1. 24auto
  2. News

Radarfallen sinnlos? Tempo-Auswertung bringt ernüchterndes Ergebnis

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Stationäre Radarfallen sollen bestimmte Straßen sicherer machen. Eine Untersuchung bezweifelt, dass sie das wirklich erreichen.

Amsterdam (Niederlande) – Ob in der Tempo-30-Zone vor der Schule oder auf der breiten Ausfallstraße mit 80-km/h-Limit: Wo gerne schneller gefahren wird als erlaubt, wachen oftmals stationäre Radargeräte über den Verkehr. Ob das der Sicherheit dient oder eher dem Auffüllen der öffentlichen Kassen, gehört zu den viel diskutierten Fragen an den Stammtischen (beziehungsweise deren moderner Ausprägung, den sozialen Netzwerken).

Sicher ist aber: Die meisten Autofahrer kennen den Standort der fest installierten Tempomess-Anlagen – sei es aus Erfahrung oder dank Installation einer entsprechenden App. Trotzdem hätte der Blitzer dann seine Aufgabe erfüllt, denn schließlich halten sich dann fast alle an das dort gültige Tempolimit. (Verkehrssünder-Punkte: Porsche-Fahrer ganz vorne – dann kommen diese Marken)

Radarfallen sinnlos? Tempo-Untersuchug bringt ernüchterndes Ergebnis

Oder ist es ganz anders – und die Radarfalle letztendlich sinnlos? Das zumindest legen Daten von TomTom nahe. Der niederländische Hersteller von Navigationsgeräten (als Erstausrüstung ab Werk oder als Einzelgerät) misst anhand anonymisierter Smartphone-Bewegungsdaten in Echtzeit die Verkehrsströme, und dabei auch die gefahrene Geschwindigkeit an bestimmten Stellen. (Verkehrsrecht in Deutschland: Regeln, Bußgelder und Punkte von Fahrverbot bis Rettungsgasse)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Tempomessgerät auf Mittelstreifen (Symbolbild)
Radarfallen: Wieviel Sicherheit bringen sie? (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Radarfallen sinnlos? Erst bremsen, dann wieder Gas geben

Bei einer Auswertung dieser Daten durch den „Spiegel“ zeigte sich an vielen Radargeräten das immer gleiche Muster: Autofahrer bremsten zwar ab – aber erst kurz vor der Messstelle, um sofort danach wieder Gas (oder mittlerweile wohl auch Strom) zu geben, so der Vorwurf. So führen viele Autos auf der B2 Richtung Leipzig schneller als die dort erlaubten 80 km/h. Die Radarfalle nach dem Ortsschild passierten sie dann mit den erlaubten 50 km/h, und beschleunigen dann wieder auf teilweise über 60 km/h. (Lahr „schmückt“ Blitzeranhänger – Netz reagiert gespalten)

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Radarfallen sinnlos? Leipzig, München, Hamburg: Überall das gleiche

An anderen Messstellen zeigten sich angeblich ähnliche Muster, etwa auf der Tegernseer Landstraße in München oder im Tempo-30-Bereich der Hamburger Stresemannstraße. Der Sicherheits-Aspekt, der Unfälle auf diesen Straßen vermeiden soll, wäre damit hinüber. Bleibt zumindest die Hoffnung auf einen erzieherischen Effekt – falls ein Autofahrer oder eine Autofahrerin mal das eigentlich bekannte Blitzer-Gerät vergisst, und zur Kasse gebeten wird.

Auch interessant

Kommentare