Spritpreise steigen

2021 wird für uns Autofahrer spürbar teurer: Fast alle zahlen mehr als bisher

  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Die Corona-Pandemie wird im Jahr 2021 weiterhin Einfluss auf unsere Mobilität haben. Doch auch andere Themen werden für Autofahrer wichtig, z. B. die Spritpreise – sie steigen spürbar.

München – „The same procedure as every year, James“: Wie zu jedem Jahreswechsel treten auch zum 1. Januar 2021 neue Regeln rund um das Auto und den Verkehr auf Deutschlands Straßen in Kraft. Die wohl wichtigsten Vorschriften hängen aber weiterhin in der Warteschleife.

Obwohl eigentlich alles längst klar sein sollte. Doch weit gefehlt – die Politik liefert erst mal nicht: Bundesregierung und Länder ringen weiterhin erbittert um einen Kompromiss bei der Reform des Bußgeldkatalogs. Finden sie ihn im kommenden Jahr, dann gelten unter anderem höhere Strafen für Autofahrer, die Radler gefährden. Und auch zu schnelles Fahren wird härter bestraft. Hintergrund: Eigentlich soll es Rasern an den Kragen gehen. Nur ist man sich über die Definition dieser Spezies nicht einig. Und weil außerdem die im April in Kraft getretene Novelle der Straßenverkehrsordnung einen Formfehler enthielt, gelten seit Juli wieder die Regeln des alten Bußgeldkatalogs. Dem ein oder anderen dürfte es recht sein. (Grüner Umweltminister rast mit 177 km/h durch Tempolimit: „Ich hatte es eilig“)

Happy new year? Hoffentlich – an der herkömmlichen Zapfsäule wird es allerdings ein teureres Jahr werden. (Symbolbild)

2021 bringt viel Neues für Autofahrer: Fast alle zahlen drauf

Was hingegen bereits klar ist, sind diverse Änderungen bei Kfz-Steuer, Emissionen und Spritkosten. So dürfte die Einführung eines CO2-Preises den Liter Diesel und Benzin um etwa 7 bis 8 Cent teurer machen – das ganze soll der Ökologie zuliebe geschehen. Zusätzlich zum Klimaschutz kommt nach den „Corona-Rabatten“ die Rückkehr zum alten Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, wodurch die Kosten um weitere 3 Cent steigen. Sparfüchse tanken also vielleicht vor Silvester noch mal voll. (Aus für Verbrennungsmotor schon 2025? Die deutsche Autoindustrie fürchtet sich)

Denn für viele Autofahrer wird 2021 teurer: Die Besitzer verbrauchsstarker, konventioneller Autos zahlen im kommenden Jahr gleich doppelt drauf. Denn der CO2-Aufschlag bei der Kfz-Steuer bekommt mehr Gewicht. Teurer wird es dadurch für neu zugelassene Autos mit mehr als 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. Um die gewünschte Lenkwirkung in Sachen Mobilitätswende zu erzielen, profitieren hingegen die Fahrer von E-Autos: Die Kfz-Steuerbefreiung für Stromer gilt nun für Erstzulassungen bis einschließlich Ende 2025. Auch Pendler sollen entlastet werden. Ab dem 21. Kilometer gibt es mehr Geld, die Pendlerpauschale steigt von 30 auf 35 Cent pro Kilometer – und zwar unabhängig vom für den Arbeitsweg genutzten Verkehrsmittel. (Altmaier sagt Tesla „beträchtliche Förderung“ zu: Wie viele Steuermillionen kassiert Elon Musk?)

Finden Bundesregierung und Länder einen Kompromiss bei der Reform des Bußgeldkatalogs, wird zu schnelles Fahren härter bestraft. (Symbolbild)

2021 bringt viel Neues für Autofahrer: EU-Abgasnormen erneut strenger

Ein weiterer wichtiger Fakt betrifft vor allem die Autohersteller: Der durchschnittliche Flottengrenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer gilt künftig ohne Hintertür. Bei Überschreitung drohen empfindliche Strafen – zumindest soll dies die Praxis werden. Außerdem müssen die Hersteller der EU-Kommission den Realverbrauch jedes einzelnen Fahrzeugs melden. Die Pflicht zum Einbau eines sogenannten „On Board Fuel Consumption Monitor“ ergibt sich aus der ab Januar für alle Neuwagen geltenden Abgasnorm „Euro 6d-FINAL“. (VW-Chef Herbert Diess wegen Tesla unter massivem Druck – so will er das Steuer rumreißen)

Auch die Regeln für den NOx-Ausstoß (Stickstoffoxide) werden strenger. Für Motorräder gelten ab dem neuen Jahr ebenfalls neue Grenzwerte, wie auch tz.de berichtet*: Die Euro-5-Norm ist bereits ab Januar für alle neu zugelassenen Motorräder verbindlich. Ein Abverkauf von Euro-4-Lagerbeständen ist aber auch 2021 unter bestimmten Bedingungen noch möglich. (Mit Material von SP-X) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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