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„Diesel und Benzin müssten 20 Cent billiger sein“: ADAC-Sprecherin über gierige Ölkonzerne und Pendler-Nöte

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Von: Andreas Höß

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Eine Expertin erklärt im Interview den Anstieg der Benzinpreise. Die ADAC-Sprecherin hat für Autofahrer einen gutgemeinten Ratschlag.

München – Auch der ADAC hat sich die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den letzten Tagen sehr genau angesehen. Sprecherin Katrin van Randenborgh erklärt, was für Pendler jetzt wichtig ist und wo sie Probleme sieht.

ADAC-Sprecherin im Interview: Ölkonzerne sollen Steuersenkung an Verbraucher weitergeben

Die Preise von Benzin und Diesel steigen stetig an.
Die Preise von Benzin und Diesel steigen stetig an. (Symbolbild) © Ying Tang/Imago

Die Benzin- und Dieselpreise sind heute spürbar gefallen. Ist der Rückgang groß genug oder machen sich die Mineralölkonzerne noch die Taschen voll?

Die Preise sind schneller gefallen als vielfach erwartet. Allerdings ist auch erkennbar, dass die Energiesteuersenkung bislang nicht im vollen Umfang an Verbraucher weitergegeben wurde. Hinzu kommt, dass der Preis für einen Liter Sprit auch unabhängig von der Steuersenkung deutlich zu hoch ist. Insofern wird hier durchaus Kasse gemacht. An den Tankstellen gibt es außerdem deutliche Unterschiede. Autofahrer sind also gut beraten, Preise genau zu vergleichen.

Direkt vor dem Tankrabatt sind die Preise saftig gestiegen. War das Absicht?

Nein, das lässt sich tatsächlich mit einem etwas gestiegenen Rohölpreis erklären. Allerdings sehen wir große Spielräume für niedrigere Preise. Rund 20 Cent je Liter müssten Benzin und Diesel billiger sein – unabhängig von der Steuersenkung. Die Mineralölkonzerne müssen ihre Preispolitik anpassen und dürfen die Situation nicht ausnutzen, um ihre Marge weiter zu erhöhen.

Was wird in den nächsten Wochen passieren?

Es ist zu hoffen, dass Ölkonzerne die Steuersenkung vollumfänglich und dauerhaft an die Verbraucher weitergeben und zusätzlich die vorhandenen Spielräume nutzen. Das Bundeskartellamt muss die Preisentwicklung genaustens beobachten und der öffentliche Druck hoch bleiben.

Macht ein Tankrabatt aus Sicht des ADAC Sinn?

Die Belastungen durch hohe Kraftstoffpreise sind insbesondere für jene Menschen immens, die keine Alternative zum Auto haben und lange Wege zur Arbeit zurücklegen müssen. Insofern ist es gut, dass die Politik die Nöte der Verbraucher ernst nimmt. Entscheidend ist aber auch, dass der Tankrabatt von weiteren Maßnahmen begleitet wird – insbesondere vom 9-Euro-Ticket für den Öffentlichen Verkehr –, damit Menschen dazu animiert werden, auch Alternativen zum Auto auszutesten.

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