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Nach Autobahn-Crash: Mann will dreist durch Unfallstelle fahren – „wichtiger Termin“

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Dass gerade ein schlimmer Unfall passiert war, interessierte einen Autofahrer auf der A61 wenig: Er wollte durchgelassen werden. Grund: ein „wichtiger Termin“.

Bad Kreuznach – Ein Stau auf der Autobahn – wohl kaum ein Verkehrsteilnehmer ist davon begeistert. Zumindest gefühlt stockt es auch immer genau dann, wenn man es eilig hat und es einem gerade am wenigsten passt. Doch wenn ein Unfall passiert ist, heißt es eben: Warten. Manchmal kann sich so eine Situation hinziehen – besonders, wenn Menschen zu Schaden kommen und versorgt werden müssen. In der Regel haben Autofahrer dafür auch Verständnis. Allerdings denken nicht alle so: Manch einem sind Rettungsarbeiten und verletzte Personen offenbar egal – wie nun ein Fall aus Rheinland-Pfalz zeigt.

Nach Autobahn-Crash: Mann will dreist durch Unfallstelle fahren – „wichtiger Termin“

Auf der Autobahn 61 kam es in Fahrtrichtung Koblenz zwischen der Anschlussstelle Bad Kreuznach und dem Autobahndreieck Nahetal infolge mehrerer leichter Verkehrsunfälle zu einem Stau. Ein 25-jähriger Autofahrer erkannte einen Lkw am Stauende zu spät, versuchte noch nach links auszuweichen, streifte dabei aber den Unterfahrschutz des Aufliegers und krachte in die Mittelleitplanke. Ein weiterer Autofahrer konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte frontal mit dem Wagen des 25-Jährigen.

Ein Unfall auf der A61 von einer Drohne fotografiert
Ein schlimmer Crash auf der A61 – doch ein Autofahrer wollte wegen eines „wichtigen Termins“ durch die Unfallstelle fahren. © Verkehrsdirektion Mainz

Autobahn-Crash: 25-Jähriger muss mit Hubschrauber in Klinik geflogen werden

Der 25-Jährige konnte sich zwar noch selbst aus dem völlig zerstörten Auto befreien, musste aber anschließend mit einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Mainz gebracht werden. Für die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen wurde die Autobahn mehr als drei Stunden komplett gesperrt. Trotz einer Umleitung staute es sich zeitweise auf bis zu 16 Kilometern.

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Nach Autobahn-Crash: Autofahrer blockieren Rettungsgasse oder wenden im Stau

Mit einer Drohne dokumentierte die Polizei den Unfall. Laut den Beamten hätten die meisten Verkehrsteilnehmer die Einsatzkräfte unterstützt und eine Rettungsgasse gebildet. Dennoch hätten einige auch in der Rettungsgasse gehalten oder diese durchfahren – was laut dem aktuellen Bußgeldkatalog teuer werden und auch Punkte einbringen kann. Andere Autofahrer hätten sogar einfach im Stau gewendet – was sich allerdings auch rächen kann, wie ein Video aus den USA zeigt.

Nach Autobahn-Crash: Verkehrsrowdy darf nicht durch Unfallstelle fahren – er wird ausfällig

Ein Autofahrer hätte sich jedoch „ganz besonders dreist“ verhalten, berichten die Beamten. Der Mann fuhr mit seinem Wagen tatsächlich durch die Rettungsgasse bis zur Unfallstelle vor und verlangte, durchgelassen zu werden. Er hätte einen „wichtigen Termin“. Die Einsatzkräfte versuchten den Mann davon zu überzeugen, dass dies nicht möglich sei. Der Verkehrsrowdy sah dies jedoch nicht ein, beharrte auf seinem „wichtigen Termin“ und wurde gegenüber den Einsatzkräften auch noch ausfällig. Immerhin kommt der Uneinsichtige nicht ungeschoren davon: „Wie alle anderen festgestellten Sünder darf er mit Post von der Zentralen Bußgeldstelle aus Speyer rechnen“, schrieben die Beamten.

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