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Dauerrot für Autos: Diese Stadt gibt Fußgängern Vorrang

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Von: Marcus Efler

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Stetiges Grün für Fußgänger und Fahrt für Autos nur, wenn es denn sein muss: Karlsruhe gibt der Drücker-Ampel neue Prioritäten. Das steckt dahinter.

Karlsruhe – Das Prinzip ist seit Jahrzehnten gelernt und weithin akzeptiert: Wer als Fußgänger die Straße überqueren möchte, muss an vielen Überwegen erst einmal aktiv werden, indem er per Tastendruck Grün anfordert. Das kann durchaus Vorteile haben. Oft, etwa an Schulen, sind solche „Bedarfsampeln“ nämlich so programmiert, dass sie relativ schnell umschalten, den Autoverkehr stoppen und das grüne Männchen in der Fußgängerampel leuchten lassen. Das ist für Passanten natürlich besser, als lange auf eine Grünphase zu warten. Andererseits kann es auch hier manchmal auch ziemlich lange dauern – etwa wenn die Autospur gerade eine Rotphase hinter sich hatte. (Tesla „Full Self-Driving“: Elon Musks Autopilot hält Mond für gelbe Ampel)

Dauerrot für Autos: Diese Stadt gibt Fußgängern den Vorrang

Die Stadt Karlsruhe hat dieses Prinzip nun einfach mal umgekehrt. An zwei Kreuzungen in der Kaiserallee und an der Knielinger Allee wurden Ampeln so programmiert, dass sie für Fußgänger stets Grün zeigen, für Autofahrer aber Dauerrot.

Ampelanlage fur Fußgänger und Radfahrer (Symbolbild)
Zukunfts-Konzept? Karlsruhe testet Dauergrün für Fußgänger und Radfahrer. (Symbolbild) © Ernst Weingartner/Imago

Wenn sich ein Fahrzeug nähert, wird es durch Radarsensoren und Induktionsschleifen erkannt. Das Lichtzeichen für Fußgänger springt auf Rot, kurz darauf darf das Auto mit Grün passieren. Sind in kurzer Zeit mehrere Fahrzeuge unterwegs, schaltet die Anlage auf Zeitsteuerung: Sieben Sekunden haben die Fußgänger Vorrang, dann dürfen nach einem Zeitpuffer 27 Sekunden die Autos fahren. (Tempo 30 in der City: Initiative wächst rasant – diese Städte sind schon dabei)

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Dauerrot für Autos: Bald auch an vielen anderen Kreuzungen?

Betreut wird das Pilotprojekt von der Hochschule Karlsruhe. Sollte es sich bewähren – sprich: Lob von Fußgängern und Radlern, nicht zu viel Meckerei von Autofahrern – könnte das Fußgänger-First-Prinzip auch an anderen Kreuzungen eingeführt werden.

So richtig neu mag es vielen Autofahrern freilich nicht vorkommen. Denn Ampeln, die erst bei Kontakt mit einer Induktionsschleife im Asphalt auf Grün springen, gehören eigentlich seit vielen Jahren zum Verkehrsalltag. Meist betrifft die Bedarfssteuerung aber wenig genutzte Abbiegespuren, oder sie wird zu Zeiten mit wenig Verkehr aktiviert. Karlsruhe kann für sich immerhin in Anspruch nehmen, die Priorität der Fußgänger vor den Autos erstmals offiziell zum Prinzip zu erklären.

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