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Autoreifen werden knapp und teurer – weil Rohstoff Ruß aus Russland kommt

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Von: Marcus Efler

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Die Preisspirale für Autofahrer dreht sich weiter: Weil Russland viel Industrieruß liefert, der etwa für Kautschuk gebraucht wird, werden Reifen schon jetzt teurer.

Frankfurt am Main – Der Überfall Russlands auf die Ukraine verursacht nicht nur unfassbar viel menschliches Leid, sondern bringt auch die Wirtschaft gehörig ins Straucheln. Die Autobranche ist besonders betroffen: Immer wieder kommt es zu Produktionsstopps, weil wichtige Teile wie Kabelbäume nicht zugeliefert werden, und in der Folge zu mittlerweile absurden Lieferzeiten.

Auch die gestörten Wirtschaftsbeziehungen zu Russland zeigen Wirkung. Nun droht auch noch Knappheit bei besonders wichtigen Teilen, die nicht nur für die Produktion der ohnehin immer teureren Neuwagen benötigt werden, sondern die auch Autofahrer regelmäßig wechseln müssen, nämlich Autoreifen. Grund hierfür ist ein Rohstoff, den die Meisten wohl nicht einmal als besonders begehrenswert oder knapp einstufen würden: Ruß.

Autoreifen werden knapp und teurer – weil der Rohstoff Ruß aus Russland kommt

Diese vor allem aus Kohlenstoff bestehende Chemikalie ist wegen ihrer Leitfähigkeit beispielsweise in der Elektronik-Branche begehrt, Kosmetik-Hersteller rühren sie in Mascara-Stifte. Akku-Hersteller nutzen ihn für Lithium-Ionen-Batterien, wie sie viele Elektroautos haben. Und in der Kautschuk-Mischung von Reifen ist er ein wichtiger Füllstoff, der ihm auch die typische schwarze Farbe verleiht.

Winterreifen. (Symbolbild)
Reifen werden bald wohl teurer. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

„Ruß ist für unsere Produktion ein unverzichtbarer Stoff und kommt bisher zu über einem Drittel aus Russland“, erklärt Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie. Zwar suchen die Reifenhersteller bereits nach Lieferanten in anderen Ländern, der Branchenverband befürchtet aber, „ein Jahr mit dem Mangel leben“ zu müssen.

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Autoreifen werden knapp und teurer – Preissteigerungen spätestens im Winter

Der französische Reifenbäcker Michelin (der auf der Münchner IAA einen fast luftlosen, pannensicheren Pneu präsentiert hatte), drosselte schon kurz nach der Invasion die Produktion. Und Reifenhersteller Conti aus Hannover hat seine Gewinnprognose deutlich gesenkt, weil er Knappheit und somit höhere Kosten befürchtet – beides dürfte spätestens in der nächsten Winterreifen-Saison bei den Kunden ankommen. Teilweise seien die Reifenpreise auch im Frühjahr um bis zu 15 Prozent gestiegen, wie der „Spiegel“ schreibt.

Damit gesellen sich Reifen neben dem teuren Sprit und steigenden Versicherungsprämien zu den Preistreibern für das Autofahren.

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