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Audi verärgert Kunden mit teurem Abo: So viel kostet das Navi im Monat

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Von: Marcus Efler

Die Vernetzung des Automobils ermöglicht auch neue Abo-Modelle. Was aber Audi für sein Navi verlangt, dürfte einige Kunden erschüttern – und auch eine andere selbstverständliche Funktion kostet extra.

Ingolstadt – Wenn es etwas gibt, das Smartphone-Besitzer hassen, sind es Abo-Modelle: Für eine App, die bisher einmalig vielleicht fünf Euro kostete, soll man plötzlich monatlich 1,99 Euro zahlen. Mancher hat dafür aber auch Verständnis, da die Entwickler ja für ihre Arbeit an Updates regelmäßig entlohnt werden müssen. Doch jetzt greift diese Sitte auch bei Autos um sich. Die Hersteller tarnen das mit dem klangvollen Namen „Functions on Demand“. Konkret heißt das: Auch wer 40.000 Euro oder mehr für seinen schicken Neuwagen ausgibt oder jeden Monat ordentliche Leasingraten überweist, muss für manche Extras regelmäßig zusätzlich zahlen. (Over-the-Air-Updates: So bringt sich Ihr Auto von allein auf den neuesten Stand)

Audi düpiert Kunden mit teurem Abo: So viel kostet das Navi im Monat

Besonders Audi langt aktuell kräftig zu. Richtig teuer ist zum Beispiel das Navigationssystem, offizielle Bezeichnung: „MMI Navigation plus mit MMI touch inklusive Audi connect Navigation & Infotainment“. Es handelt sich, zugegeben, um ein sehr hochwertiges Navi, das auch aktuelle Verkehrsmeldungen berücksichtigt. Quasi ein eingebautes Google Maps (gibt’s ja auch mit Echtzeit-Informationen zur Verkehrslage). Feine Sache, aber 60 Euro nimmt Audi für die „individualisierte Freischaltung“ – im Monat! Immerhin: Wer länger bucht, bekommt Rabatt. So kostet ein Jahr 596 Euro. Auch lebenslänglich ist drin – ab schlanken 3.099 Euro. Klar, man ist durch „Functions on Demand“ flexibler und kann nachträglich gewünschte Sonderausstattung einfach so nachrüsten, aber die Preise sind halt doch sportlich. Wobei: Bei den deutschen Premium-Herstellern sind die großen Navis von Haus aus kein billiges Vergnügen. (DAB-Digitalradio im Auto: Nachrüstung älterer Fahrzeuge erstaunlich günstig)

Mann im Audi hat mit seinem Smartphone eine „Function on Demand“ gekauft. (Symbolbild)

Audi langt für seine „Functions on Demand“ kräftig hin. (Symbolbild) © Audi

Audi düpiert Kunden mit teurem Abo: Noch eine Basic-Funktion kostet extra

Na fein, denkt sich da der clevere Audi-Käufer, dann verbinde ich eben mein iPhone per Apple Carplay mit dem System – oder ein anderes Smartphone mittels Android Auto. Deren Maps-Apps navigieren ebenfalls zuverlässig und unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage. Sieht auf dem großen Info-Display an der Mittelkonsole zwar etwas rudimentär aus und nicht so schick wie Audis eigene MMI-Oberfläche, aber für funktionale Ansprüche reicht’s. Falsch gedacht. Denn an Audis Kassenhäuschen vorbeimogeln kann man sich nicht: Die Funktion zur Smartphone-Integration kostet zwar deutlich weniger als das Navi, aber immerhin noch acht Euro im Monat, 73 Euro im Jahr oder 380 Euro einmalig. In manchem 15.000-Euro-Kleinwagen gibt’s so was kostenlos. (Konnektivität: Was das Smartphone als Auto-Fernbedienung heute schon kann)

Audi düpiert Kunden mit teurem Abo: Auch Konkurrenz hat sich daran versucht

Ganz neu ist dieser Einfall für zusätzliche Einnahmen natürlich nicht, auch die Konkurrenz verfolgt ähnliche Ansätze. BMW versuchte vor einiger Zeit schon, regelmäßig dafür zu kassieren, dass Käufer ihr eigenes Smartphone, betrieben mit eigenem Datenvolumen, anstöpseln. Nach der ziemlich entsetzten Reaktion der Kunden ruderten die Bayern zurück. Mal sehen, wie lange Audi durchhält. Billigster Ausweg bis dahin: Eine Handy-Halterung vom Discounter, mit dem das Smartphone unabhängig vom Bord-System an den Lüftungsschlitzen werkelt. Sieht bestimmt richtig gut aus in einem Q4 e-tron.

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