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BMW ohne Touchscreen: Folgen des Chipmangels immer heftiger

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Von: Marcus Efler

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Viele Autofahrer – und ihre Beifahrer – haben sich mittlerweile an die Bedienung per Touchscreen gewöhnt. Die Käufer dieser BMW-Modelle müssen aktuell wohl darauf verzichten.

München – Seit jeher zählt BMW zu den besonders fortschrittlichen Autoherstellern. Die Bayern setzten Elektronik bei Bedienung und Fahrzeug-Steuerung schon ein, als Mercedes und Audi noch zögerten, und revolutionierten mit ihrem iDrive bereits vor 20 Jahren die Ergonomie im Cockpit. Nicht immer folgen alle Kunden diesem Kurs mit Begeisterung. Und mancher wird nun, in Zeiten des Chipmangels, womöglich in seinem Zweifel bestärkt.

Bislang hatte Hightech-Pionier BMW die Krise noch überraschend gut bewältigt, doch nun erwischt es die Bayern offenbar heftig. So gibt es angeblich Zoff mit Zulieferer Conti über fehlende und zu teure Halbleiter. Kunden waren von dem Gerangel hinter den Kulissen bislang nicht betroffen – doch das ändert sich womöglich gerade. (Lieferzeiten durch Chipmangel: Auf diese Autos warten Sie ewig)

BMW wirft Touchscreen raus: Folgen des Chipmangels immer heftiger

Denn eines der zentralen Teile für die Bedienung des Infotainment-Systems fehlt wohl bei vielen Fahrzeugen, die demnächst ausgeliefert werden: Der Touchscreen, der die Bedienung von Navi, Audio und anderen Funktionen direkt am großen Display der Mittelkonsole erlaubt.

Touchscreen in einem BMW (Symbolbild)
Display derzeit ohne Touch-Funktion: Der Screen in einem BMW der 3er-Reihe. (Symbolbild) © BMW

Aufgrund ausbleibender Chip-Lieferungen entfällt offenbar die Berührungs-Funktion des Displays in vielen Modellen. Dies bestätigte BMW mittlerweile dem US-Portal „Autoblog“. Betroffen sind wohl mehrere Baureihen, nämlich: 3er- und 4er-Reihe (Coupé, Gran Coupé und Cabrio, aber nicht der i4), die im US-Werk Spartanburg produzierten SUV X5, X6 und X7 sowie der Roadster Z4. (Tachonadel statt Digitalanzeige im Auto – deshalb kommt das Analog-Cockpit zurück)

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BMW wirft Touchscreen raus: Bedienung per Sprache und iDrive-Rad

US-Kunden erhalten als Entschädigung offenbar 500 Dollar Rabatt. Auch in Deutschland gibt es wohl einen Preisnachlass. „Leistungen, die der Kunde nicht erhält, werden natürlich nicht in Rechnung gestellt“, erklärte BMW auf Anfrage von 24auto.de: „Dies betrifft auch den temporären Entfall der Touch-Funktion bei einigen Modellen auf dem deutschen Markt.“ Welche Fahrzeug-Lieferungen für deutsche Kunden konkret betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

Immerhin müssen die Fahrer nicht befürchten, dass sie das Navi oder das gekoppelte Smartphone nicht mehr bedienen können: Die Sprachsteuerung und das Dreh-und-Klick-Rad des iDrive funktionieren nach wie vor. Das kann durchaus auch als Sicherheitsgewinn betrachtet werden. Denn BMW gehörte – wie auch Mercedes – zu den Herstellern, die mit der Einführung berührungsempfindlicher Screens relativ lange gezögert hatten. Die Ablenkung vom Straßenverkehr, so das Argument, sei bei dieser Technologie relativ hoch. Doch letztendlich führte der Druck der Konkurrenz und vieler Kunden, die Touchscreens längst vom Smartphone gewohnt waren, zum Einlenken.

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