1. 24auto
  2. News

Apple iCar steht bevor: iPhone-Hersteller kauft riesiges Testgelände

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Wird es ernst mit dem Apple iCar? Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass der iPhone-Hersteller die Entwicklung verstärkt forciert.

Cupertino – Es gehört zu den ganz großen Mythen der Autobranche: das Apple Car. Möchte der iPhone-Hersteller tatsächlich ein eigenes Automodell auf die Straße bringen? Nach ersten Gerüchten vor einigen Jahren wurde es wieder stiller um die angeblichen Pläne, doch in letzter Zeit scheint der Computer- und Smartphone-Riese wieder sehr aktiv zu sein. So wirbt er derzeit Ingenieure und Manager aus der Autobranche an, etwa den Elektroauto-Spezialisten Ulrich Kranz, der unter anderem bei BMW den i3 mitentwickelt hat. Auch von Tesla sind schon mehrere hochrangige Mitarbeiter zu dem Projekt gewechselt, das intern angeblich den Namen Titan trägt. (Chipmangel lähmt Autoindustrie: Deshalb fehlen wichtige Halbleiter-Bauteile)

Apple iCar steht bevor: iPhone-Hersteller kauft riesiges Testgelände

Doch plant Apple wirklich ein richtiges Auto – oder doch nur ein Technologie-Paket für autonomes Fahren, das man als Zulieferer dann an Autokonzerne weiterverkaufen könnte? Nicht sehr wahrscheinlich. Denn für ein komplett eigenes Auto spricht, dass der angebissene Apfel auf der Fronthaube ein sehr starkes, mit Tesla vergleichbares Image ausstrahlen würde. Aber wer könnte ein solches iCar, oder wie immer es heißen würde, konkret überhaupt bauen? Schließlich fertig Apple ja nicht mal seine iPhones selbst und Entwicklung und Produktion eines Autos sind hochgradig komplex. (Neuwagenqualität: Deutsche Marke auf vorletztem Platz – noch hinter Tesla)

Apple iCar steht bevor: Wer wird das Elektroauto bauen?

Offenbar hatte sich Apple deshalb um eine Partnerschaft mit renommierten Autoherstellern bemüht. So gab sich der koreanische Hyundai-Konzern gar nicht erst große Mühe, entsprechende Verhandlungen geheim zu halten. Auch mit deutschen Premium-Herstellern sollen die Amerikaner angeblich gesprochen haben.

Kartenausschnitt von Google Maps
Wird das ehemalige Chrysler-Areal zum Testgelände für das Apple iCar? © Google Maps

Doch die Annäherungsversuche zwischen New und Old Economy scheiterten letztlich, da sich die großen Autokonzerne wohl nicht zum Zulieferer degradieren lassen wollten. Umgekehrt kommt es für Apple nicht infrage, seine Namen lediglich für die Ausstattungsvariante eines schon bestehenden Automodells herzugeben. Deshalb scheint es derzeit am wahrscheinlichsten, dass ein erfahrener, externer Kfz-Produzent wie der österreichische Auftragsfertiger Magna Steyr den Auftrag für ein iCar erhalten könnte. (Mercedes schlägt Tesla – bislang fortschrittlichster Autopilot kurz vor Serienreife)

Apple iCar rückt näher: Angeblich fuhren hier schon Apple-Autos

Nun stärkt eine weitere Nachricht die Vermutung, dass Apple bald die Erprobung seines Autos verstärkt vorantreibt. Denn offenbar hat der iPhone-Konzern ein riesiges Testgelände bei Phoenix im US-Bundesstaat Arizona erworben. Früher war dort Chrysler (mittlerweile eine Stellantis-Marke) unterwegs, auch Apple testete dort angeblich schon sein Titan-Projekt. Gekauft hat das gut 2.000 Hektar große Gelände offiziell eine Investment-Firma namens „Route 14 Investment Partners“, hinter der US-amerikanische Medien aber eben Apple vermuten. (Tesla: Elon Musk findet aktuelles Full-Self-Driving „nicht so toll“)

Apple iCar rückt näher: Entwicklung und Erprobung dauern noch Jahre

Wann dann wirklich ein iCar auf die Straße rollen könnte, ist noch völlig offen. Selbst wenn es jetzt zügig vorangeht, würde es bis zur endgültigen Serienreife noch mindestens drei Jahre dauern. Zumal Apple wohl nur ein Auto mit weitreichender Autonomie-Funktion auf den Markt bringen würde, wie sie derzeit technisch noch nicht möglich ist. Auch hat die Apfel-Marke den Anspruch, eine möglichst einfache Bedienung zu bieten. Das iPhone wäre, vom Öffnen über das Fahren bis zum automatischen Parken, zentraler Bestandteil des Autos. Dessen Bedienung dürfte nicht komplizierter sein als das Tippen auf einem iPhone. Das alles zu entwickeln und zur Serienreife zu führen dauert natürlich seine Zeit. Und selbst wenn das Apple iCar frühestens 2025 verfügbar wäre, dürfte klar sein: Ein preiswertes Vergnügen wird es definitiv nicht.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare