 130 km/h. (Symbolbild) © Sven Simon/Imago

Tempolimit auf Autobahn: Weniger als zwei Prozent fahren über 160 km/h

Das Ergebnis widerlegt das Klischee vom rasenden deutschen Autofahrer deutlich: Auf Autobahn-Abschnitten ohne Tempolimit blieben 77 Prozent der gemessenen Autos unter 130 km/h, zwölf Prozent fuhren zwischen 130 und 140 km/h. Etwa neun Prozent hatten ein Tempo von 140 bis 160 km/h drauf – und weniger als zwei Prozent waren schneller als 160 km/h.

Dabei zeigten sich durchaus auch zeitliche Unterschiede: Bei stärkerem Verkehr zwischen 15 und 18 Uhr fuhr gerade einmal rund ein Prozent der Fahrer über 160 km/h. Ab 19 Uhr stieg der Anteil dieser Schnellfahrer deutlich, bleibt insgesamt aber klein: Auch zwischen 22 und 4 Uhr überschritten nur vier Prozent die 160er-Marke.

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