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Ärger bei Audi: Team der Tesla-Jäger schonungslos ausgebremst

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Von: Marcus Efler

Das Projekt Artemis sollte das ultimative E-Auto für den VW-Konzern entwickeln, das Tesla endlich stehen lässt. Doch die jüngste Entscheidung verheißt nichts Gutes.

Ingolstadt – Der Volkswagen-Konzern galt immer schon als Haifisch-Becken. So richtig bissig wurden die Manager und Ingenieure der einzelnen Marken vor einigen Jahren dann bei den Verteilungskämpfen um die aufkommende Elektromobilität. Während andere Konzerne von Beginn an nach markenübergreifenden Strategien suchten (aber leider nicht immer gefunden haben), machte bei VW, Audi und Porsche erst mal jeder, was er wollte. Mit dem Ergebnis, dass heute drei völlig unterschiedliche Elektro-Plattformen unterwegs sind. Erst mit den ganz aktuellen Modellen wie dem Audi Q4 e-tron (hier geht‘s zum Fahrbericht des Q4 e-tron 50), der auf dem einheitlichen VW-Modulbaukasten beruht, werden Synergien gehoben. Der Audi e-tron GT wiederum basiert auf dem Porsche Taycan. (Audi A7 55 TFSIe im Test: Die Fahrleistungen sind okay – beim Laden hapert’s)

Krach bei Audi: Team der Tesla-Jäger knallhart ausgebremst

Vor allem manche Audianer sind mithin frustriert, dass ihre Technik-Abteilung nicht so richtig zum Zuge kommt. Umso größer war der Enthusiasmus, als der Entwicklungsauftrag für ein „Leuchtturm-Projekt“ des Volkswagen-Konzerns nach Ingolstadt ging: Unter dem ersten Codenamen „Trinity“ sollte ein Flaggschiff mit Elektromotor das technisch Machbare vereinen – und Angstgegner Tesla stellen. Um möglichst große Kreativität zu garantieren, gliederte Audi ein Team von hochrangigen Experten sogar in ein eigenes Unternehmen aus und benannte das Projekt nun nach der griechischen Jagd-Göttin Artemis. (Audi verärgert Kunden mit teurem Abo: So viel kostet das Navi im Monat)

Audi e-tron S Sportback, fahrend

Zu normal für die Tesla-Jagd? Der Audi e-tron S Sportback © Audi AG

Krach bei Audi: „Neue Aufgaben“ für den Chef der Tesla-Jäger

Doch den Jäger raffte es nun noch vor der Beute dahin: Der Konzern zog den Stecker und nahm der ausgegliederten Firma die Leitung über das Projekt wieder weg. „Gestartet als Leuchtturm“, heißt es wehmütig in einer Audi-Pressemeldung, „hat das Projekt Artemis in den letzten Monaten die Transformation im Volkswagen Konzern und im Speziellen bei Audi rasant beschleunigt.“ Höflich bedankt sich Audi-Chef Markus Duesmann beim verantwortlichen Projektleiter Alexander Hitzinger, der schon bei Porsche und Apple gearbeitet hatte, bevor er zum Volkswagen-Konzern zurückkehrte. Dort werde sich der Ingenieur nun auf eine „neue Aufgabe“ vorbereiten: Eine übliche Formulierung für den Abstieg auf der Karriereleiter, die am Ende meist zum Wechsel des Arbeitgebers führt. (Der neue Audi Q4 e-tron: Kampfansage an die Konkurrenz)

Krach bei Audi: Jetzt wird’s ein normales Auto, wenn überhaupt ...

Trotz dieser offensichtlichen internen Differenzen über das Projekt des Tesla-Killers wird tapfer Zuversicht gezeigt: „Nach dem Abschluss der Konzeptphase übergab das Team die Verantwortung für die weitere Fahrzeugentwicklung an Audi“, heißt es offiziell. Aus dem einstigen Leuchtturm-Projekt Artemis wird also bestenfalls ein ganz normales Serienauto. Wahrscheinlicher ist aber, dass man nie wieder etwas davon hören wird. Tesla-CEO Elon Musk kann also wieder ruhiger schlafen.

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