Ende einer Irrfahrt

Mit dem Auto auf die Alm: Bergwacht muss Urlauberfamilie aus NRW retten, weil ...

Ein liegengebliebener VW Sharan auf einem Waldweg bei Piding im Berchtesgadener Land.
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Eine fünfköpfigen Familie aus NRW wollte mit ihrem VW Sharan zur Steiner Alm im Berchtesgadener Land fahren.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Der Ausflug einer Familie aus Nordrhein-Westfalen ist spektakulär schief gegangen. Am Ende einer Irrfahrt mussten die Urlauber mitsamt ihres VW Sharan von der Bergwacht gerettet werden. Laufen wäre wahrscheinlich die bessere Variante gewesen.

Piding – Polizei und Bergwacht im Berchtesgadener Land trauten ihren Ohren kaum. Zu unglaublich klang das, was eine Urlauberfamilie aus Nordrhein-Westfalen in der Nähe der oberbayerischen Ortschaft Piding angestellt hatte. Sie brachte sich auf einem Waldweg am Hochstaufen selbstverschuldet in eine Notlage und musste schließlich von den Einsatzkräften aus dieser gerettet werden.

Mit dem Auto auf die Alm: Bergwacht muss NRW-Familie retten, weil ...

Weil der fünfköpfigen Familie der etwa zweieinhalbstündige Fußmarsch hinauf zum Ausflugsziel Steiner Alm offensichtlich zu beschwerlich schien, entschied sie sich gegen das Wandern – und für einen irrsinnigen Offroad-Trip: Sie fuhr kurzerhand mit dem Auto. Zumindest soweit, wie sie mit ihrem VW Sharan auf den steinigen Wanderwegen kam – der Van schaffte genau vier Kilometer. Dann war Ende im Gelände. (Rettungsgasse: So wird die Fahrspur für Einsatzkräfte korrekt gebildet)

Der Familienvater hatte für das aberwitzige Vorhaben sogar extra den Weg vom Wanderparkplatz über die Forststraße in Richtung Alm in ein Navigationsgerät eingegeben. Das Befahren dieser Strecke war selbstverständlich verboten – die Wege waren für Privatfahrzeuge gesperrt. Das allerdings interessierte die abenteuerlustigen Urlauber anscheinend wenig. (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Mit dem Auto auf die Alm: Nach vier Kilometern ist für den VW Sharan Schluss

Nachdem der bemitleidenswerte VW Sharan einige Kilometer über Stock und Stein gequält wurde, quittierte er schließlich seinen Dienst. Zuvor war das Fahrzeug bereits mehrfach aufgesetzt – dann setzte ein technischer Effekt des offenbar überlasteten Motors der Bergfahrt ein Ende. Nichts ging mehr. (Moderne Navis: Die neuesten Systeme beziehen sogar diese Verkehrszeichen mit ein)

Da nun auch dem Vater der Familie sowohl ein Weiter- als auch ein Zurückkommen unmöglich erschien, verlor er die Nerven. In seiner Verzweiflung wusste er sich nicht mehr anders zu helfen, als einen Notruf abzusetzen. Doch auch dies verlief nicht ohne zusätzliche Schwierigkeiten: Aufgrund von unklaren Angaben der Familie über ihren Standort in dem unwegsamen Gelände wurde vorsorglich auch die Bergwacht alarmiert. Erst mit deren Hilfe konnte eine Streifenbesatzung der Polizei die gestrandeten Urlauber schließlich lokalisieren. (Zutritt streng verboten: Das sind die geheimen Teststrecken der Autohersteller)

Mit dem Auto auf die Alm: Auf den Familienfahrer wartet ein Verfahren

Nachdem der Vater von den Einsatzkräften beruhigt und ermutigt worden war, konnte er schließlich den VW-Van doch eigenhändig rückwärts zu einer Wendemöglichkeit herabsteuern. Von dieser Kehre aus, fuhr er die Familienkutsche – von den Helfern sicher über die Schotterpiste geleitet – ins Tal hinunter. Der Ärger ging dann aber erst richtig los: Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit, da er unerlaubterweise die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Forststraße befahren hat. (Mit Material der dpa)

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