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Temposchwellen gegen Raser: Drastische Maßnahme – mit schlimmen Folgen?

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Von: Jasmin Pospiech

Immer mehr Städte führen strikte Tempolimits für Verkehrssicherheit und Klimaschutz ein. Doch scheinbar reicht das nicht – jetzt kommen Temposchwellen.

Linköping (Schweden) – Der Klimaschutz ist auch hierzulande auf dem Vormarsch: In vielen deutschen Städten zeichnet sich eine Trendwende ab. Und zwar hin zu neuen Vorgaben, um gemäß den Gemeinde- und Stadtverwaltungen für mehr Verkehrssicherheit und weniger CO2-Emissionen zu sorgen. Einige von ihnen führen strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen ein, andere wiederum versuchen, mit lukrativen Angeboten Bürger umzustimmen.

Temposchwellen gegen Raser: Drastische Maßnahme – mit schlimmen Folgen?

Demnach gilt bereits auf 80 Prozent der Berliner Straßen Tempo 30. Darüber hinaus könnte die deutsche Hauptstadt mit einer sogenannten „Freie-Straßen-Prämie“ locken. Die besagt, dass Bürger 1.100 Euro pro Jahr geschenkt bekommen. Allerdings nur, wenn sie dafür ihr Auto abmelden und stattdessen auf Carsharing, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Darüber hinaus gibt es vermehrt Polizeiberichte, dass sich manche Fahrzeughalter illegale Straßenrennen innerorts liefern. Dies sei zu einem ernst zu nehmenden und häufigen Problem geworden. Mit der Folge, dass sich schwere Unfälle und Sachschäden zutragen. Guter Rat ist also teuer.

In einer Straße ist eine Temposchwelle zu sehen, die ein künstliches Schlagloch erzeugt.
Die „Fallgrube“ löst nur aus, wenn die Geschwindigkeit überschritten wird. © Edeva/dpa

Eine schwedische Firma namens Edeva will hier Abhilfe schaffen und mit einer innovativen Methode dabei helfen, Temposündern das Handwerk zu legen. Dazu hat sie ein Konzept entwickelt, bei dem Autofahrer, die sich nicht an die jeweilige Geschwindigkeitsbegrenzung halten, im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt werden.

Temposchwellen gegen Raser: „Actibump“ wird in Fahrbahn eingelassen

Dazu hat das Unternehmen aus Skandinavien eine Tempofalle gegen Raser, den sogenannten „Actibump“, entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Art Fallgrube, die auf den Straßen platziert wird. Dazu wird diese quer zur Fahrbahn in den Asphalt eingelassen.

Fährt ein Fahrzeug zu schnell an einer daneben installierten Geschwindigkeitskontrolle vorbei, senkt sich die im Boden befestigte Metallplatte um vier Zentimeter ab. Durch das Absenken entsteht eine Kante, über die der Pkw fährt und der Fahrzeuglenker infolgedessen durchgerüttelt wird. (Lamborghini-Raser fährt Rennen gegen Zivilstreife – und merkt es nicht)

Temposchwellen gegen Raser: Sind auch Einsatzkräfte betroffen?

Wer jetzt allerdings Sorgen um seine Radaufhängung hat, der kann beruhigt sein. Schäden sollen der Firma zufolge am Pkw nicht entstehen, zumindest gilt das nicht für Fahrzeuge, die der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Doch was ist bei rasanten Polizei- oder Rettungseinsätzen? Einsatzkräfte sollen einen Transponder erhalten, mit dem sie ohne Probleme jederzeit über die Fallgruben fahren können, ohne dass sich diese absenken.

Die Idee klingt an sich vielversprechend, doch es wird sich erst künftig zeigen, ob der „Actibump“, der laut Hersteller schon seit zehn Jahren erfolgreich in Schweden eingesetzt wird, auch in deutschen Städten zum Einsatz kommt (entsprechende Pläne der hessischen Stadt Hanau wurden wieder verworfen). Zuletzt wurde das System auf Island installiert – im Juni im Nordwesten von Reykjavík.

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