3,4 Millionen Einsätze

ADAC-Pannenstatistik: Die Tops und Flops des Jahres – wie schneidet ihr Auto ab?

  • Marcus Efler
    vonMarcus Efler
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Die neue ADAC-Pannenstatistik verrät, welche Autos besonders oft liegengeblieben – oder gar nicht erst losfahren. Auch ein deutscher Premium-Hersteller gehört zu den Verlierern.

München – Fast 3,4 Millionen Mal mussten die Pannenhelfer des ADAC im vergangenen Jahr ausrücken. Gegenüber dem Vorjahr ist das allerdings ein Rückgang von knapp zehn Prozent – was in etwa auch dem wegen Corona gesunkenen Verkehrsaufkommen entspricht. Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 wirkte sich dabei besonders heftig aus, und ließ das Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen kurzzeitig fast um die Hälfte einbrechen. (ADAC-Auto wird selbst abgeschleppt – „Der zieht den Traktor rückwärts raus“)

ADAC: Vor allem wegen Starthilfe unterwegs. (Symbolbild)

ADAC-Pannenstatistik: Die Tops und Flops des Jahres – wie schneidet ihr Auto ab?

Was sich nicht geändert hat: Nach wie vor ist eine schwächelnde Batterie die häufigste Ursache für einen Hilferuf bei den gelben Engeln; mit 46,3 Prozent der Einsätze lag die Starthilfe sogar klar über dem Wert des Vorjahres. Logisch: Autos, die wochenlang stehen, springen bekanntermaßen wegen entladener Batterien schlechter an. Vor allem im April, nach dem ersten und (für deutsche Verhältnisse) besonders harten Lockdown, war das sehr häufig der Fall. (Auto kaputt: Jogi Löw verpasst Bundesligaspiel – Bundestrainer bleibt auf Autobahn liegen)

Zuverlässig: Der Toyota Aygo.

Das waren die Top-Autos:

  • Kleinstwagen: Am besten schnitt über alle Baujahre der Toyota Aygo ab. Vor allem die Modelle vor 2016 glänzten.
  • Kleinwagen: Gleich zehn Top-Modelle führt der Automobilclub in der Kleinwagen-Klasse auf. Auffällig wenige Pannen hatten demnach über alle Baujahre Audi A1, Citroën C3, Fiat Punto, Honda Jazz, Mazda CX-3, Mini, Mitsubishi Space Star, Peugeot 2008, Renault Captur und Skoda Fabia.
  • Kompaktklasse: Im Golf-Segment finden sich einige enge technische Verwandte des Bestsellers, nämlich der Audi A3 und Q3, Seat Leon und VW Beetle sowie der etwa entferntere Cousin Škoda Rapid. Dazu kommen BMW 2er, Hyundai Tucson, Mazda CX-5, Mercedes A-Klasse, CLA und GLA und Mitsubishi ASX.
  • Mittelklasse: In der Dienstwagen-Klasse dominieren deutsche Modelle. Die geringste Pannengefahr besteht bei Audi A4, A5 und Q5, BMW 3er, 4er und X3, Mercedes C-Klasse, GLC und GLK sowie beim Volvo XC60.
  • Obere Mittelklasse: Auch das Business-Segment ist klar in deutscher Hand – auch mangels ausländischer Konkurrenz. Positiv fielen Audi A6 und die BMW 5er-Reihe auf.
Auch als Cabrio gut unterwegs: VW Beetle.

Und das waren die Flop-Modelle:

  • Kleinstwagen: Am Ende des Rankings finden sich Smart Fortwo und Forfour, die vor allem ab dem Baujahr 2015 oft Hilfe benötigten. 
  • Kleinwagen: Negativ aufgefallen sind Opel Meriva und Hyundai i20. Bei letzterem betrifft das allerdings nur die Baujahre vor 2016. 
  • Kompaktklasse: Zu den Flops zählen Kia Ceed und Sportage älterer Baujahre, Nissan Qashqai, Opel Astra, Renault Kangoo und Scénic.  
  • Mittelklasse: Am unteren Ende des Rankings liegen Opel Insignia und die Vans Ford S-Max, VW Sharan und Seat Alhambra.  
  • Obere Mittelklasse: Hinten fährt die Mercedes E-Klasse. Bei ihr verhageln vor allem schlechte Ergebnisse in den Baujahren 2011 und 2012 das Gesamtbild. 

Neue ADAC-Pannenstatistik: Darum hat sie auch Lücken

Die Pannenstatistik des ADAC erlaubt zwar keine absoluten Qualitätsurteile über bestimmte Baureihen, zeigt aber Indizien und Tendenzen. So beeinflussen natürlich die eigene Pannendienste der Hersteller die Zahlen des ADAC. Auch wenn die Not-Hotline einer Automarke des ADAC schickt, rechnet der Autoclub diesen Einsatz heraus. Allerdings gleichen sich diese Fälle über alle Autohersteller ungefähr aus. Außerdem dürften hochpreisige Modelle in der Regel statistisch besser abschneiden als günstige, weil ihre Halter mehr in Pflege und Wartung investieren. Zusätzlich parken solche Autos häufiger in Garagen, was sie unter anderem weniger empfindlich gegenüber Batteriedefekte wegen Kälte macht. Ein gut von seinem Besitzer in Schuss gehaltenes Billigauto kann daher im Einzelfall durchaus genau so zuverlässig sein wie das Modell einer teuren Marke. (Mit Material von SP-X.)

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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