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Audi vermeidet Streik im Mexiko-Werk: So sieht der Konzern die Kritik an Arbeitsbedingungen

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Von: Dominik Jahn

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Audi mit Werk in Mexiko
Audi verhindert Streik im Mexiko-Werk und äußert sich zu Kritik an Arbeitsbedingungen. © Audi

Audi hat auf die Unzufriedenheit der Mitarbeiter im Werk in Mexiko reagiert und einen Streik verhindert. Gegenüber echo24.de äußert sich der Autokonzern zur Situation und der Kritik an den Arbeitsbedingungen.

Bei Audi musste man sich in den vergangenen Tagen mit den verpassten Zielen bei den Absatzzahlen für 2022 auseinandersetzen, wie echo24.de berichtet hat. Und auch wenn der Umsatz in der Automobilindustrie unterm Strich irgendwie akzeptabel erschien für die Konzerne, so täuschen einige Zahlen über zukünftig schwere Zeiten hinweg. Und jetzt kommen noch ganz andere Probleme dazu.

Wie unter anderem das Portal „marketscreener.com“ vermeldet, wurde im Audi-Werk in Mexiko am Mittwoch (11. Januar) gerade noch ein Streik verhindert. Dem Bericht nach hatte die unabhängige Gewerkschaft der Arbeiter von Audi Mexiko (SITAUDI) und Audi im Vorfeld zwei Möglichkeiten „zur Erhöhung der Löhne für die 4.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des Werks im zentralen Bundesstaat Puebla ausgehandelt, aber die Arbeiter lehnten beide im Dezember ab“.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Audi wendet Streik im Werk in Mexiko ab – Kritik an Arbeitsbedingungen

Jetzt drohte der Tarifstreit im Streik zu eskalieren. Doch Audi lenkte ein. Auf Nachfrage von echo24.de erklärte das Unternehmen dazu: „Die Stabilität des Standorts und die wirtschaftliche Stabilität jedes einzelnen Mitarbeitenden hatte hierbei stets oberste Priorität.“

Bereits im Februar 2022 gab es bei der „Frankfurter Rundschau“ (FR) ein Interview mit Patricia Juan Pineda. Und die Gewerkschafterin hat dabei eine deutliche Kritik an der deutschen Autoindustrie geäußert: „Sie haben tolle Produkte, aber behandeln ihre Arbeiter schlecht. Die deutschen Arbeitgeber haben ein schlechtes Image.“

Autohersteller äußert sich zur Situation in Mexiko

Eine Aussage, die man bei Audi so nicht stehen lassen möchte. Dazu heißt es vonseiten des Konzerns: „Die Lohnerhöhung um 9,4 Prozent liegt hierbei ein Prozent über der mexikanischen Inflationsrate vom Oktober 2022.“ Laut Patricia Juan Pineda gibt es „an Standorten deutscher Unternehmen in Mexiko schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Löhne“.

Im „FR“-Interview nennt die Gewerkschaftlerin aus Reihen der Autoindustrie nicht Audi, sondern nimmt BMW als Beispiel: „Auch die Deutschen setzen auf Schutzgewerkschaften, und wenn man sie dafür öffentlich angreift, sagen sie: Das ist völlig legal, das dürfen wir.“ Und sie erklärt dazu weiter: „Das System der Arbeitgeberschutzverträge sollte Investitionen anziehen, indem die Arbeiter günstig sind und kontrolliert werden. Das erklärt auch, warum wir mit die niedrigsten Löhne in ganz Lateinamerika haben.“

Audi verweist auf mehrfache Auszeichnung als guter Arbeitgeber

Auf die Frage, ob man die Einwilligung in die finanziellen Forderungen im Tarifstreit als eine Art Eingeständnis an die stark kritisierten Arbeitsbedingungen und schlechten Löhne deutscher Autohersteller vor Ort werten könne, verweist man bei Audi auf die Tatsache, dass mit Audi Mexico seit 2020 dreimal in Folge als Top Employer ausgezeichnet wurde.

Audi Mexiko

Audi Mexico ist laut eigener Angaben im Audi Konzern das jüngste Werk auf dem amerikanischen Kontinent und zeichnet sich durch sehr fortschrittliche Fertigungsprozesse sowie ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit aus. Vor Ort sind 4.896 Mitarbeiter tätig.

Und weiter erklärt der Autohersteller: „Im Ranking der Löhne, die in der Automobilindustrie in Mexiko gezahlt werden, liegt Audi Mexico weit im oberen Bereich.“ Neben den Löhnen bleiben für Patricia Juan Pineda aber noch weitere wichtige Themen für die Mitarbeiter: „Andere Aspekte sind Sicherheit, Gesundheit und Wohnen. Und auch ein Acht-Stunden-Tag wäre sehr wichtig für uns.“

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