Innovative Mobilität

E-Scooter: Rechtliches, Gefahren, Kosten – alles über Straßenzulassung und Versicherung

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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E-Scooter werden in den Städten immer beliebter. Welche rechtlichen Bestimmungen gelten und was sollte man im Hinblick auf die Technik und Sicherheit beachten?

  • E-Scooter haben generell im Juni 2019 die Straßenzulassung erhalten
  • Die wendigen Fahrzeuge müssen bei der Versicherung angemeldet werden
  • Sie lassen sich kaufen oder stundenweise mieten

München – E-Scooter sind schnell und wendig. Viele Nutzer fragen sich jedoch: Welche Vorschriften müssen sie beachten, und welche Modelle haben eine Straßenzulassung?

E-Scooter: Was ist das überhaupt?

Als E-Scooter werden innovative Tretroller bezeichnet, die mit einem Elektroantrieb ausgestattet sind. Diese modernen Fortbewegungsmittel lassen sich zusammenklappen und sind äußerst wendig. Somit stellen E-Scooter in Städten eine beliebte Alternative zum Fahrrad dar und ersetzen zuweilen sogar das Auto auf dem Weg zur Arbeit. Es ist nicht verwunderlich, dass E-Scooter weltweit boomen. In den skandinavischen Ländern, Frankreich und Israel sind Elektroroller bereits seit einigen Jahren nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. E-Scooter kann man kaufen oder mieten. Es gibt außerdem die Möglichkeit, den Tretroller gebraucht zu kaufen und Ersatzteile im Internet zu bestellen. Das neue Fortbewegungsmittel wirft jedoch Fragen auf: Muss man eine Versicherung abschließen, haben alle Modelle eine Straßenzulassung, und was gilt es im Hinblick auf die Sicherheit zu beachten?

E-Scooter werden in Großstädten immer beliebter

Ob BerlinHamburg oder München: In den Innenstädten der deutschen Metropolen flitzen immer mehr E-Scooter mit Straßenzulassung über die Straßen und Plätze. Besonders junge Menschen schätzen die Möglichkeit, ohne Auto oder U-Bahn schnell zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Uni zu gelangen. E-Scooter sind extrem wendig, leicht und handlich. Außerdem sind sie klappbar, sodass der kleine Flitzer nicht draußen angekettet werden muss. Stattdessen kann er einfach mit in die Wohnung oder das Büro genommen werden. Im Folgenden wird erläutert, worauf man beim Kaufen oder Mieten achten sollte und welche Regeln beim Fahren mit einem E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr befolgt werden müssen. Wer den elektrischen Tretroller gebraucht kauft, benötigt Ersatzteile, und auch das Thema Versicherung sollte bedacht werden.

E-Scooter: Nicht alle verfügen über die Straßenzulassung

Seit dem 15. Juni 2019 ist in Deutschland die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in Kraft. Sie reguliert, welche E-Scooter am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Die Verordnung sieht vor, dass nur Fahrzeuge, die mit einer Lenk- oder Haltestange ausgerüstet sind und bauartbedingt maximal 20 km/h fahren, eine Straßenzulassung erhalten. E-Scooter, die 25 km/h oder sogar 45 km/h fahren, sind nicht für den Straßenverkehr zugelassen und dürfen nur auf einem Privatgelände fahren. Somit schafft die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung den gesetzlichen Rahmen für die Verwendung von Elektrorollern im Straßenverkehr. Zudem klärt sie Fragen zur Versicherung. Die meisten Nutzer in Deutschland mieten die Tretroller. Wer sich für das Kaufen entscheidet, wählt oft einen E-Scooter, der gebraucht ist. Ersatzteile lassen sich günstig im Internet bestellen. Als umweltfreundliche, weil abgasfreie Alternative zum Auto und als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr schließen die Fahrzeuge eine Lücke im Hinblick auf nachhaltige, umweltfreundliche Mobilität.

E-Scooter dürfen nicht überall fahren

Mit einem E-Scooter darf man nur auf Radwegen oder Radfahrstreifen sowie in Fahrradstraßen fahren. Fehlen diese Möglichkeiten, ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn erlaubt. Verboten sind die kleinen Flitzer auf Gehwegen, in Fußgängerzonen sowie in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung. Es gibt jedoch Ausnahmen, und zwar Bereiche in den Innenstädten, die eindeutig mit dem Verkehrszeichen „E-Scooter frei“ gekennzeichnet sind. Es reicht nicht aus, wenn die Wege mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ markiert wurden. Generell benötigen E-Scooter eine Straßenzulassung und eine gültige Versicherung. Beim Kaufen oder Mieten sollte darauf geachtet werden, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. Wer einen E-Scooter gebraucht kauft, muss sich vergewissern, dass die Maximalgeschwindigkeit nicht überschritten wird und Ersatzteile verfügbar sind.

E-Scooter: Welche Regeln gelten bei Sicherheit und Führerschein?

Es ist kein Führerschein nötig, um einen E-Scooter zu fahren. Allerdings sind ein Mindestalter von 14 Jahren sowie eine Versicherung erforderlich. Das Tragen eines Helms ist ebenfalls nicht vorgeschrieben, wird jedoch vom ADAC aus Gründen der Sicherheit beim Führen eines E-Scooters empfohlen. Die Roller sind nur für einen Fahrer zugelassen, selbst wenn das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird. Vor dem Mieten oder Kaufen sollte man sich bei einer Probefahrt vergewissern, ob man mit den wendigen Flitzern sicher unterwegs ist. Einen hochwertigen E-Scooter mit Straßenzulassung gebraucht zu kaufen, ist sinnvoller, als ein Billigmodell zu wählen, das weniger sicher ist und für das Ersatzteile nur schwer beschaffbar sind. Wichtig ist zu beachten, dass dieselben Alkoholgrenzwerte gelten wie beim Autofahren. Das bedeutet, dass Fahren unter Alkoholeinfluss mindestens eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Ab einem Blutalkoholgehalt von 1,1 Promille wird es sogar als Straftat verfolgt. Für Führerscheinneulinge in der Probezeit und E-Scooter-Fahrer unter 21 Jahren gilt sogar die strenge 0,0-Promille-Grenze.

E-Scooter benötigen eine Versicherung

Wer sich entscheidet, einen E-Scooter mit Straßenzulassung zu kaufen und nicht zu mieten, benötigt eine Versicherungsplakette und muss somit eine Versicherung abschließen. Diese Haftpflichtversicherung bezahlt Schäden, die man anderen Verkehrsteilnehmern zufügt. Der Abschluss der Versicherung ist jedoch nur möglich, wenn der E-Scooter über eine Allgemeine Betriebserlaubnis verfügt. Wer sich den Tretroller gebraucht kauft und mit Ersatzteilen repariert, muss darauf achten, dass die Bedingungen für die Straßenzulassung weiterhin erfüllt werden. Die Versicherungsplakette muss am E-Scooter unter der Schlussleuchte angebracht werden. So weist der Fahrer jederzeit nach, dass er die geforderte Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Die Versicherung wird im Voraus jeweils für ein Jahr bezahlt und kostet ungefähr 40 Euro. Für eigene Schäden muss der Fahrer selbst aufkommen.

E-Scooter: Diese Modelle verfügen über eine Straßenzulassung

Die Elektroroller, die man bei den Verleihfirmen mieten kann, verfügen über die nötige Straßenzulassung. Allerdings besitzen noch nicht alle Modelle zum Kaufen diese Zulassung. Beim Kauf eines E-Scooters sollte man deshalb darauf achten, dass dieser über große Luftreifen, einen möglichst großen Akku sowie hydraulische Scheibenbremsen verfügt. Auch das zulässige Gesamtgewicht ist ein Qualitätsindikator. Günstige Modelle sind nur für ein maximales Gesamtgewicht von 100 Kilogramm zugelassen. Modelle mit einem maximalen Gesamtgewicht von 150 Kilogramm wie der BMW X2 City sind mit einem Kaufpreis von ungefähr 2.400 Euro allerdings sechsmal so teuer wie günstige Modelle (z. B. Iconbit Delta Pro für 400 Euro). Praxistests (https://www.youtube.com/watch?v=y2JqSn_HQ9w) geben einen Überblick über das Fahrverhalten und die Ausstattung. Wer sich entscheidet, einen E-Scooter gebraucht zu kaufen, sollte sich vorab über die Verfügbarkeit von Ersatzteilen sowie die Kosten für die Versicherung informieren.

Folgende Anbieter stellen Modelle her, die über eine Straßenzulassung verfügen:

  • BMW
  • Egret
  • Iconbit
  • IO Hawk
  • Metz
  • Moovi
  • Segway
  • SXT
  • The-Urban
  • Trekstor

Kaufen oder Mieten: Worauf sollte man hinsichtlich der Ausstattung achten?

Hochwertige E-Scooter mit Straßenzulassung (https://www.chip.de/artikel/E-Scooter-Test-Die-besten-Elektro-Scooter-mit-Strassenzulassung_165587317.html) zum Mieten oder Kaufen sind mit Zubehör wie einem Kilometerzähler, einem Tacho sowie einem stabilen Seitenständer ausgestattet. Sie benötigen eine Versicherung. Ein Fingergasgriff, mehrere Beschleunigungsstufen, klappbare Griffe sowie Scheibenbremsen, eine Luftbereifung und eine komfortable Federung runden die Ausstattung ab. Eine Reichweite von bis zu 45 Kilometern ermöglicht ausgedehnte Touren, ohne dass zwischendurch ein erneutes Aufladen erforderlich wird. Der Bremsweg beträgt zwischen einem und dreieinhalb Metern. Darüber hinaus unterliegen E-Scooter der Lichtzeichenregelung und müssen deshalb mit einem funktionierenden Vorder- und Rücklicht ausgestattet sein. Wer den E-Scooter häufig nutzt, um damit zur Arbeit zu fahren oder Einkäufe zu erledigen, sollte ein hochwertiges Modell wählen, das in Puncto Fahrverhalten und Ausstattung überzeugt. Es lohnt sich, einen gut ausgestatteten E-Scooter gebraucht zu kaufen, denn für diese Modelle gibt es ausreichend Ersatzteile.

E-Scooter mieten: Folgende Anbieter stehen zur Verfügung

Wer nur ab und zu mit einem E-Scooter durch die Stadt düsen möchte, kann sich den wendigen Elektroroller mit Straßenzulassung bei einem der folgenden Anbieter mieten:

Die Anbieter stellen den Nutzern eine App zur Verfügung, über die der Mietvertrag abgeschlossen wird. Darüber hinaus benötigt man den Zugang zu einer der angebotenen Zahlungsoptionen. Die Miete setzt sich aus der pauschalen Leihgebühr (meist ein Euro) und einem Minutensatz zusammen, der zwischen 15 und 25 Cent liegt. Die E-Scooter können innerhalb eines definierten Gebiets nach der Nutzung abgestellt werden. Mieten ist für viele Nutzer sinnvoller als kaufen, da hochwertige E-Scooter sehr teuer sind. Zudem treten bei einem Modell, das gebraucht gekauft wird, oft Probleme mit der Beschaffung der Ersatzteile auf. Auch die Versicherung ist beim Mieten bereits enthalten.

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