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Einfache Tricks beim Alkoholtest: So leicht lassen sich Geräte überlisten – Forscher liefern Beweis

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Von: Jasmin Pospiech

Wer trotz Lebensgefahr alkoholisiert ins Auto steigt und von der Polizei gestoppt wird, muss zum Alkoholtest. Doch dabei lässt sich mit zwei einfachen Tricks effektiv schummeln.

Bethlehem (USA) – Wer mit Alkohol am Steuer erwischt wird oder betrunken Auto fährt, der macht sich strafbar. Und das zu Recht. Schließlich gefährden alkoholisierte Personen nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer – aufgrund ihrer schlechteren Wahrnehmung und verzögerten Reaktionsfähigkeit.

Alkoholtest: Forscher enthüllen – mit einem simplen Trick lässt sich das Gerät austricksen

Benimmt sich ein Autofahrer im Straßenverkehr seltsam und wird angehalten, dann muss er meist ins Röhrchen pusten. Genauer gesagt in ein Kontrollgerät, um den Atemalkohol zu messen, das die Polizisten im Streifenwagen mit sich führen. Das musste auch kürzlich eine Touristin in Spanien tun, als sie plötzlich völlig betrunken auf Bahnschienen entlang fuhr.

Bei einem positiven Ergebnis kann es teuer werden: Autofahrern drohen dann nicht nur Bußgelder, sondern auch Fahrverbot sowie Punkte in Flensburg. Das wird wohl auch diesem Geisterfahrer blühen, der völlig alkoholisiert auf der Autobahn in die Gegenfahrbahn fuhr.

Schließlich sollen sich 2019 in Deutschland allein 35.600 Unfälle aufgrund von Alkohol am Steuer ereignet haben, bei 13.956 Unfällen gab es Verletzte und Tote, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Da ist es wohl wenig hilfreich, dass kürzlich eine US-Studie ergab, dass man die mobilen Atemmessgeräte tatsächlich austricksen kann.

Alkoholtest: Forscher enthüllen – US-Studie fördert Erstaunliches zu Tage

Der Grund hierfür: Polizeibeamte haben vor Ort meist nur ein günstiges Vortestgerät zur Hand und die sollen ungenauer sein als die Apparate, die in den Polizeistationen vorhanden sind. Wie Forscher des St. Luke’s University Health Network in Bethlehem (US-Bundesstaat Pennsylvania) jetzt berichten, könne man den eigenen Promillewert gezielt um satte 20 Prozent senken und dadurch das Testergebnis massiv beeinflussen. (Kurioses Blitzerfoto sorgt für Aufregung: Hat dieser Mann etwa am Steuer gekokst?)

Für die Untersuchung ließen sie 54 Probanden belgisches Bier trinken, bis diese ein Promille aufwiesen. Doch bevor Sie getestet wurden, mussten Sie entweder kaltes Wasser zu sich nehmen oder hyperventilieren. Den Teilnehmern wurde dazu aufgetragen, innerhalb von zehn Sekunden zehnmal schnell ein- und wieder auszuatmen.

Alkoholtest: Forscher enthüllen – kalte Luft beeinflusst die Atemtemperatur

Dadurch wird diejenige Menge an Luft erhöht, die nicht am Austausch von Atemgasen beteiligt ist. Der Luftstrom, der nach der Hyperventilation gemessen wird, besitzt dadurch weniger gelösten Alkohol. (Diese Autoteile müssen Sie regelmäßig selbst warten – sonst droht Ärger)

Das Zielsetzung beider Methoden war, die Atemluft der Probanden, die normalerweise bei einer Temperatur von 34 Grad Celsius liegt, stark runterzukühlen. Schließlich nimmt kalte Luft weniger Alkohol auf. Mit der Folge, dass der Promillewert je Grad Temperaturunterschied um etwa 6,5 Prozent abweicht. Da Vortestgeräte die Temperatur des Atems nicht richtig erfassen können, sind daher deren Ergebnisse oftmals ungenau oder sogar verfälscht.

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